DER MCV-CAP ICO – BLOCKCHAIN REVOLUTION „MADE IN AUSTRIA“?

MCV-CAP ICO structure

Ein Superlativ ICO


Der erfahrene Investor weiß, dass er sich vor allen Investments hüten sollte, die sich selbst mit Superlativen beschreiben. Die Besten, Größten, Einzigartigsten und vor allem die Revolutionäre haben häufig eines gemeinsam – sie schreien laut. Erfahrene Investoren suchen oft die lautlosen Innovatoren, die sich auf Produkte und Innovationen konzentrieren. Zweifellos benötigen auch die besten Produkte und Unternehmen die Vermarktung und das Marketing aber selten beginnen sie damit.

MCV CAP Business Development
MCV CAP Business Forecast (Quelle: MCV CAP ITO Executive Summary)

Das österreichische Unternehmen MCV-CAP Beteiligung AG tritt in der internationalen Blockchain-Szene sehr laut und selbstbewusst auf. Man werde die Welt der Blockchain revolutionieren mit ihrem Produkt und nichts weniger vollbringen als die größte Crypto-Bank der Welt zu bauen – die Block Chain 4 You (BCB4Y)-Bank. Das Marktpotenzial dieser zukünftig größten Bank sieht man in 6 Milliarden Menschen weltweit. Die Begründung dafür, warum man für 6 Milliarden Menschen attraktiver sein will als alle anderen Banken, die wird nicht wirklich geliefert.

Der Umfang der angebotenen Dienstleistungen der zukünftigen BCB4U Bank ist ebenfalls das Prädikat „superlativ“ wert. Vom „Crypto-Banking“ über „Conventional Banking“, Cards, Wealth-Management, ATM’s, Cash-Back, bis hin zum Betrieb einer Crypto-Exchange ist alles dabei. Wo die vielen Experten und personellen Ressourcen herkommen sollen, wird im White Paper nicht beantwortet.

Laut Darstellung im MCV-CAP Executive Summary zum ICO soll das Unternehmen Ende 2023 rund 12 Millionen Kunden haben und stolze 11,4 Milliarden Euro wert sein. Das ist doch echte Superlative, oder?

Das Gründungsteam ist neben Egon PUTZI auch noch mit Johann WANOVITS besetzt, der laut White Paper für das Crypto-Wealth Management zuständig ist. WANOVITS war der Gründer der mittlerweile nicht mehr existenten Wiener EuroInvest Bank und wurde 2016 zu 3 Jahren Haft im Zuge des österreichischen Telekom-Skandals verurteilt. Als Advisor hat sich das MCV-CAP Team Robert SCHWERTNER („Crypto-Robby“) geholt.

Ein Cash-Back System will weltgrößte Krypto-Bank werden


Der österreichischen MCV-CAP ICO basiert auf dem ETOXX Cash-Back-System des österreichischen Unternehmers Egon PUTZI. Das Cash-Back-System soll auch eine wesentliche Rolle für die im Zuge des ICO ausgegebenen MCV Token und des BCB4U Coins spielen. Hier wird es ein wenig kompliziert mit dem ICO, rechtlich wie ablauftechnisch. Es ist nicht wirklich klar, was den Investoren im MCV-CAP ICO angeboten wird:

  • ICO und Zwischen-Token: Der auf der Ethereum-Blockchain basierte MCV Token nach dem ERC20-Standard ist nur ein „Zwischen-Token“ bis zur Ausgabe des endgültigen Tokens.
  • Errichtung Bank: Mit den Mitteln aus der Emission des MCV-Tokens soll die Errichtung der BCB4U (Block Chain Bank 4 You)-Bank finanziert samt der erforderlichen Banklizenz
  • Bank Coin nach Bank-Lizenz: Nach Erhalt der Banklizenz wird dann die BCB4U den BCB4U Coin begeben und der MCV-Token kann im Verhältnis 1:4 in den BCB4U Coin getauscht werden.

