LYONESS UND DER MLM-LEADER JULIAN HOSP IN DER WELT DER BLOCKCHAINS UND ICO’S

Plötzlich war der Blockchain-Experte da!


Julian HOSP in seinen MLM-Zeiten
Julian HOSP in seinen MLM-Zeiten auf der Bühne (Quelle: Quora).

Der Österreicher Julian HOSP (oder Dr. Julian HOSP wie er sich selbst gerne bezeichnet) hat mit Sicherheit die europäische ICO-Entwicklungen in der Krypto-Szene seit 2017 geprägt. Dabei brachte er extensive Erfahrung aus dem MLM-Bereich als Teamleader des österreichischen LYONESS-Systems mit.

Das 2015  in Singapur vom Österreicher Toby HÖNISCH als OneBit gegründet und im März 2017 in TenX umbenannte Startup hat im Juni 2017 in seinem ICO binnen weniger Minuten 245,834 ETH von rund 4.000 Investoren eingesammelt, was damals umgerechnet knapp US$ 80 Millionen waren. Der erfolgreiche ICO hat maßgeblich zum Entstehen des ICO-Hypes beigetragen und die „Marke HOSP“ in der Krypto-Szene schlagartig bekannt gemacht.

Julian HOSP dürfte bei der Gründung der OneBit noch nicht dabeigewesen sein, sondern erst später. In einem Facebook-Posting im November 2016 schreibt Julian HOSP noch über die Firma OneBit, die von einem Blockchain-Experten gegründet wurde den er zu einem seiner Events eingeladen hatte. Im 7. Mai 2017 interviewt er den OneBit-Gründer Toby HÖNISCH noch in seinem KryptoPodcast, auch hier war keine Rede davon, dass DR. HOSP Mitgründer von OneBit (wurde in TenX umbenannt) sei.

Julian Hosp, OneBit and TenX with Lyoness
Julian Hosp als Team Leader LYONESS und Co-Founder TenX
Julian Hosp Logo
Das „Julian Hosp“ Logo

Auf seiner Webseite www.julianhosp.com verkauft sich Dr. Julian HOSP als „der Blockchain Experte“ und Co-Founder von TenX und tritt als solcher regelmäßig bei ICO Veranstaltungen, in TV-Shows und Videos auf. Dr. Julian HOSP weiß sich zu inszenieren. Als Motivationstrainer und Leutefänger hat er tatsächlich unglaubliches Talent. Darüber hinaus verfügt er über die „politische“ Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in einfachen Erklärungen darzubieten.

Das ist der eigentliche Beruf des Julian HOSP – die Vermarktung seiner Person. Und er ist exzellent in seinem Job. Dafür gebührt ihm aufrichtiges Lob.

Das MLM-Vorleben bei LYONESS


Julian HOSP hat ein seinen Talenten entsprechendes Vorleben, das er gerne verschweigt. Blockchains und Kryptowährungen sind nur die derzeitige Station seines Wirkens. Davor war er nach eigener Auskunft 5 Jahre im Bereich „digitaler Loyalitätsprogramme“ tätig wie er in den seltenen Stellungnahmen dazu bemerkt.

Tatsächlich war oder ist Julian HOSP eine der Schlüsselpersonen des österreichischen LYONESS-Systems, das in manchen Ländern von den Gerichten als Pyramiden- und Ponzi-System klassifiziert ist. Zuletzt hat das ein Gericht in der Schweiz festgestellt. LYONESS ist tatsächlich mit einer Vielzahl von Strafanzeigen und Rechtsstreitigkeiten konfrontiert und muss sich laufend gegen Behörden und lästige Investoren wehren. In Österreich wirft man LYONESS und seinem Gründer Hubert FREIDL auch vor, dass der Verkauf von LYONESS-Mitgliedschaften genehmigungspflichtig wäre und daher ein Kapitalmarktprospekt erforderlich wäre. Ein diesbezügliches Strafverfahren ist noch immer im Gange.

Julian Hosp und sein LebenslaufJulian HOSP war in der Zeit zwischen 2011 und 2016 als der LYONESS-Mann für Asien tätig. Nach eigener Darstellung in einem alten Lebenslauf (download hier) hat er dabei eine Gruppe von mehr als 25.000 LYONESS-Mitgliedern aufgebaut, die ihm als sogenannten Level 5-Manager ein 6-stelliges jährliches Einkommen brachten. HOSP ist daher ein großer Fan von Netzwerk-Marketing und MLM-Systemen wie er selber bekennt. Diese Jahre als MLM Teamleader bei LYONESS verschweigt HOSP in seinen öffentlichen Darstellungen wie bespielsweise hier in seiner sonst sehr ausführlichen Darlegungen seines Lebens.

