BITCOIN ETF ANTE PORTAS? DIE POLITIK DER SEC UM DIE ZULASSUNG DES ERSTEN KRYPTO-ETF

Bitcoin ETF and SEC policy

Eine Ablehnung als Ankündigung


Vor ein paar Tagen hat die US die SEC den Antrag der Bats BTX Exchange auf Zulassung des Bitcoin ETF’s der WINKLEVOSS-Brüder abgewiesen. Viele Marktteilnehmer hatten sich eine Zulassung erwartet. Auch die Chicago Board Options Exchange (CBOE) hatte Anfang Juli 2018 ebenfalls einen Antrag auf Zulassung eines Bitcoin ETF’s gestellt der noch geprüft wird.

Der Preisanstieg des Bitcoin (BTC) von unter USD 7.500 auf fast USD 8.500 war zum Teil auch der Erwartungshaltung der baldigen Zulassung dieser ETF’s zugerechnet worden. Entsprechend heftig reagierte der Markt auf die Ablehnung der SEC. Der Kurs des Bitcoin korrigierte heftig nach unten und fiel kurfristig wieder unter USD 7.900. Doch rasch wurde klar, dass die Absage eher eine verkleidete Ankündigung einer baldigen Zulassung sein könnte und damit gar nicht so schlecht war. Im Gegenteil.

Es war bereits der zweite Anlauf der WINKLEVOSS-Brüder mit einem erweiterten Antrag. Den ersten hatte die SEC bereits Anfang des Jahres 2018 zurückgewiesen. Doch die Art und Weise der erneuten Ablehnung lässt die Zulassung von Bitcoin ETF’s vielleicht noch im 3. oder 4. Quartal 2018 erwarten. Wie kommen wir zu dieser Schlussfolgerung?

Der ETF-Adelsschlag


Die Krypto-Währung Bitcoin (BTC) wird mittlerweile auch von vielen der anerkannten Analysten der Finanzindustrie als neue Asset-Klasse anerkannt und als Rohstoff (Commodity) wie Gold oder Öl gesehen und werden in den USA von U.S. Commodity Futures Trading Commission geregelt. Ein Bitcoin-ETF würde also den einfachen Einstieg von Investoren in diese neue Asset-Klasse ermöglichen. Man kauft sich die Aktien eines börsennotierten Bitcoin-ETF’s und ist dabei. Das Management wird dabei vom jeweiligen ETF-Manager gemacht die ihren Job verstehen (sollten). ETF’s haben sich in den letzten Jahren als bestens geeignetes Finanzinsrument für den Rohstoff-Sektor herausgestellt. Ein von der SEC zugelassener Bitcoin-ETF würde Bitcoins damit offiziell in den Rang von Gold erheben und Milliarden Investitionen von institutionellen Anlegern anlocken.

Bislang waren die einzigen von der SEC bzw. der CFTC zugelassenen Krypto-Instrumente Barry SILBERT’s Krypto Investment Trust und die BTC- und ETH-Derivate (Futures) von CMOE und der CME Group. Erstere betreibt den größten Optionsbörse in Chicago und letztere sind einer der weltgrößten Betreiber von Optionsbörsen. Damit bewegen sich definitiv zwei Instanzen der US-Wertpapierindustrie in Krypto-Welt und das mit gutem Grund. Das Finanzestablishment will trotz (oder wegen) vieler abschätziger Aussagen definitiv bei der Krypto-Transition dabei sein.

Wie kann man also die Entscheidung der SEC und der Art der Veröffentlichung vor diesem Hintergrund interpretieren und erklären?

Die Verschnaufpause für das Establishment


Da muss man zunächst einmal die Rolle der SEC als Wachhund des gesamten US-amerikanischen Wertpapiermarktes und seiner Investoren verstehen. Die SEC ist natürlich bestens vernetzt mit dem Wall Street- Establishment und damit eine Art informeller „Siegelbewahrer“ des Bestehenden. Darüber hinaus ist die SEC als Behörde auch politischer Einflussnahme ausgesetzt und hat auf diese Rücksicht zu nehmen.

Insofern muss die SEC bei der Entscheidung einer Zulassung eines neuen Finanzinstruments wie einem Bitcoin ETF nicht nur die Interessen der Antragsteller, sondern eben auch jene der US Wertpapierindustrie berücksichtigen. Und diese Interessen hätten durch die Zulassung des WINKLEVOSS-ETF’s durchaus beschädigt werden können. Die „alten“ Finanzdienstleister der Wall Street sind noch nicht wirklich auf die Krypto-Welt vorbereitet. Insofern hätte die Zulassung der WINKLEVOSS-ETF’s massive Nachteile für das Establishment und einen signifikanten Wettbewerbsvorspruch für die Newcomer gebracht. Nicht wenige Investoren hätten sehr wahrscheinlich Teile ihres Portfolios in Richtung Krypto- und WINKLEVOSS-ETF umgeschichtet. Üblicherweise dürfen institutionelle Anleger nur in börsennotierte und/oder geregelte Finanzinstrumente investieren.

