VELTYCO – DIE DEUTSCHE GAMING- UND CRYPTO-MASCHINE IN LONDON

Lenhoff and Veltyco
Uwe LENHOHH

Die Deutschen in London


Die börsenntierte englische Gesellschaft VELTYCO ist ein auf Gaming, Gambling und Sportwetten spezialisiertes Marketingunternehmen, das sich zuletzt dem Bereich Crypto verschrieben hat. Eine entsprechende Ankündigung, sich im Blockchain-und Cryptocurrency-Bereich engagieren zu wollen hatte im Dezember 2017 den Kurs der VELTYCO-Aktien explodieren lassen.

VELTYCO ist im Grunde ein deutsches Spiel, das von dem Deutschen Uwe LENHOFF koordiniert wird. Bis vor kurzem war LENHOFF auch im Vorstand des Unternehmens, zog sich jedoch im Zuge einer Umstruktierung zurück und ist jetzt „nur mehr der wichtigste Aktionär“ und der Business Developer der VELTYCO. Die Projekte, die Uwe LENHFF für die VELTYCO entwickelt sind größtenteils in Deutschland oder Österreich angesiedelt und werden dann über Offshore-Gesellschaften entwickelt. So beispielsweise die Übernahme der Mehrheit an der Kölner Sportwettenfirma Bet90 rund um Ingo SAAGER, einen langjährigen Weggefährten LENHOFF’s.

Die In-Sich-Geschäfte der VELTYCO


Vor einigen Tagen hat VELTYCO die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2017 veröffentlicht und dabei treten wirklich interessante Fakten zutage, die ein wenig den Schleier über den Geschäftspraktiken lüften.

Zwar verkündet das Unternehmen eine Explosion bei Umsatz und Gewinn muss aber gleichzeitig auch bekanntgeben, dass seine Forderungen (trade receiveable) ebenso explosionsartig angestiegen sind:

  • Umsatz: von € 6,1 Mio auf € 16,2 Mio (+10,1 Mio)
  • Nettogewinn: von € 1,6 Mio auf € 7,5 Mio (+5,9 Mio)
  • Aussenstände: von € 2,6 Mio auf € 11,8 Mio (+9,2 Mio)

Der Anstieg der Außenstände des Unternehmens ist also fast so hoch wie der Umsatzanstieg. Interessant, oder? Noch interessanter ist, dass ein Großteil der offenen Forderungen gegen über der Firma ALTAIR ENTERTAINMENT N.V. besteht, nämlich gleich EUR 10,7 Millionen. Diese ALTAIR ENTERTAINMENT N.V. wiederum gehört wirtschaftlich zu Uwe LENHOFF, der im Geschäftsjahre 2017 nicht nur der Hauptaktionär von VELTYCO war, sondern auch Vorstand.

Die ALTAIR wiederum ist eine Art lizenzierter Gaming-Hub, der anderen Webseiten die Lizenz und Marketingleistungen zur Verfügung stellt. Viele dieser anderen Webseiten wie KULBET gehören ebenfalls zum LENHOFF-Imperium.

Uwe Lenhoff - the main shareholder of VELTYCO
Uwe LENHOFF – Hauptaktionär der Veltyco

Fazit: offenbar hat die VELTYCO den Umsatz- und Gewinnanstieg den Geschäften mit verbundenen Unternehmen zu verdanken, also Geschäften mit Aktionären, Vorständen und sonstigen verbundenen Personen. Dabei wurden fleissig Rechnungen gestellt und damit Umsatz generiert aber die Rechnungen wurden nicht bezahlt, sondern waren per Jahresende bespielsweise gegenüber der ALTAIR mit eben 10,7 Mio Euro offen. Der Gewinnanstieg ist somit ein Potemkinsches Dorf, ein Spiel der VELTYCO mit Firmen, die seinen eigenen Aktionären und Vorstandsmitgliedern zuzurechnen sind. Die Öffentlichkeit wird dabei in die Irre geführt. VELTYCO hat in letzten Jahren unter Führung des alten Vorstandes rund um Uwe LENHOFF die wirtschaftlichen Eigentümer der diversen Geschäftspartner nie offen gelegt.

Der Wirtschaftsprüfer der VELTYCO haben konsequenterweise auch materielle Bedenken über den Fortbestand des Unternehmens geäußert wegen der hohen Aussenstände des Unternehmens. Berechtigt möglicherweise, denn ALTAIR & Co verfügen weder über Webseiten noch über Büros, sondern funktionieren über Treuhänder.

Finanzielle Schieflage und Restrukturierung


Diese Vorgangsweise hat das Unternehmen offenbar in die finanzielle Shieflage gebracht. Im Geschäftsbericht wird erklärt, dasss das Unternehmen Probleme mit den Banken hatte und seine Bankverbindungen restrukturieren musste. Ebenso war man gezwungen, im März 2018, den Vorstand zu restrukturieren und mit der US-Amerikanerin Melissa BLAU einen neuen CEO zu holen.

Melissa BLAU VELTYCO CEO
Melissa BLAU – CEO VELTYCO Group PLC

Uwe LENHOFF musste den Vorstand verlassen. Unter der Führung von Melissa BLAU versucht VELTYCO offenbar seine Forderungen gegenüber den Firmen von Uwe LENHOFF einzutreiben. Und da gibt es neben der ALTAIR noch einige andere wie die PAYIFIC Ltd oder die Winslet Enterprises Ltd. Bis Anfang Juni 2018, so der Geschäftsbericht, wurde durch die Übernahme von Firmen und Assets aus dem LENHOFF-Geflecht gegen Aufrechnung der LENHOFF-Verbindlichkeiten eine Reduzierung der offenen Forderungen gegenüber der ALTAIR auf EUR 3,4 Mio erreicht.

Der Cash Flow von VELYTCO war 2017 stark negativ. Insgesamt musste man einen negativen Cash Flow von EUR 3,6 Millionen verzeichnen, der nur durch Kapitalerhöhungen gegen Ausgabe neuer Aktien und einem Darlehen finanziert werden musste. Sonst wäre VELTYCO pleite gewesen, weil die LENHOFF-Gruppe ihre Schulden bei der VELTYCO nicht bezahlen konnte oder wollte. So sieht es aus, bei der VELTYCO und bei LENHOFF.

Laut Bericht des Vorstandes ist man jetzt zuversichtlich, dass man diese Situation bewältigen und die restlichen Außenstände eintreiben kann. Dies scheint nach den Ausführungen im Geschäftsbericht nicht immer so gewesen sein. Die Probleme mit den Banken und die hohen Außenstände von verbundenen Unternehmen dürften massive Probleme bereitet haben.

Erstmalige Dividende


Es ist angesichts dieser Fakten interessant, dass die VELTYCO eine großzügige Dividende von 0,25 pence pro Aktie ausschütten will. Wir haben mit einigen Aktionären der VELTYCO gesprochen und dürfen berichten, dass diese nicht begeistert sind von der Art und Weise wie VELTYCO und die LENHOFF-Gruppe die Geschäfte abwickeln.

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