Julian HOSP hat im LYONESS-System seine deutlichen Spuren hinterlassen. Als legendär gilt beispielsweise sein Vortrag „Get Rich in Network Marketing“ (mittlerweile gelöscht) oder seine Anleitung über „Elevator-Pitch“, Terminorganisation und Gesprächsführung (hier zu finden) wobei er darauf hinweist, dass die Wahrheit dabei keine Priorität hat, sondern nur das Ziel hat Geld und Menschen zu akquirieren. Auf LinkedIn finden sich in alten Postings noch einige Beiträge von HOSP zum Thema MLM und Netzwerk-Marketing.

HOSP hat in den Jahren zwischen 2011 bis 2016 alle möglichen Online-Kanäle genutzt, um für sich und seine MLM-Idee rund um LYONESS Promotion zu machen, hier beispielweise seine Anleitungen auf Quora, die lesenswert sind.

Die Bereinigung des Lebenslaufes einer öffentlichen Person


Interessanterweise hat Julian HOSP mit seinem Einstieg in die TenX und in die Szene der Blockchains und Kryptowährungen seinen Lebenslauf bereinigt und weitgehend von MLM und Lyoness „gesäubert“. Weder in seinem Profil auf LinkedIn noch auf den meisten anderen seiner vielen Seiten findet man Hinweise auf die jahrelange und ebenfalls sehr erfolgreiche Tätigkeit für LYONESS. Die Videos aus seinem Youtube-Kanal LYONESS & LYCONET JULIAN HOSP hat er ebenso gelöscht wie den Kanal selbst.

Julian Hosp unter den Top Leadern bei Lyoness
Julian HOSP unter den Top Leadern beim österreichischen MLM-System LYONESS (Quelle: Strafakt der WKSTO)

Es wurde uns auf Nachfrage bei hochrangigen LYONESS Managern (Level 6 und Level 7) bestätigt, dass Julian HOSP für das System erfolgreich tätig war. Über die Gründe des Ausscheidens bzw. Zeitpunkt und Gründe seines Wechsels zu TenX (?) wird aber konsequent geschwiegen. Unter der Hand und „off the records“ wird einem berichtet, dass LYONESS die TenX und Julian HOSP zumindest wohlwollend unterstützt hat.

Wir haben teilweise Einsicht in die Strafakten rund um LYONESS gehabt. In diesen fand sich auch eine Liste mit den wichtigsten Leadern des Systems und Julian HOSP wurde als einer von ihnen geführt (siehe Bild links).

OneBit, TenX und LYONESS


Jedenfalls gilt es bei diesen LYONESS-Leuten als Fakt, dass HOSP sein LYNOESS-Netzwerk mit mehr als 25.000 Mitgliedern für die Zwecke des TenX ICO eingespannt hat. Das ist per se nicht anrüchig und würde auch den plötzlichen Erfolg von TenX erklären, das noch ein paar Wochen zuvor nicht von einem ICO gesprochen hat. Bis zum ICO von TenX war Julian HOSP in der international Blockchain-Szene nicht aufgefallen. Sein Durchbruch kam mit TenX und den verdankt das Unternehmen offenbar der Vergangenheit von Julian HOSP als MLM-Manager bei LYONESS.

Seit dem Ausschluss von WaveCrest aus dem VISA-Netzwerk hat TenX das Herzstück seines Geschäftsmodells verloren – die Krypto-Debitkarte. Damit teilt die TenX ein weiteres Schicksal mit LYONESS – auch diesem hat MasterCard 2016 die Nutzung einer LYONESS MasterCard untersagt. Erfahrungen mit diesen Kredit- und Debitkarten hat Julian HOSP aus seiner Tätigkeit für LYONESS also gehabt als er zur TenX stieß.