Kurz gesagt – wird der BCB4U keine Banklizenz erteilt, dann gibt es keinen BCB4U Coin und damit auch keinen Umtausch der MCV-Token. Was in dieser Situation die Token-Holder mit dem Token machen sollen, ist nach dem White Paper nicht wirklich klar.

Der zukünftige BCB4U Coin ist hingegen ein ziemlicher „Wunderwuzzi“-Token. Er soll als interne Bankwährung ebenso verwendet wie als „Loyality Coin“und auch für Kredit- und Debitkartenzahlungen. Und natürlich wird er für die Millionen Cash-Back-Zahlungen täglich eingesetzt werden, die dann täglich anfallen werden.

Vorläufiges Fazit:


Red Flag für MCV CAPEs gibt beim MCV-CAP sehr viele Fragezeichen als auch Konjunktive („wenn-dann“) und in Summe ergibt das eine rote Flagge. Positiv zu vermerken ist, dass sich die handelnden Personen und der Emittent öffentlich und nachvollziehbar präsentiert. Unsicherer wird es allerdings bei den Aussagen zur „zukünftigen BCB4U Bank“. Da haben wir keine Details gefunden und nachdem die ICO Funds dafür verwendet werden sollen, wären hier mehr Details angebracht.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob irgendeine Finanzaufsichtsbehörde in irgendeiner Jurisdiktion der BCB4U eine Banklizenz erteilt. Selbst für den Fall, dass man mit einer bereits bestehenden Bank kooperiert und unter deren Lizenzdach zu schlüpfen plant, ist nicht sicher, dass eine Finanzmarktaufsicht das genehmigt. Auch beschreibt das White Paper das Verhältnis zwischen der MCV-CAP Beteiligung AG und der zukünftigen BCB4U Bank eher vage in dem es heißt: „MCV-CAP wird einer der Gründungsmitglieder der BCB4U Bank sein“. Wer sind die anderen Gründungsmitglieder? Welchen Anteil haben damit die Token- oder Coin-Besitzer?

Ein weiteres Problem sehen wir darin, dass im White Paper über weite Strecken der zukünftige „BCB4U Coin“ verkauft und angepriesen wird, der aber im Zuge des ICOs gar nicht ausgegeben wird, sondern vielleicht irgendwann in Zukunft geschaffen wird. Und auch hier werden „Superlativ-Aussagen“ angebracht, die marktschreierisch wirken:

This will make BCB4U coin the most widely used COIN in the world and increase daily demand (Quelle: MCV-CAP White Paper)

Beim MCV-Token, der im ICO begeben wird handelt es sich nach Aussagen im White Paper um einen Gutschein auf den zukünftigen BCB4U Coin. Diesen wird es aber vielleicht gar nicht geben, da bis zur Aussage noch einige „Wenn-Dann“-Beziehungen wie z.B. die Gewährung einer Banklizenz aufzulösen sind. Der MCV-Token ist also mit einem hohen spekulativen Element versehen und könnte vielleicht von der zuständigen Finanzmarktaufsicht als „Security“, also als genehmigungspflichtiges Finanzinstrument qualifiziert und damit der ICO (oder „ITO“) prospektpflichtig wird.

Was passiert, wenn keine Banklizenz erteilt wird? Was passiert, wenn das Cash-Back-System untersagt wird? Es ist bekannt, dass Kreditkartenfirmen wie VISA oder MASTERCARD den Cash-Back-Systemen nicht wirklich freundlich gesinnt sind und eventuell den Zugang zu Kredit- oder Debitkartenverträgen sperren.

Der MCV-CAP ICO oder ITO hat große Ziele und einen ambitionierten Plan. Wie bei allen großen Zielen und ambitionierten Plänen geht damit auch ein hohes Risiko einher. Und das ist beim MVC-CAP gegeben – ein hohes Chancen-Risiko-Profil.

1 Kommentar

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here