Binäre Optionen-Präzedenzfall Lee Elbaz bewegt die internationale Broker-Szene und weckt Hoffnung bei Opfern

Yukom Verfahren - Boiler Room Angreifer

Die nunmehr in den U.S, durch eine Jury erfolgte Verurteilung der Israelin Lee Elbaz wegen des Betrugs mit binären Optionen wird nachhaltige Auswirkungen haben. Lee Elbaz war CEO des israelischen Boiler Room-Betreibers Yukom Communications über welche den Kunden-Opfer der Binären Optionen-Scams BinaryBook und BigOption Geld gestohlen wurde. Die Boiler Room Agenten haben die Kunden durchgängig angelogen und mit diesen Lügen das Geld bekommen. Die brutale und zynische Vorgangsweise haben die U.S. Ankläger mit vielen Details nachgewiesen. Bereits zuvor haben sich fünf Mitarbeiter der Boiler Rooms hinter BinaryBook und BigOption des Betrugs schuldig bekannt. Die internationalen Medien von Reuters bis hin zu den großen Israelischen Medien haben über die Aufsehen erregende Verurteilung berichtet.


Verfahren geht weiter

Das Verfahren wird noch weitergehen. Neben Yossi Herzog und Kobi Cohen, Aktionäre der Yukom Communications, sind angeblich noch weitere 12 Personen angeklagt. Teile der Anklage sind derzeit noch versiegelt. Lee Elbaz war also lediglich der Auftakt zur Aufarbeitung dieses Binären Optionen-Betrugs. Der Yukom-Fall ist aber auch ein Präzedenzfall für die gesamte Broker-Industrie aber auch für die Strafverfolgungsbehörden weltweit.

Es ist derzeit nicht bekannt, ob auch der wirtschaftliche Eigentümer hinter dem Boiler Room-Betreiber Numaris, Ronen Roytman, ebenfalls angeklagt wird. Nach den FinTelegram vorliegenden Unterlagen hat er massiv dazu beigetragen, dass Kunden von BinaryBook und BigOption betrogen wurden.

Gegenüber Reuters hat Barry J Pollack, der Verteidiger von Lee Elbaz, gemeint, dass die Jury die Sache nicht verstanden hätte. Elbaz würde gegen das Urteil berufen. Die Verhandlung für die Festsetzung des Strafausmaßes ist für den 9. Dezember 2019 festgesetzt. Das Maximalausmaß der Strafe für beträgt bis zu 80 Jahre Gefängnis.

Boiler Room Agenten sind die Schurken

Für viele mag es überraschend gekommen sein, dass sich die U.S. Ankläger auf die Boiler Room und die Boiler Room Agenten fokussieren und nicht zuerst auf die Betreiber der Webseiten von BinaryBook oder BigOption. Tatsächlich war das für jeden interessierten Beobachter und Branchenkenner verständlich. Die Betreiber der einzelnen Brands wechseln häufig. Brands wie BinaryBook, BigOption, XTraderFX, SafeMarkets etc. werden oft nur kurze Zeit betrieben bevor eine neue Brand aufgemacht wird. Die offiziellen Betreiber der Webseiten sind meistens sogenannte Monkeys. Die eigentlichen Betreiber hinter diesen Scams sind:

  • Boiler Rooms und Marketing Agenturen (meist ident)
  • Payment Services Provider
  • White-Label Plattform Provider

Dieses unheilige Schurken-Trio produziert am laufenden Band neue Broker-Scams. Die Ermittler und Ankläger müssen sich daher auf dieses Schurken-Trio fokussieren. Im Yukom-Case haben wir gehört, dass Lee Elbaz mit dem White-Label Provider SpotOption konspiriert hat, um die Konten der Kunde-Opfer zu manipulieren. Insofern sind wir gespannt, ob dies auch zur Anklage von SpotOption-Leuten führt.

Im Bereich des Zahlungsverkehrs haben wir bereits aufgedeckt, dass die Firmen der Israelis Eyal Nachum, Tamir Zoltovski und Oded Jeremitsky in BinaryBook involviert waren. Sowohl Payobin wie auch die in Montenegro registrierte Hermes Solution Podgorica DOO haben Gelder von Kunden-Opfern erhalten. Auch diesbezüglich sind wir gespannt, ob im Yukom-Fall die Ankläger Pläne haben.

Rückenwind für Ankläger und Rechtsanwälte

Das U.S. FBI und die Ankläger haben mit dem Yukom-Fall großartige Arbeit geleistet. Die Anwälte der Opfer der vielen Binäre Optionen-Scams wie auch die Ankläger in den verschiedensten Jurisdiktionen haben darauf gewartet. Das gilt auch für israelische Anwälte, die Opfer vertreten. Simona Weinglass zitiert in der Times of Israel den israelischen Anwalt Nimrod Assif der meint, dass die Methoden von Lee Elbaz und Yukom in der gesamten israelischen Binäre Optionen-Industrie angewandt wurden. Er würde hoffe, dass die israelischen Ermittlungsbehörden die Arbeit der US-Kollegen im Yukom-Fall sorgfältig studieren würden.

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