Nachdem VISA WaveCrest und damit einen Großteil der Krypto-Szene aus seinem Netzwerk ausgeschlossen und die Nutzung seiner Debitkarte verboten hat, wurde das Geschäftsmodell von TenX adaptiert. Eigentlich wäre das TenX-System als Cash-Back- und blockchain-basiertes Loyalitätsprogramm zu verstehen, so die neuen Erklärungen. Damit wäre eine TenX-Karte eigentlich auch eine Cash-Back-Karte nach dem Vorbild von LYONESS. In den diversen Foren und auf Reddit ist das auch schon einigen TenX-Beobachtern aufgefallen. Das ist per se ebenfalls nichts Negatives.

Das Problem einer öffentlichen Person


Julian HOSP bezeichnet sich auf Facebook selbst als „public figure“, also eine öffentliche Person die über zahlreiche Kommunikationskanäle ihr berufliches und privates Wirken der Öffentlichkeit mitteilt. Damit darf man auch öffentlich Kritik üben. Als öffentliche Person hat Julian HOSP viele Vorteile für sich und seine TenX holen können und damit auch viel Geld gemacht.

Nicht nur im TenX ICO haben rund 4.000 Investoren Geld abgeliefert. Auch mit seinen Vorträgen und Veranstaltungen verdient Julian HOSP schönes Geld. Das sei ihm vergönnt und verdient er such auch. Und er erhält, wie er im Video oben freimütig berichtet, offenbar noch immer die 6-stelligen Schecks von LYONESS. Loyalität zahlt sich eben aus.

Jedenfalls ist der Lebenslauf des 32.jährigen Julian HOSP nicht vollständig und offensichtlich bereinigt um ein paar essentielle Details, die doch die Hälfte seines beruflichen Lebens umfassen. Auch ist eine  konsequente Beseitigung seiner Spuren der Tätigkeit für LYONESS feststellbar. In diesem Zusammenhang wäre man versucht in der Trump’schen Diktion von „Fake CV“ und „Alternativen Fakten“ zu sprechen.

Da stellt sich sogar ein wohlwollender Betrachter die Frage nach dem „Warum“. Waren es die vielen rechtlichen Probleme und Anzeigen die Dr. HOSP dazu bewogen? Jemand, der sich so in die Öffentlichkeit drängt wie Julian HOSP, jemand der so konsequent gegen vemeintliche Abzocker in der Krypto-Szene auftritt, kann sich so eine unehrliche Vorgangsweise nicht leisten. Das muss eine Glaubwürdigkeit belasten. Wie kann ein Mensch, der als Motivationstrainer tätig ist und seinen Anhängern und Kunden predigt, an sich und ihre Projekte zu glauben, wie kann ein solcher Mensch 5 Jahre seines eigenen Wirkens einfach unerklärt löschen?

Angesichts der Vermutungen und Fakten können wir berechtigt die Hypothese aufstellen, dass hinter TenX das MLM-System LYONESS und/oder einige seiner Mitglieder stehen könnten. Zweifellos war (oder ist) Julian HOSP ein hochrangiger LYONESS-Leader mit 25.000 MLM-Investoren in seiner „Downline“. Damit wäre TenX das erste Krypto-MLM gewesen. Und das stellt die Frage, ob und gegebenenfalls welche Rolle LYONESS dabei spielt? Interessant ist es jedenfalls.

17 Kommentare

  1. interessanter Artikel! Ist das jetzt guter investigativer Journalismus oder eher klassisches Bashing? Niemand darf als schuldig bezeichnet werden solange nicht seine Schuld bewiesen ist. Zumal wer hat heutzutage denn noch nicht sein CV gepimped???

    • Also spätestens wenn Geld von einem Dritten genommen wird, sollte sowohl ethisch als auch (zivil und straf)rechtlich kein CV mehr „gepimped“ sein. Auch sonst finden wir die Einstellung, das ja ohnehin alle CVs „gepimped“ sind interessant.

      • Ich finde interessant wie man annehmen kann dass nicht viele Menschen ihren CV pimpen.
        „der Aurel“ (eurer Schreibweise anpassend) hat sicher noch nie in seinem Leben etwas gemacht was nicht so gut ankommt.
        Weil man in der Vergangengheit, etwas gemacht hat was vllt. nicht das beste war, bedeutet nicht zwangsläufig, dass man in der Zukunft etwas Gleichwertiges macht.

        Zur Info, alles was hier erzählt wurde weiß man bereits, denn er selbst hat es in seien Videos usw. des öftern erwähnt.
        Also ist die Behauptung er verschweigt etwas, definitiv Falsch, und somit eher als Bashing zu einzuordnen.

