Der Veltyco Fall – Winslet Enterprises, LottoPalace und die Bulgarische Connection

Veltyco Bulgaria and network of people and companies

Der Gründer der börsennotierten Veltyco Group PLC, der Deutsche Uwe Lenhoff, wurde im Januar 2019 Zuge einer international koordinierten Polizeiaktion verhaftet. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft in Deutschland und wartet auf seine Anklage. Neben Lenhoff sollen 4 weitere Leute angeklagt werden. Die Behörden werfen Lenhoff und seinen Partnern die Bildung einer kriminellen Organisation zur Durchführung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und gewerbsmäßigen Betrug vor. Im Zentrum dieser Aktivitäten steht auch die Veltyco Group PLC und die dort handelnden Personen. Lenhoff belastet die Vorstände und Aktionäre der Veltyco schwer.


LottoPalace, Softlotto und die Bonus-Giftpille

Die Veltyco war innerhalb des sogenannten Lottery Verticals für das Marketing der LottoPalace-Plattform zuständig. FinTelegram und die von ihr ins Leben gerufene European Funds Recovery Initiative (EFRI) haben zahlreiche Beschwerden von Kunden, die keine Auszahlungen erhalten. Manche Kunden berichten, dass sie hunderttausende Euro verloren hätten. Wie den Broker-Scams Option888, XMarkets oder TradoVest hat auch LottoPalace mit einem attraktiv klingenden Bonus-System Kunden dazu verlockt, Gelder einzuzahlen.

Diese Bonus-Zahlungen waren eine der Fallen, um in der Folge Auszahlungen zu vermeiden. Wer Boni in Anspruch nahm oder zugeteilt bekam musste zahlreicher Auflagen erfüllen bevor Auszahlungen möglich waren. Beispielsweise mussten teilweise für jede erhaltene Bonus-Zahlungen ein vielfaches Volumen an Transaktionen gemacht werden bevor (theoretisch) die Bonuszahlungen zur Auszahlung fällig waren. Über diese Konsequenzen wurden die Kunden nicht informiert bzw. wurden Bonus-Zahlungen oft auch ohne Zustimmung der Kunden gebucht womit diese in der Falle saßen.

Die Plattform von LottoPalace wurde von Lenhoffs SoftLotto Ltd in Malta entwickelt. Die SoftLotto Ltd war im übrigen auch der White-Label Provider für die mittlerweile vom Hoster gesperrte Bmillions. Auch für Bmillions finden sich auf den diversen Review-Seiten viele Beschwerden und Scam-Hinweise.

Amit Giorini und Miriam Sahl

Wer sind die handelnden Personen hinter LottoPalace? Das ist eine interessante Frage mit überraschenden Antworten

Zuständig für die White-Label-Plattform von LottoPalace und die in Malta registrierte SoftLotto Ltd ist der Israeli Amit Giorini. Die Zahlungen von LottoPalace werden angeblich von Lehnhoffs Schwester Miriam Sahl. Diese soll die LottoPalace-Aktivitäten in enger Abstimmung mit Uwe Lenhoff und dem Veltyco-Vorstand Rainer Lauffs durchgeführt haben. Insoweit scheint offensichtlich, dass der Veltyco-Vorstand auch für die LottoPalace verantwortlich zeichnet.

Die bulgarische Winslet Enterprises – die eigentliche Veltyco

Wie beim Betrieb von Bet90 oder den diversen Broker-Scams war Lehnhoffs bulgarische Winslet Enterprises EOOD auch bei LottoPalace der eigentliche Betreiber. Die börsennotierte Veltyco war stets nur ein Potemkin’sches Dorf, um Investoren anzulocken bzw. Behörden in die Irre zu führen. Lenhoff selbst gibt in seinen Aussagen vor den Behörden an, dass die Veltyco nicht einmal Bankkonto hatte und er die Unternehmensgruppe über die Winslet Enterprises steuerte. Die Geschäftsführerin der Winslet Enterprises, die Bulgarin Martina Martinova Shishkova, war auch Zeichnungsberechtigt für die bulgarische Veltyco-Tochter Velti Bulgaria EOOD.

In Bulgarian hatten Lenhoff und seine Veltyco auch noch die Varkasso EOOD. Das ist ein Joint Venture mit dem Österreicher Joachim Kalcher. Die Varkasso wurde ursprünglich 2017 von Lenhoff gegründet und Anfang 2018 an Kalcher verkauft. Der hat dann 51% an die Veltyco für €300.000 verkauft und hält die restlichen 49% als wirtschaftlicher Eigentümer über eine bulgarische Firma. Erhalten hat Kalcher offenbar nur einen Teil des Geldes. In dieser Varkasso wollte Lenhoff ein kryptographisches Payment System für seine illegalen Plattformen entwickeln. Damit wäre die Geldwäsche sicher einfacher gewesen.

An dieser Stelle sollte kein Platz für Missverständnisse sein. Daher wird noch einmal in aller Deutlichkeit festgehalten, dass nicht nur Lenhoff über das Potemkin’sche Dorf und die Illegalität der CyberScams rund um Veltyco Bescheid wussten, sondern auch der gesamte Veltyco-Vorstand sowie die Hauptaktionäre des Unternehmens. Lediglich auf Lenhoff zu zeigen würde nicht nur eine unzulässige Vereinfachung sein, sondern auch die Sicht auf Schadenersatzpflichtigen für die betrogenen Anleger und Kunden verfälschen.

Schadenersatz für Anleger und Kunden

Vor dem dargelegten Hintergrund können sich Kleinanleger mit ihren Forderungen an die wirtschaftlichen Eigentümer und Betreiber der Broker-Scams und LottoPalace wenden – an die börsennotierte Veltyco Group PLC und die Winslet Enterprises EOOD. Es hat sich mittlerweile anhand von Aussagen und Dokumenten herausgestellt, dass die handelnden Personen beider Unternehmen über die Scams informiert waren und diese mitgetragen bzw. unterstützt haben. Insofern haften diese Personen auch persönlich für den Schaden der Anlegern und Kunden dieser Plattform entstanden ist.

Es ist mittlerweile bekannt, dass der kurzzeitige CEO der Veltyco, die US-Amerikanerin Melissa Blau, wegen der erkannten Unregelmäßigkeiten und illegalen Geschäftspraktiken von Veltyco zurückgetreten ist. Oder exakter formuliert die Flucht ergriffen hat.

Insofern sind die Herren Marcel Noordeloos, Gilles Ohana, Rainer Lauffs oder Hans Dahlgren und Falk Preussner aus unserer Sicht für die Schadenersatzforderungen von Kunden und Anlegern der von Veltyco betreuten Plattformen persönlich zuständig.

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