BAKKT – EIN NEUER WEG IN DEN REGULIERTEN KRYPTO-HANDEL

BAKKT Announcement on Twitter

Eine der letzten Hürden zur Verankerung von Kryptowährungen in der globalen Wirtschaft ist deren Anbindung an reguläres institutionelles (Fiat-)Geld. Bakkt könnte diese Verbindung herstellen. 

Verzweiflung an der Wall Street

Die Situation scheint tatsächlich zum Verzweifeln für die „smart old Boys“ der Wall Street. Der Krypto-Hype und die Milliarden-Kursgewinne der Jahre 2016 und 2017 sind an ihnen spurlos vorbei gezogen. Die Gewinne der Anderen sind für das Selbstverständnis der Wall Street sogar noch schmerzhafter als die entgangenen Gewinne. Sie mussten als bloße Beobachter der Szene zusehen, wie neue Händler aus China, Russland, Süd Korea und anderen Ländern die Milliardengewinne aus dem Krypto-Geschäft einstreiften. Die fehlende Regulierung verunmöglichte ihnen den Einstieg in das spekulative Geschäft.

Seit Monaten versuchen diverse Wall Street-Firmen daher Ansätze, um die Kryptowährungen der Regulierung der SEC oder CFTC zu unterwerfen und damit institutionelle Gelder in Bitcoin & Co veranlagen zu können. Institutionelle Anleger dürfen üblicherweise nur in regulierte Wertpapiere und Assets investieren.

Bisher sind die diversen Anträge auf Zulassung eines Bitcoin ETF aber von der SEC abgeschmettert worden. Die Krypto-Märkte wäre zu anfällig für Manipulation und Betrug argumentierte die Aufsichtsbehörde. Zuletzt war auch der überarbeitete Antrag auf Zulassung eines Bitcoin ETF’s durch die WINKLEVOSS-Brüder und neun weitere Anträge von Wall Street-Firmen abgelehnt worden. Die SEC ist der Meinung, dass die Krypto-Märkte noch nicht reif sind für ETF’s. Damit heißt es weiterhin „bitte warten“ für die old boys der Wall Street.

Was man selbst nicht haben kann, das sollen auch andere nicht bekommen können. Getreu diesem Motto haben viele Wall Street-Leute daher Kryptowährungen schlecht geredet und mit dem Etikett „Blase“ versehen.

Ein neuer Ansatz alter Hasen

Einen neuen und höchst interessanten Ansatz verfolgt nun Intercontinental Exchange (ICE), Eigentümer der New York Stock Exchange (NYSE) und anderer großer Börsen. Anfang August 2018 hat ICE den Start ihres Startup BAKKT bekanntgegeben. Das gemeinsam mit Partnern wie Boston Consulting Group, Microsoft, Starbucks aufgesetzte Projekt soll eine Plattform für den geregelten Handel digitaler Assets wie Bitcoins schaffen.

The Bakkt ecosystem is expected to include federally regulated markets and warehousing along with merchant and consumer applications. Its first use cases will be for trading and conversion of Bitcoin versus fiat currencies, as Bitcoin is today the most liquid digital currency. The effort is designed to address evolving needs in the estimated $270 billion digital asset marketplace.

Das Ziel von BAKKT ist es, eine effiziente und aufsichtsrechtlich regulierte Transktionsumgebung für den Einsatz und Handel von Bitcoins zu schaffen. Damit sollen in Zukunft Kunden bei Starbucks mit ihrer Bitcoin Wallet anstatt mit Kredit- oder Debitkarte bezahlen können. Mit BAKKT würde aber auch endlich jene von der SEC verlangte geregelte Marktumgebung für die ETF’s und die Wall Street geschaffen werden.

Das Projekt ist vom ICE CEO Jeff Sprecher und seiner Frau Kelly Loeffler erdacht worden, schreibt Fortune. Letztere soll auch CEO von BAKKT werden. Jeff gilt als Visionär des Finanzbereiches, der gemeinsam mit seiner Frau Kelly bereits einige Innovationen umgesetzt hat. Die beiden sind Schwergewichte in der internationalen Finanzwelt und haben entsprechenden Einfluss auf das Establishment.

Starten will BAKKT mit einem Bitcoin Future der, anders als die bestehenden Bitcoin Futures des Mitbewerbers Cboe, auch in Bitcoin abgerechnet wird.

Intercontinental Exchange’s U.S.-based futures exchange and clearing house plan to launch a 1-day physically delivered Bitcoin contract along with physical warehousing in November 2018, subject to CFTC review and approval.

Die von Cboe letztes Jahr herausgebrachten Bitcoin Futures werden hingegen mit Dollar abgerechnet was für Händler deutlich umständlicher ist. Mit den Bitcoin Futures von BAKKT kann die Preisdifferenz beim Auslaufen des Futures mit Bitcoins beglichen werden anstatt mit Dollar. Das soll das Leben für Krypto-Händler deutlich einfacher machen, erspart man sich doch die Transaktionen zwischen Bitcoin und FIAT. Besitzer von Bitcoins können somit direkt ohne den FIAT-Umweg mit den Futures arbeiten. Die Händler sind angetan von diesem Ansatz.

Die Umsetzung dieser „physically-delivered“ Bitcoin Futures benötigt auch eine entsprechend sichere Infrastruktur, um die Speicherung der Bitcoins und die Wallet-Transaktionenen sicher und manipulationsfrei gewährleisten zu können. BAKKT hat angekündigt, gemeinsam mit seinem Partner Microsoft an einer derartigen Transaktionsumgebung zu arbeiten. Angeblich wurde das BAKKT-Projekt bereits seit 18 Monaten im „Stealth Mode“ gearbeitet. Es fehlen derzeit Details, um weiterführende Analysen durchführen zu können. Losgehen soll es mit den Bitcoin Futures im November 2018.

Interessant ist beim BAKKT jedenfalls auch die Einbindung der Privatkunden durch den derzeitigen Projektpartner Starbucks. Die Bezahlmöglichkeit mit Bitcoin Wallets würde der Kryptowährung auch im täglichen Lebensbereich zum Durchbruchverhelfen können und entsprechend zur Massenakzeptanz beitragen.

Wall Street Ante Portas

Die BAKKT-Ankündigung ist ein lediglich eine weiterer Unterstützung für unsere Hypothese, dass die Wall Street rund um die SEC den Einstieg in Krypto systematisch vorbereitet. Die vielen Ablehnung der beantragten ETF’s durch die SEC hat der Wall Street die dafür erforderliche Zeit gebracht. Es scheint somit aus unserer Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit gegeben, dass spätestens im ersten Quartal 2019 (eventuell bereits im 4. Quartal 2018) die ersten ETF’s genehmigt werden. Dies würde den Einstieg institutioneller Anleger ermöglichen und damit die dringend benötigte Liquidität in den Krypto-Markt bringen. Bis dahin haben die „smart old guys“ kein Interesse an hohen Bitcoin-Kursen.

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