        • Wir hatten ein persönliches Gespräch mit Julian Hosp und da hat er uns erzählt das es Jahre an Vorbereitung für den erfolgreichen ICO der TenX gebraucht hat. Er hat uns auf Nachfrage was er alles gemacht hat in seinem Leben im persönlichen Gespräch Lügen erzählt. und gefakte Lebensläufe kann man erstellen für private Zwecke aber sobald man Geld von Dritten nimmt, hat man rechtlich die Verpflichtung die Wahrheit zu sagen, ansonsten muss man eben mit den Konsequenzen leben. Wir geben im übrigen kein Urteil darüber ob, wir zeigen nur auf das da offensichtlich in den TenX-ICO Unterlagen aber auch im Linkedin Profil von Julian Hosp etwas fehlt.

          • Es darf schwer daran gezweigelt werden, dass ihr wirklich ein persönliches Gespräch mit Julian Hosp hattet. Ich sehe das als reine Lüge an. Wo liegt hier der Beweis. Eure Infos sind mehr als fehlerhaft. mich würde es nicht überraschen, wenn hier eine Klage von ihm/TenX kommt.

          • Hallo Matthias, doch wir haben ein persönliches Gespräch geführt mit Julian Hosp, einige Monate bevor wir mit Fintelegram gestartet haben. Ein sehr freundlichen und nettes Gespräch bei dem wir mit Julian über „sein“ Startup Tenx und über das was er bisher gemacht hat in seinem Leben gesprochen haben. Umso enttäuschter waren wir als wir die Wahrheit entdeckt haben. LG Charlene.

    • Wirklich? Wo genau denn? Aus der Stellungnahme geht genau das hervor, was wir aufgezeigt haben: dass Julian Hosp ein wichtiger Spieler im MLM-Schema von Lyoness war und darueber in der Oeffentlichkeit geschwiegen, ja diese Taetigkeit sogar verschwiegen und seinen Lebenslauf bereinigt hat. Sollte dieser Bericht war sein, dann war Hosp ja sogar noch tiefer in Lyoness involviert als von uns angenommen. Jedenfalls aber war sein Lebenslauf diesbezueglich falsch. Eine derartig wichtige Taetigkeit gerade bei einem ICO zu verschweigen ist schon sehr heftig.

      Und es stellt sich die Frage, warum Hosp nach angeblicher Aufdeckung von Geldwaesche bei Lyoness nicht offiziell aufgetreten und damit andere Investoren vor Schaden gewarnt hat?

      Wie angekuendigt bringen wir mach Pruefung der Details ein ausfuehrliches Update.

  2. Wenn Dr. Hosp so ein Wohltäter ist, warum hat er dann so ein großes Problem das seine CV über Lioness im Internet steht? Er hat selbst bei Google einen DMCA eingereicht um es aus Google gelöscht zu bekommen. Siehe folgendem Link der Google Lumen Database. Das interessanteste daran ist aber, seit wann ist Dr. Hosp in Österreich ansässig? Dann müsste er doch dort auch Steuern zahlen oder nicht?
    https://lumendatabase.org/notices/17392322

    Des weiterem scheinen ja in seinem Team die Leute tagtäglich zu wechseln… Ich konnte bei den letzten Team-Fotos bei den Events keine alten Mitglieder mehr sehen. Die Fluktuation scheint dementsprechend hoch?!

    Damit kann ich froh sein meine Bewerbung bei Herrn Hosp nicht angetreten zu haben. Hingehend einer Bewerbung von mir wurde mir erkärt es würden nur Praktikanten gesucht. 300,- € im Monat.

    Das scheint ja sehr gut für Herrn Hosp zu laufen, gute Studenten für wenig Geld und wenn diese in Vollzeit gehen sollen wirft man diese wieder zurück in den kalten Teich.

    • Vielen Dank für die Info. Uns war nicht bewußt das Julian Hosp eine Meldung gemacht hat, aber wir werden der Sache nachgehen. Wir haben den Lebenslauf aus dem Web, woher sollten wir sonst die Daten bekommen haben – von ihm privat. Na, immerhinn bestätigt er das der CV richtig ist. Das mit der Steuer stimmt, aber da hatten wir ohnehin schon den Verdacht, das das mit der Ansässigkeit in Singapur nicht so ganz einfach ist. Wir werden der Sache nachgehen.

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