Der Fall Lenhoff – die deutsche Tagesschau berichtet über die unglaublichen Dimensionen des Cybercrime-Netzwerkes

Deutsche Tagesschau berichtet über Uwe Lenhoff und Betrügerring

Die Geschichte rund um den Deutschen Uwe Lenhoff, seine börsennotierte Veltyco Group PLC und der damit von den Behörden in Zusammenhang stehende kriminelle Organisation wird beinahe täglich größer. Bekanntlich ist Lenhoff laut den europäischen für den Betrieb von illegalen und betrügerischen Broker-Plattformen verantwortlich. Tausende Kleinanleger sollen dabei Millionen verloren haben. In das Netzwerk von Lenhoff und Veltyco fallen berüchtigte Seiten wie Option888, Xmarkets, TradoVest, ZoomTrader oder LottoPalace.


Verhaftung in Österreich

Wie FinTelegram berichtet hat, wurde Uwe Lenhoff im Februar 2019 nach mehr als einjähriger Ermittlungstätigkeit verschiedener europäischen Behörden in seiner Wahlheimat Österreich verhaftet. In den Akten wurden zunächst 10 Verdächtige geführt. Dem Vernehmen nach hat sich diese Zahl mittlerweile deutlich erhöht. Lenhoff wurde Anfang Juli 2019 nach Deutschland ausgeliefert wo ihm und seinen Komplizen wegen Finanzkriminalität, Betrug und Geldwäsche der Prozess gemacht werden soll.

Die deutsche Tagesschau hat heute einen Bericht veröffentlicht aus dem hervorgeht, dass die Ausmaße dieser mutmaßlich von Lenhoff geführten Cybercrime-Organisation tatsächlich noch viel größer sind als bisher angenommen. Demgemäß sollen sich womöglich an die 400 Betrugsplattformen in diesem Netzwerk befunden haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Gruppe um L. fünf Plattformen betrieben hat: Die Seiten „Option888“, „TradeInvest90“, „XMarkets.com“, „ZoomTrader“ und „TradoVest“. In den Kundendateien allein dieser Anbieter finden sich offenbar die Namen von mehr als 200.000 Deutschen. Ob jeder der Kunden Geld verloren hat und wenn ja, wie viel, ist derzeit unklar. Allein in Saarbrücken werden derzeit 233 Strafanzeigen im Zusammenhang mit den Trading-Plattformen bearbeitet, im Durchschnitt hat jeder Geschädigte mehr als 40.000 Euro verloren. Rechnet man den Schaden hoch, könnte die Bande Hunderte Millionen Euro mit den fünf Plattformen erbeutet haben.

EFRI und die Dramen der Geschädigten

Im Zuge des Berichtes der Tagesschau wurde Elfriede Sixt, die Mit-Initiatorin und Verantwortliche unserer European Funds Recovery Initiative (EFRI) interviewt. Sie hat der Tagesschau über die Dramen der Geschädigten berichtet. Über Familienväter, die um die Existenz ihrer ganzen Familie gebracht wurden. Über Rentner die ihre Lebensersparnisse verloren haben. Und über Selbstmorde. Der von Lenhoff und seinen Partnern geführte Betrügerring hat tausende Familien beschädigt und verzweifelt zurückgelassen.

Die EFRI vertritt bereits mehrere Hunderte Opfer aus aller Welt mit einer gesamten Schadenssumme von mehr als 17 Millionen Euro. „Der typische Geschädigte ist der Rentner im besten Alter, der ein bisschen was gespart hat„, erklärt Sixt, „doch auch wohlhabende Geschäftsleute fallen immer wieder auf die Betrüger herein„.

Vor dem Hintergrund der tausenden Geschädigten hat EFRI eine Veltyco-Kampagne eingerichtet. Geschädigte können hier ihre Forderungen registrieren und sich über den Telegram-Kanal der Kampagne mit anderen Opfern und EFRI austauschen. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden der verschiedenen Ländern koordiniert Sixt die Funds Recovery-Schritte. Gegen eine Registrierungsgebühr von €75 können geschädigte Anleger können der EFRI eine Vollmacht erteilen und diese mit den erforderlichen Schritten beauftragen.

Verantwortung von Veltyco

FinTelegram hat bereits vielfach darauf hingewiesen, dass die börsennotierte Veltyco eine ganz wichtige Rolle innerhalb dieser kriminellen Organisation gespielt hat. Ohne die Mitwirkung der Veltyco wäre dieser groß angelegte Betrug nicht möglich gewesen. Über die Veltyco wurden die von den Kleinanlegern auf den illegalen Plattformen von Lenhoff und seinem Netzwerk gestohlen und als sogenannte Marketing-Zahlungen gewaschen. Die Veltyco war in dieser Hinsicht eine gigantische Waschmaschine.

Aus den Akten der Behörden geht ganz klar hervor, dass den damalige Veltyco-Vorstand und die handelnden Personen die Illegalität der Handlungen von Lenhoff und die damit verbundene Beitragstäterschaft der Veltyco bewusst war.

In einem FinTelegram vorliegendem Gesprächsprotokoll aus dem Jahr 2016 spricht Lenhoff gegenüber einem österreichischen Geschäftspartner der in Singapur sitzt von einem jährlichen Zahlungsverkehrsvolumen von bis zu €3 Milliarden. Dieser Geschäftsmann und seine slowakischen Partner wollten unbedingt einen Teil davon haben. Lenhoff hat bis zu 300 Millionen Provision in Aussicht gestellt, wenn man gemeinsame Sache machen würde.

 

Veltyco und ihre Offshore-Konstruktionen
Einige Offshore-Konstruktionen rund um Veltyco

Die Veltyco hat mit den diversen Betreibern dieser illegalen Plattformen sogenannte Marketing-Verträge gehabt und dafür das Marketing übernommen. Im Klartext hat die Veltyco unter der Führung von Lenhoff die Opfer für die Plattformen akquiriert. Lenhoff war bis 2018 Vorstand der Veltyco und war bis zuletzt zuständig für Business Development. Die Frage der rechtlichen Verantwortung von Veltyco und die mitwirkenden Manager und Aktionäre wird im Zuge des Gerichtsverfahrend geklärt werden müssen.

Verantwortung von Banken

Nach den FinTelegram vorliegenden Unterlagen hat Lenhoff auch eng mit Zahlungsverkehrsdienstleistern kooperiert, um die gestohlenen Gelder waschen zu können. Ein besonders enges Verhältnis soll er dabei zu Payvision und deren CEO Rudolf Booker gehabt haben. Die Payvision hat für das gesamte Netzwerk über Jahre hinweg dutzende bis hunderte Millionen für die illegalen Plattformen bewegt. Nicht nur für Lenhoff und die Veltyco, sondern auch für Lehnhoffs Partner, den Israeli Gal Barak und dessen E&G Bulgaria. Gal Barak wurde ebenfalls im Februar 2019 in seiner Wahlheimat Sofia in Bulgarien verhaftet aber wegen gesundheitlicher Gründe in den Hausarrest entlassen. Ihm wird angeblich in Österreich der Prozess gemacht. Payvision hat für die Plattformen von Lenhoff und Barak bis zuletzt Gelder von betrogenen Kleinanlegern entgegengenommen und weitergeleitet. FinTelegram liegen die entsprechenden Bankauszüge und Zahlungsbelege.

Wie Veltyco werden auch Payvision und die anderen involvierten Zahlungsverkehrsteilnehmen als mögliche Beitragstäter ihre Verantwortung gegenüber den betrogenen Kleinanlegern übernehmen müssen.

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