BAFIN, BKA UND LKAs WARNEN VOR ABZOCKEREI MIT ONLINE TRADING PLATTFORMEN

BaFin und BKA warnen vor Online Abzockern

Auch den deutschen Behörden dürfte jetzt die vor sich gehende Abzocke von Kleininvestoren doch zuviel werden. Am 4. Dezember 2018 gaben die BaFin, das BKA und die Landeskriminalämter Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen-Anhalt, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen eine gemeinsame Warnmeldung vor Onlineanbietern von binären Optionen auf Rohstoffen, Aktien, Währungen (FOREX) und Kryptowährungen heraus.


Die unzähligen Schadensmeldungen und Strafanzeigen von betrogenen Kleinanlegern, die auf den Polizeistationen und Landeskriminalämtern Deutschlands eingehen, dürften nun endlich zu einer Reaktion der Behörden geführt haben. FinTelegram hat seit Monaten auf die Scams im Online Trading hingewiesen wie beispielsweise SafeMarkets oder Option888. Aus Sicht von FinTelegram waren die deutschen Behörden bisher viel zu nachsichtig und geduldig mit diesen Scams und den Leuten dahinter.

In der Pressemeldung des deutschen BKA wird die betrügerische Vorgangsweise der Onlineanbieter im Detail beschrieben. Das Versprechen hoher Gewinne, die einfache Bedienbarkeit der Systeme, die scheinbar persönliche Beratung durch qualifizierte Kundenbetreuer, das professionelle Verzögern der Geldauszahlungen und der darauf folgende Abbruch der Geschäftsbeziehung (bzw. die Nichterreichbarkeit des Onlineanbieters), all das haben wir schon in zahlreichen Beiträgen im Detail beschrieben. Wie in diesem Artikel hier dargestellt, ist ein Großteil der Anbieter dieser Systeme in Israel bzw zwischenzeitlich auch in Osteuropa zu finden.

Der einzige Punkt, indem wir der BaFin in ihrer Warnmeldung nicht zustimmen ist, dass es sich um eine neue Masche von Betrügern handelt. Das entspricht nicht der Realität. Diese Art von Betrügereien hat seit der Finanzkrise 2007/2008 in ganz Europa drastisch zugenommen und zu immensen Schäden bei Kleininvestoren geführt. FinTelegram ist Mitglied einer internationalen Task Force zur Bekämpfung der Scams im Online Trading-Bereich und hat Zugang zu entsprechenden Informationen.

Die ESMA hat  auch mit 2. Juli 2018 ein EU-weites Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von binären Optionen an Privatkunden verhängt. Die ESMA war es auch, die massiven Druck auf die israelischen Behörden ausgeübt hat, gegen die binären Optionsdienstleister und die riesigen CallCenter in Israel vorzugehen (bereits im Frühjahr 2017). Die BaFin hat erst vor wenigen Tagen ein Anhörungsverfahren eröffnet zu einem entsprechenden Verbot in Deutschland, das mit Auslaufen der ESMA-Anordnung in Kraft treten soll.

Aber lieber spät als gar nicht. Was in der Meldung fehlt, ist ein Hinweis auf die gewieften SEO Marketingmaßnahmen mit denen diese betrügerischen Onlineplattformen arbeiten. Teilweise werden eigene Medienplattformen betrieben um die betrügerischen OnlineAngebote scheinbar „seriös“ zu prüfen und positiv zu bewerten. Diese binären Optionsanbieter bewegen sich ausschließlich im Web und sind technologisch bestens ausgestattet (finanziert von den Kundengeldern :)).

Aber wie gesagt, lieber spät als nie! Insofern ein Schritt in die richtige Richtung von den deutschen Behörden.

 

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