COINTED – GENUG IST GENUG! WANN REAGIEREN DIE BEHÖRDEN ENDLICH IM INTERESSE DER ANLEGER?

Die dunkle Seite der Krypto-Welt

Christopher RIEDER
Christopher RIEDER – derzeit auf langer Dienstreise?

Die Krypto-Welt ist voll von Scams und betrügerischen Systemen, leider. Die österreichische COINTED scheint in dieser „dunklen“ Seite der Krypto-Welt wahrscheinlich einer der agressivsten Spieler:

  • Der COINTED-Gründer Christopher RIEDER wird als Beschuldigter im Crypto-Crime Case OPTIOMENT geführt wird, wo angeblich tausende von Anlegern bis zu EUR 100 Million verloren haben (Höhe derzeit unsicher)
  • COINTED war der Bezahlpartner für das „System OPTIOMENT„. Die Krypto-ATM’s von COINTED wurden benutzt, um das Geld der Anleger in Bitcoins zu tauschen und im Nirwana das OPTIOMENT-Systems verschwinden zu lassen.
  • Da bei OPTIOMENT offenbar seitens der Anleger auch unversteuerte Gelder im Spiel war könnte man das OPTIOMENT auch in den Nahebereich der Geldwäsche einordnen. Jedenfalls war der Ablauf rund um die Krypto-ATM’s nicht KYC/AML-konform, so hört man.

Der österreichische ORF hat ausführlich über den OPTIOMENT-Skandal berichtet und auch über die mögliche Involvierung von COINTED und seines Gründers (siehe Video hier).

Spät aber doch hat die Polizei hat daher auch im April 2018 eine Hausdurchsuchung bei COINTED durchgeführt. Das Ergebnis ist bisher noch nicht bekannt. Das ist wenig überraschend, da Crypto-Crime Cases sehr kompliziert sind. Da gibt es beispielsweise keine nachweisbaren Bankverbindungen.

Die lange Dienstreise des Firmengründers und die Verdunkelungsgefahr

Im Zuge des OPTIOMENT-Skandals ist der Firmengründer Christopher RIEDER auf eine lange Dienstreise gegangen, sagte sein Anwalt im April 2018. Nein, das ist keine Flucht, sondern eben eine lange geplante Dienstreise. Man darf sich an dieser Stelle schon fragen, warum gegen RIEDER seitens der Staatsanwaltschaft nicht konsequenter vorgegangen wird. Beim Audi-Chef war die deutsche Staatsanwaltschaft da zuletzt wesentlich konsequenter.

Natürlich gilt die Unschuldsvermutung aber ebenso natürlich sollten hier die besonderen Möglichkeiten der Verdunkelungsgefahr im Umfeld von Kryptowährungen und Blockchain bedacht werden.

Der COINTED ICO als Potemkinsche’s Dorf

Charli AHO und Crypto Unity OG
Charli AHO – Cointed und Crypto Unity OG Gesellschafter

Im 4. Quratal 2017 hat COINTED dann sogenanntes Initial Coin Offering (ICO) durchgeführt und dabei angeblich mehr als 4 Millionen Dollar von Investoren durch die Ausgabe des Cointed Tokens (CTD) vereinnahmt. Eigentlich hätte man 100 Millionen von den ICO Investoren haben wollen aber das wurde dann doch nichts. Einige Leute hatten bereits zu Beginn des ICO’s COINTED Betrug vorgeworfen aber dank einer „Reinwasch-Aktion“ über das österreichische Medium Brutkasten konnte man nochmals geradeso die Kurve kratzen. Aber die Investoren blieben trotz der Wäsche-Aktion vorsichtig.

Im der Version 1.0 des ICO White Paper wurden die Investoren über viele Umstände einfach belogen. So behauptete COINTED zunächst, dass es die Firma Crypto Unity OG übernommen hätte und damit ein eigenes „grünes“ Krypto-Mining hätte.

Wo ist nun das Krypto-Mining?

Es stellte sich heraus, dass es keine Übernahme gab und die Firma Crypto Unity OG bis heute nicht der COINTED gehört. Als richtig stellte sich heraus, dass der angebliche COINTED-Mitgründer Charli AHO auch 50{3112d90e1c9bd23af22cf16f58b974bcc4d8a9b058f7839d8b1efb2fba8df460}-Gesellschafter der Crypto Unity OG war in welcher Krypto-Mining betrieben wurde und in welche ebenfalls Investoren hineingeführt wurden. Die Crypto Unity OG hatte ein ähnliches Geschäftsmodell wie die INVIA GmbH, deren Betrieb kürzlich von der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) untersagt wurde. Dabei hat die Crypto Unity OG auch eng mit dem österreichischenden Unternehmen Wachsende Werte GmbH & Co KG zusammengearbeitet. Diese hat Crypto Unity OG Investoren zugeführt.

Die restlichen 50{3112d90e1c9bd23af22cf16f58b974bcc4d8a9b058f7839d8b1efb2fba8df460} der Crypto Unity OG gehörten einem Investor der nichts von der angeblichen Übernahme durch die COINTED wusste. Als richtig stellte sich auch dann heraus, dass Charli AHO ohne Zustimmung seines Mitgesellschafters das Krypto-Mining-Geschäft der Crypto Unity OG still und heimlich die COINTED verlagert und offenbar dafür seine 25{3112d90e1c9bd23af22cf16f58b974bcc4d8a9b058f7839d8b1efb2fba8df460} Anteile an der COINTED Ltd erhielt. Eine Strafanzeige des Crypto Unity OG-Mitgesellschafters war die Folge.

