BITRUSH CORP: KLAGEN DER GRÜNDER KONNTEN ENDLICH ZUGESTELLT WERDEN

Für diejenigen, die sich für den Fall der kanadischen BitRush Corp interessieren dürfen wir ein Update bringen. Das machen wir natürlich auch im eigenen Interesse, da die Gesellschafter der FinTelegram Investors Protection Ltd („FinTelegram“) in die Gründung der börsennotierten kanadischen BitRush Corp involviert waren. Die BitRush Corp war weltweit eine der ersten börsennotierten Krypto-Firmen und damit Krypto-Pionier am Kapitalmarkt. Das Listing an der Canadian Securities Exchange (CSE) mit einem Co-Listing an der Frankfurter Börse erfolgte im September 2015 also lange bevor der Hype um Kryptowährungen oder ICO’s in Sicht war.

Die Gründer wurden Ende 2016 wegen eines Disputes um Geldwäsche aus dem Unternehmen gedrängt. Nun konnte nach mehr als 18 Monaten die Klagen der Gründer zugestellt werden. Die gerichtliche Aufarbeitung kann beginnen.


Gründung und Börsengang

Der slowakische Unternehmer Igor Wollner
Der slowakische Unternehmer Igor WOLLNER

Das Unternehmen wurde von 2013 von den Gesellschafter der FinTelegram gegründet und hat sich gemeinsam mit Entwicklern aus Kanada, Ukraine und Russland auf die Entwicklung einer blockchain-basierten Werbeplattform und damit zusammenhängend auf ein kryptografisches Bezahl- und Clearingsystem fokussiert. Wir reden hier von einer Zeit, als es nur den Bitcoin (BTC) gab und dieser zwischen USD 150 und 200 gehandelt wurde.

Zu den ersten Investoren zählte der slowakische Unternehmer Igor WOLLNER, der sich Anfang 2016 mit USD 500.000 an BitRush beteiligte. Seine Söhne Sven WOLLNER und Chris WOLLNER traten in das Management ein. Gemeinsam mit dem österreichischen Investor Hans-Joerg WAGNER gründeten die WOLLNERS in Singapur die HSRC Investment Ltd, über welche sie die Beteiligung an der BitRush Corp managen wollten.

Binäre Optionen und Geldwäsche

VELTYCO-Gründer Uwe LENHOFF
VELTYCO-Gründer Uwe LENHOFF

Als Ende 2016/Anfang 2017 der große Krypto-Hype losbrach, ergab sich für BitRush Corp die Möglichkeit eine Partnerschaft mit der börsennotierten VELTYCO GROUP LTD von Uwe LENHOFF abzuschließen. Das hätte der BitRush Corp angeblich bis zu USD 2 Milliarden Zahlungsverkehrsvolumen, für die von ihr entwickelte kryptographische Bezahlplattform gebracht. Ein sehr attraktives Angebot und eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit wurde abgeschlossen. Leider ergab eine von BitRush durchgeführte Due Diligence, dass dieses Bezahlvolumen in erster Linie aus illegalen Aktivitäten stammt. VELTYCO machte ihre Geld über Binäre Optionen (z.B. Option888) und Online-Wetten bzw. Online-Lotterien (LottoPalace) über seltsame Offshore-Kontruktionen. Wirtschaftprüfer und Rechtsanwälte rieten den Gründern dringend ab, derartige Geschäfte zu machen.

Daher haben die BitRush-Gründer eine Zusammenarbeit mit VELTYCO und Uwe LENHOFF abgelehnt. Es wäre zu gefährlich für die börsennotierte BitRush Corp und ihr Management gewesen. Diese Entscheidung hat sich mittlerweile als richtig herausgestellt. Die Binären Optionen werden von Kanada, USA, Israel und der EU verboten. Es handelt sich dabei um eine Art illegales Glücksspiel bei dem Investoren um Milliarden betrogen wurden. Viele der ehemaligen Betreiber von Binären Optionen-Plattformen wurden mittlerweile verurteilt und eingesperrt. Die Veltyco-Plattform Option888 wurde beispielsweise von den Finanzmarktaufsichten in UK, Italien, Deutschland und Österreich abgemahnt und zur Einstellung der illegalen Aktivitäten aufgefordert. Investoren wurden ausdrücklich gewarnt. Die VELTYCO ist tief in illegale Aktivitäten verstrickt und zuletzt ist der CEO Melissa BLAU zurückgetreten – hier unser Beitrag.

Die BitRush-Aktionäre rund um Igor WOLLNER und die HSRC Investment sahen das damals hingegen anders. Im Gegensatz zu den Gründern hatten sie keine Berührungsängste mit Geldwäsche und Binären Optionen. Trotz ausdrücklicher Warnung durch Wirtschaftsprüfer wollten sie Geschäft mit der VELTYCO und Uwe LENHOFF machen. Es kam zum Streit mit den Gründern und diese wurden mit Hilfe der besten kanadischen Rechtsanwälte aus dem Unternehmen gedrängt. In einem Gerichtsverfahren in Kanada wurde der Ausschluss der Gründer in deren Abwesenheit unter Vorlage falscher eidesstattlicher Erklärungen erwirkt. Die Gründer haben dieses Verfahren stets abgelehnt und sich daher auch nicht verteidigt. Sie akzeptierten die Zuständigkeit des Gerichts nicht, hatten keine Parteienstellung und damit war es eine einfache Übung für die Kläger.

Die Klage der Gründer

Die Gründer reichten ihrerseits die Klage gegen Igor WOLLNER und die HSRC Investment ein. Die Klagen konnten über mehr als 18 Monate nicht zugestellt werden. Juristische Spitzfindigkeiten wurden aufgefahren, in der Slowakei einflussreiche Familie WOLLNER konnte die dortigen Behörden über Monate hinweg an der effektiven Zustellung der Klage hindern. Nun ist es aber soweit. Die Klagen konnten mir enormen Aufwand des involvierten Gerichts und des Rechtsvertreters der Gründer zugestellt werden. Die erste Gerichtsverhandlung vor dem zuständigen Gericht ist Anfang Januar 2019. Es gut um nichts weniger als um die Aufarbeitung eines schmutzigen Kapitels der Krypto-Szene – Geldwäsche und illegale Zahlungsströme.

Wir werden weiter berichten über den Fall der BitRush Corp und damit auch über ein Stück Krypto-Geschichte.

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