Derzeit können institutionelle Investoren nur über OTC in Krypto investieren. Daher verzeichnen die großen OTC-Händler wie CIRCLE TRADE auch entsprechend hohe Volumina. Ein börsennotierter Bitcoin-ETF würde den Trend in Richtung Krypto-Assets massiv unterstützen und darauf sind die „alten“ Institutionellen derzeit nicht vorbereitet. Die Ablehnung der SEC hat ihnen mehr Zeit für die Vorbereitung verschafft.

Im Kern basiert die Ablehnung des Antrages auf den bereits bekannten Argumenten und war fokussiert auf einige Elemente im Antrag der WINKLEVOSS-Brüder. Unter anderem kritisierte die SEC die Involvierung der New Yorker GEMINI-Börse und weitere Punkte des Antrages. Die Entscheidung war keinesfalls als eine generelle Ablehnung von Bitcoin ETF’s zu lesen. Das hat auch Joseph YOUNG am FORBES Blog in einer ersten Analyse so interpretiert. Bloomberg hingegen ist eher negativ und wertet die Absage der ETF als Hinweis auf mögliche weitere Absagen. Wir denken das nicht.

Die Ablehnung war darüber hinaus verbunden mit einem öffentlich geäußerten Widerspruch zur Ablehnung durch die SEC Kommissarin Heister M. PEIRCE . Es war daher im Kern weniger eine Absage an Bitcoin ETF’s als eine Ankündigung der baldigen Zulassung eines Bitcoin- oder Krypto-ETF‘s

Das deutliche Signal an den Markt


SEC Commissioner Heister M. PEIRCE

Die von der Regierung unter Donald Trump im Januar 2018 zur SEC Kommissarin bestellte Heister M. PEIRCE kritisierte in der Folge offiziell die Ablehnung der SEC in einer Stellungnahme, die auch auf der SEC-Webseite veröffentlich wurde. Die weltweit führende Finanzmarktaufsichtsbehörde SEC hat da im positiven Sinne gezeigt, wie man offiziell Diskussionen führen und politisch gestalten kann. Es wäre in vielen Ländern nicht denkbar, dass einzelne Mitglieder einer Zulassungskommission öffentlich ihren Widerspruch bekanntgeben und begründen. Es ist aber gerade der öffentliche Widerspruch der SEC Kommissarin und ihre ausführlich dargelegten Gründe, die eine baldige Zulassung eines Bitcoin ETF erwarten lassen und damit die Weiterentwicklung des Krypto-Marktes ermöglichen.

Tatsächlich wären börsennotierte Krypto-ETF’s wichtig, um regulierten institutionellen Anlegern den Einstieg in die Krypto-Szene zu ermöglichen. Das würde den Markt neue Liquidität und neue Investoren zuführen und damit die nachhaltige Entwicklung der Krypto-Szene wie auch der bestehenden Finanzindustrie sicherstellen. Das hat auch die SEC Kommissarin so argumentiert.

Darüber hinaus, meinte die SEC Kommissarin sei es nicht die Aufgabe der SEC über den Reifegrad einer Technologie zu befinden. Deren Mission wäre der Schutz der Investoren und der wäre durch das Aufzeigen der Risiken und die nachfolgend laufend durchgeführte Überwachung der SEC sichergestellt. Durch das Verbieten von Bitcoin ETF’s würde man einerseits Investoren bevormunden und andererseits die nachhaltige Entwicklung einer neuen Asset-Klasse hemmen. Gerade die von der SEC kritisierten Punkte würden durch den Einstieg professioneller Anleger behoben werden können, so die SEC Kommissarin.

Quo Vadis Bitcoin?


Vor dem Hintergrund der Aussagen der SEC Kommissarin in Verbindung mit der Begründung der Ablehnung des WINKLEVOSS-ETF’s können wir also mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zulassung eines Bitcoin ETF’s durch die SEC erwarten. Es könnte der ETF der Chicago Board Options Exchange (Cboe) sein.

Das lässt nach dem Zusammenbruch des ICO-Hypes auch auf eine entsprechende Kursentwicklung des Bitcoin (BTC) und eine Erholung der Krypto-Szene spekulieren. Insofern könnte man den öffentlichen Widerspruch der SEC Kommissarin auch als eine Aufforderung der SEC and das finanzielle Establishment sehen, sich auf diese Zulassung vorzubereiten. Diese Vorbereitung wiederum benötigen die institutionellen Investoren dringend. Die SEC hat ihnen mit dieser Entscheidung und dem öffentlichen Widerspruch etwas Extra-Zeit für die Vorbereitungen verschafft.

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