Kurzfristig wurde dann das White Paper geändert und plötzlich war es die Schweizer Firma Swiss Crypto Group AG, welche die Krypto-Mining-Tocher der COINTED wäre. Darüber hinaus hätte man aber auch in Schweden die COINTED AB aufgemacht und dort würde das Mining betrieben.

Bis heute kann man auf der Webseite von COINTED lesen, dass das Mining über die COINTED AB ab dem 1. Quartal 2018 angeboten werden würde. Nun, das 1. Quartal ist längst vorbei. Die letzten News auf der COINTED Webseite stammen aus dem letzten Jahr.

Wo sind Krypto-Debit Card und CTD Token?

Im COINTED White Paper war weiters zu lesen, dass das Unternehmen eine eigene Krypto-Debit Card herausgeben würde. Zunächst wurde gesagt, dass diese Karte von der Swiss Crypto Group AG begeben würde, dann wurde auf die COINTED Ltd in Hongkong verwiesen. Bis heute kann man auf der Webseite der COINTED lesen, dass die Krypto-Debit Card noch im 2. Quartal 2018 kommen würde. Also demnächst.

Darüber hinaus gibt es keine Informationen was mit den CTD Token nun passiert. Bis zu 650 Millionen CTD wollte man and Investoren im ICO verkaufen und damit mehr als 100 Millionen US-Dollar einnehmen. Der CTD Token sollte natürlich an einer Krypto-Börse gehandelt werden. Gerade einmal knapp 6 Millionen CTD wurden tatsächlich verkauft. Trotzdem verkündete COINTED im Bitcointalk Forum am 12. März 2018:

We are proud to say that the ICO ended successfully! We are going to work even more fiercely now that you have given your trust! Please note that any questions regarding Cointed, and our tokens are going to be answered on our Telegram channel https://web.telegram.org/#/[email protected]_EN Thank you all! Best regards, The Cointed Team!

Nach diesem letzten Posting wurde die Kommunikation eingestellt. Keine weiteren Informationen mehr. Im Telegram-Kanal zum COINTED ICO wurde am 23. Juni 2018 von einem „Philipp“ mitgeteilt, dass der Geschäftsführer Wolfgang THALER demnächst eine Video-Botschaft zur Lage von COINTED aussenden würde. Im offiziellen COINTED Telegram-Kanal herrscht Funkstille.

Betrugsvorwürfe des ATM-Partners?

Der ehemalige Partner General Bytes hat COINTED beschuldigt, seine Technologie für den Betrieb von Crypto-ATM’s gestohlen zu haben und Lizenzrechte zu verletzen. Bis heute kann man die Vorwürfe online auf der Webseite von General Bytes lesen. Auf Nachfrage wurde bestätigt, dass die Vorwürfe aufrecht erhalten werden. Nicht nur, dass die Crypto-ATM’s von COINTED für den OPTIOMENT-Betrug verwendet wurden, offenbar ist nicht einmal klar ob COINTED überhaupt berechtigt ist, diese Technologie einzusetzen.

Schluss mit der Krypto-Börse und Zeit für die Behörden

Cointed KRypto-Exchange Einstellung
Cointed verkündet dei Einstellung der Krypto-Börse auf Facebook

Am 18. Juni 2018 hat COINTED seine Kunden informiert, dass man leider den Betrieb der Krypto-Börse wegen technischer Probleme und vieler Hacker-Angriffe zumindest temporär einstellen müsste (siehe hier Facebook Posting).

Noch Ende Mai 2018 wurde seitens des Pressesprechers von COINTED, Albert SPERL, in einem ebenfalls auf Facebook verteilten Video-Interview angekündigt, dass bei der Krypto-Exchange bald tolle neue Features kommen würden.

Die Krypto-Börse war eines der Kerngeschäfte der COINTED und nun ist auch dieses (vorübergehend) trotz tollen Ankündigungen nicht mehr. Auf der Webseite des Unternehmens ist von dieser wichtigen Mitteilung nichts zu lesen.

Auf das Facebook-Posting kamen einige Kommentare in denen Kunden reklamieren, dass sie ihr Geld nicht mehr erhalten haben bzw. bekommen. Ebenso gibt es Beschwerden, dass COINTED’s Krypto-ATM’s nicht mehr funktionieren.

COINTED hat im Zuge des ICO’s auf allen Kanälen seine Jubelmeldungen verbreitet. Jetzt wird geschwiegen. Die Facebook-Kommentare bleiben unbeantwortet. Man versucht hier offenbar, das irgendwie im Stillen abseits der Öffentlichkeit zu regeln. Es ist derzeit unklar ob und wieviel Geld die Kunden durch dieses Zusperren verlieren. Das Abheben dürfte aber nicht mehr funktionieren.

Angesichts des konsequenten Handelns der zuständigen Behörden in anderen Jurisdiktionen sollte vielleicht auch die österreichische Staatsanwaltschaft ihre Vorsicht etwas zurückstellen und den Schutz der Investoren und des österreichischen Kapitalmarktes in den Vordergrund rücken. Es wäre hoch an der Zeit, dass die Verantwortlichen bei COINTED der Staatsanwaltschaft Rede und Antwort stehen im Interesse der Investoren, Kunden und Marktteilnehmer. Sofort, und nicht irgendwann. Derzeit scheint das gesamte Team abgetaucht zu sein.

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