Unikrn: Unzufriedener Investor zieht nach ICO vor Gericht

Offensichtlich sind es nicht nur die Betreiber von betrügerischen Token Salesprojekten, denen Ungemach drohen könnte. Wie gestern bekannt wurde, hat ein mit der Kursentwicklung des UnikornGold Tokens (UKG) unzufriedener Investor Klage in Seattle am 13. August gegen Unikrn und die Projektinitiatoren wegen Verletzung der wertpapierrechtlichen Bestimmungen eingereicht, er fordert seine Ether zurück. 

Nach den Ausführungen in der Klage soll Unikrn vorsätzlich und wissentlich die Token als „Utility Token“ beworben haben um die Bestimmungen der Wertpapiergesetze (Securities Act of 1933) zu umgehen: Unikrn sammelte zwischen September und Oktober 2017 112.720 Ether im Wert von rund 31 Millionen Dollar ein. Interessant ist der Fall auch weil Unikrn im Oktober 2017 zusätzlich 16 Millionen Dollar von akkreditierten Investoren mittels eines SAFT – Simple Agreement for Future Tokens eingeworben hat.

Class Action Unikrn
Class Action Unikrn

Die Klage gleicht interessanterweise in mehren Aspekten den Envion und Tezos Vorwürfen:

  •       der Sitz des tokenausgebenden rechtlichen Vehikels auf den Bermudas wird auch hier wieder mit dem Argument der fehlenden wirtschaftlichen Substanz bestritten (detto Envion und Tezos).
  •      ebenso wie in der Envion und der Tezos Klage wird umfangreich Bezug genommen auf die Kommunikation des Token Issuers in den sozialen Medien, Reddit, Telegram-channel usw. während des Token Sales, die einwandfrei darauf hinweisen, dass dem Token Issuer die Spekulationsabsicht der Investoren bekannt war oder sein musste.
  •    der Unikrn Kläger wirft den Projektinitiatoren auch den laufenden Verkauf der zurückbehaltenen Token vor, obwohl diese eigentlich dem „Aufbau“ und der „Pflege“ der Community hätte dienen sollen.
  •   es wird auf die wirtschaftliche Realität Bezug genommen und das „natürlich“ das Investment in den propagierten Utility Token mit Gewinnabsicht gemacht wurde und das das sowohl dem Token Issuer als auch dem Kläger bewusst war.
  •    eine Rolle in der Klage spielen analog zum Tezos Fall auch die Investoren im Pre-Sale, die offensichtlich in der Folge bewußt und manipulativ den MainSale unterstützt haben.

Insgesamt beeindruckend wie offensichtlich und klar es doch jetzt für den Kläger und seine argumentierenden Anwälte ist, dass es sich beim Sale des „Utility Tokens“ UKG um ein Investment gehandelt hätte und die Token Issuer ein Wertpapierprospekt erstellen hätten müssen. Vertreten wird Unikrn übrigens im Prozess von Perkins Coie – eine prominente US-Rechtsanwaltskanzlei, die in der ICO-Szene vor allem durch die „Erfindung“ des SAFT bekannt wurde. Offensichtlich dürfte die Preisentwicklung des UKG (per dato bei 0,04 USD) nicht den Erwartungen des Klägers entsprochen haben und damit will er zumindest seinen Ether zurück.

Chart für UKG
Chart für UKG

Da die Kurssituation bei vielen der Tokens sehr ähnlich ist, ist davon auszugehen, das in den nächsten Monaten diese Klage sehr oft als Vorlage für sehr ähnliche Argumentationen sein werden.

 

 

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