Achtung: Die russische ICO-Plattform ICOadmin und deren Verbindungen

ICOadmin mit Vladislav SMIRNOV

Der ICO-Hype ist Geschichte. Die rauschende 2017er Token-Party ist vorbei, die Scherben liegen noch da. Die Putztrupps der Finanzmarktaufsichtsbehörden und Ermittlungsbehörden räumen derzeit den Müll weg. Unterstützt von Rechtsvertretern enttäuschter Investoren wie im Falle des deutschen ENVION-Projektes. Je nach Schätzung wurden in den ICOs bisher mehr als 30 Milliarden Dollar von Kleinanlegern auf der ganzen Welt eingesammelt. Das meiste davon nicht in Übereinstimmung mit den geltenden Kapitalmarktregelungen, da die meisten ausgegebenen Token als Security Token zu qualifizieren und eine entsprechende Genehmigung erfordert hätten.


ICO-Plattformen als neue Investmentbanken

Gegen Ende des ICO-Hypes sind diverse ICO-Plattformen entstanden, die den ICO-Betreibern mit Dienstleistungen und Zugang zu Investoren helfen wollten, ihre jeweiligen Token zu vermarkten. Die angebotenen Leistungen sind als bankenähnliche Aktivitäten zu qualifizieren, die in den meisten Ländern eine entsprechende Konzession durch die zuständige Finanzmarktaufsichtsbehörde erfordern würden. Im wesentlichen agierten diese ICO-Plattformen wie Krypto-Investmentbanken, vermittelten Finanzierungen und platzierten die Token bei den Investoren. Im Bereich der Unternehmensfinanzierung war und ist die Emission von Wertpapieren – Aktien oder Anleihen – ein lukratives Geschäft für die involvierten Investmentbanken.

Die ICO-Plattformen wie die russische ICOadmin (www.icoadm.in) oder die in der Ukraine sitzende COINadmin (www.coinadmin.com) sind 2017 entstanden und bieten rund um die Platzierung von Token die ganze Bandbreite von Investmentservices an – von der Rechtsberatung über eine Bounty Plattform bis zum Investor-Dashboard. Interessanterweise führen sowohl ICOadmin wie auch COINadmin in ihrer Referenzliste die gleichen Projekte

  • CrowdWiz
  • Patron
  • London Football Exchange
  • PayPerBlock
  • Bountie
  • etc

Wie kommt das? Die Recherchen der FinTelegram haben diesbezüglich interessante Fakten zutage gefördert.

Russische Hacker und Israelischer Cybercrime

Hinter der ICOadmin soll niemand Geringerer als der berüchtigte russische Hacker und Spammer Vladislav SMIRNOV (vormals als Vladislav KHOKHOLKOV bekannt) stehen. Vladislav SMIRNOV gilt als Partner des in den USA wegen des bisher größten Hacks in der Geschichte der US-Finanzindustrie angeklagten Gery SHALON (siehe Presseaussendung des U.S. Justizministeriums). SHALON werden in der U.S. Anklage 23 Punkte vorgeworfen die in Summe mit mehr als 200 Jahren Gefängnis bestraft sind.

Unter den angeklagten Punkten ist der Hack von 8 US-Finanzinstituten und der Diebstahl von 100 Millionen Kundendaten. Mit diesen gestohlenen Kundendaten sollen SHALON und seine Mittäter Pump-and-Dump-Transaktionen mit einer Reihe von Penny Stocks begangen haben. Weiters wird SHALON vorgeworfen, illegale Bezahl-Plattformen für kriminelle Aktivitäten betrieben zu haben und der wirtschaftliche Eigentümer der illegalen Krypto-Börse Coin.mx gewesen zu sein. Über diese illegalen Bezahl-Plattformen sollen SHALON und seine Mittäter Geldwäsche im großen Stil betrieben haben.

Fakt ist, dass die ICOadmin von der russichen KRYPTON MOSCOW LLC betrieben wird mit Sitz in Moskau. Die KRYPTON MOSCOW wiederum führt auf ihrer Webseite die ukrainische KRYPTON CAPITAL als Partner.

Seltsame Vorgänge rund um den ICO von GLADIUS NETWORK

Vladislav SMIRNOV ist der langjährige Partner von Gery SHALON und  Betreiber einiger fragwürdiger Unternehmungen. Gemeinsam sind sie in die dubiosen Vorgänge rund um den ICO des US-Startups GLADIUS NETWORK involviert und behaupten, Investoren dieses Unternehmens zu sein. Die Gründer von GLADIUS NETWORK haben letztlich Klage eingereicht gegen diese Investoren, weil sie sich von den mehr als seltsamen Vorgänge bedroht fühlten. FinTelegram liegen sowohl die Klage der GLADIUS wie auch die Stellungnahmen der Betroffenen vor – mit Ausnahme jener von Gery SHALON und Vladislav SMIRNOV. Entsprechend dieser Informationen sollen sich Gery SHALON und Vladislav SMIRNOV illegal Tokens aus dem GLADIUS ICO einbehalten haben.

Nun stellt sich heraus, dass ICOadmin den wirtschaftlichen Eigentümern Vladislav SMIRNOV und Gery SHALON zuzurechnen ist. Dabei soll es nicht nur beim ICO von GLADIUS NETWORK dubiose Vorgänge gegeben haben. Auch bei anderen ICOs soll sich ICOadm.in illegal Token einbehalten und Gelder nicht an ihre Klienten ausbezahlt haben. Unser Recherche-Team arbeitet derzeit an den weiteren Details.

ICOadmin Sabir MADEEV
ICOadmin Sabir MAGDEEV

Wir haben den CEO von ICOadmin, Sabir MAGDEEV, mehrfach um Stellungnahme gebeten aber bisher keine Antwort erhalten. Wir raten jedenfalls allen Emittenten von Token und Investoren zur Vorsicht mit ICOadmin. Derzeit sind einfach zu viele rote Flaggen rund um das Projekt und die handelnden Personen.

Ein Nachsatz: der von den ENVION-Akteuren angestrebte aber letztlich gescheiterte ICO der deutschen RISE ECO wurde ebenfalls über die ICOadmin vermarktet.

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