DIE SCHWEIZER FINANZMARKTAUFSICHT ERMITTELT GEGEN ENVION AG UND DEREN ICO

Update vom 27. Juli 2018, 17.00:

Per Pressemitteilung wurde von den PR-Beratern der Gründer rund um Michael LUCKOW mitgeteilt, dass die Schweizer Finanzaufsicht im Zuge der Ermittlungen das bisherige Management der ENVION AG unter Verwaltungsrat und CEO Matthias WOESTMANN durch eine Schweizer Anwaltsfirma. „Nun wird die Finanzaufsicht die Machenschaften von Woestmann untersuchen und die Wahrheit ans Licht bringen. Die FINMA kann auf unsere volle Unterstützung und Zuarbeit zählen. Wir sind froh darüber, dass nun der Sachverhalt von einer neutralen Institution aufgearbeitet wird„, so Michael LUCKOW in einer Stellungnahme.


Der nächste Schlag für die ICO-Investoren der ENVION AG (siehe unsere ENVION Akte hier). Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hat am 26. Juli 2018 mitgeteilt, dass sie in einer ersten Bestandsaufnahme Beweise gefunden hätte, die eine Untersuchungen gegen die ENVION AG wegen des Verdachts des Verstoßes gegen die Schweizer Wertpapiergesetze rechtfertigen. Konkret lautet der Vorwurf, dass die im Zuge des ICO’s angebotenen Genussrechte anleihen-ähnlich sein könnten und dieses Angebot gegen die Schweizer Finanzmarktgesetze verstoßen habe.

Tatsächlich hat ENVION gemeinsam mit ihren Rechtsvertretern eine komplexe ICO-Struktur gewählt. Die ENVION AG ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Baar. Der ICO war als nachrangiges Genussrecht nach deutschem Recht strukturiert. Die Zeichner von EVN Tokens haben tatsächlich ein Genussrecht erworben, das ihnen über die ausgegebenen EVN Token einen Anteil am Gewinn aus dem Krypto-Mining verbrieft hat. Insofern fällt die ENVION AG bzw. der durchgeführte ICO sowohl in den Regelungsbereich der FINMA aber auch der deutschen Finanzmarktaufsichtsbehörde BaFin. Es ist nach dem Verständnis der von uns befragten Kapitalmarktexperten überhaupt kein Zweifel, dass die EVN Token als Wertpapiere (Security Token) zu qualifizieren sind.

Die beiden Gründerteams rund um Michael LUCKOW und die TRADO GmbH einerseits und dem ENVION CEO Matthias WOESTMANN und seine QUADRAT CAPITAL GmbH andererseits liegen seit Monaten in einem Rechtsstreit der vor einem Gericht in Berlin verhandelt wird. Offensichtlich hat WOESTMANN mit Unterstützung von Thomas VAN AULEN und dessen Frau Jutta VON FALKENHAUSEN versucht im Wege einer feindlichen Übernahme die Mehrheit der Aktien der ENVION AG unter seiner Kontrolle zu bekommen. Konkret hat WOESTMANN eine Kapitalerhöhung in der ENVION AG durchgeführt und damit die Gründer rund um Michael LUCKOW dramatisch verwässert und die Kontrolle über die ENVION AG entzogen.

Ein Berliner Gericht hat im Juni 2018 festgestellt, dass die gesellschartsrechtlichen Aktinen von WOESTMANN offenbar nicht rechtskonform waren und er daher bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils nicht über die Aktien der ENVION AG bzw. über das Vermögen der ENVION AG verfügen darf (Details hier am Blog des TRADO-Gründerteams). Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils können aber noch Monate vergehen. Bis dahin muss man die ENVION als unternehmerischen Zombie bezeichnen, der nicht die den ICO-Investoren zugesagten Krypto-Mining-Aktivitäten durchführt.

Mit der nunmehr eingeleiteten Untersuchung der FINMA werden die ENVION und ihre ICO-Investoren weiter belastet. Es ist zu erwarten, dass auch die deutsche BaFin entsprechende Untersuchungen wegen möglicher Verletzungen deutscher Finanzmarktgesetze aufnimmt. Die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat in einer aufsehenerregenden Entscheidung festgestellt, dass Krypto-Mining-Systeme wie jenes der ENVION AG als Alternativer Investment Fund (AIF) werden sind und deren Betrieb eine Konzession bzw. Erlaubnis benötigt. Folgt die BaFin dieser Ansicht, dann würde das bedeuten, dass die ENVION AG entweder den Geschäftsbetrieb schließen muss oder eine Erlaubnis der BaFin benötigt.

In jedem Fall solle man als ICO-Investor der ENVION mit dem schlechtesten (worst-case) Szenario rechnen. Es scheint nicht wahrscheinlich, dass das Unternehmen in absehbarer Zeit den ordentlichen Geschäftsbetrieb aufnimmt und die zugesagten Gewinne für die EVN-Token-Besitzer erwirtschaftet. In diesem worst-case Szenario werden die EVN Token keine Werthaltigkeit entwickeln können.

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