Die Payvision-Rolle in Broker-Scam-Netzwerken von Uwe Lenhoff und Gal Barak

Payvision payments to GPay and Gal Barak

Die in Amsterdam sitzende Payvision und ihr Gründer und CEO Rudolf Booker haben beim gigantischen Investment-Scam von Uwe Lenhoff und Gal Barak eine wichtige Rolle als Zahlungsverkehrsdienstleister gespielt. Bis zuletzt hat Payvision Millionen an die GPay Ltd von Gal Barak überwiesen. Diese Firma war offenbar als Merchant bei Payvision registriert. Darüber wurden die großen Broker-Scams wie XTraderFX, SafeMarkets oder Golden Markets abgewickelt.

FinTelegram liegen die entsprechenden Bankauszüge und Vereinbarungen vor. Alleine im November 2018, kurz vor der Verhaftung von Lenhoff und Barak, hat Payvision noch mehr als €4,5 Millionen auf das bei der bulgarischen Investbank geführte Konto der GPay Ltd überwiesen. Bei diesen Überweisungen handelt es sich um die den europäischen Kleinanlegern gestohlenen Geldern. Zu diesem Zeitpunkt lagen bereits eine Vielzahl von Investorenwarnungen gegen GPay von verschiedensten Finanzmarktaufsichtsbehörden vor. Hier ist der erste einführende Teil unserer Berichte über die Rolle von Payvision bei den Broker-Scams der letzten Jahre.


Binäre Optionen-Betreiber bei Payvision

Der Herausgeber von FinTelegram, Werner Boehm, war im Juni 2016 von dem deutschen Online-Unternehmer Uwe Lenhoff nach Amsterdam eingeladen worden. Das war zwei Jahre bevor es die FinTelegram gab. Damals wollte Lenhoff eine Partnerschaft entwickeln und hat Boehm zur iGaming Super Show nach Amsterdam eingeladen.

Payvision Amsterdam Headquarters

Während des Aufenthaltes in Amsterdam hat Lenhoff einen Halbtag bei Payvision verbracht und dort über Stunden hinweg gemeinsam mit den Payvision-Leuten und einer Vielzahl von Betreibern von Binären Optionen-Plattformen über „vertrauliche“ Zahlungsverkehrslösungen diskutiert.

Boehm war bei diesem Termin anwesend, weil Lenhoff darauf bestand. So kam es, dass Boehm mit eigener Wahrnehmung den Massenauftrieb der Binären Optionen-Anbieter bei Payvision miterlebte. Die Binären Optionen wurden damals auf der iGaming Super Show als eine Art „Investment Gaming“ angeboten. In Amsterdam war damals auch Gal Barak anwesend, der Boehm von Lenhoff vorgestellt wurde.

Kurz nach diesem Meeting hat Boehm Anzeige bei der National Crime Agency (NCA) gegen Lenhoff und seine Partner erstattet. Grundlage dafür war ein Due Diligence-Bericht, den er über Lenhoff und seine Veltyco nach diesem bemerkenswerten Payvision-Meeting und weiteren Geldwäsche-Meetings mit Lenhoff und seinen Partnern anfertigen ließ. Morddrohungen durch Lenhoff waren das Resultat der Anzeige. Davon weiter unten mehr.

Payvision Reseller Lenhoff

Nach den FinTelegram vorliegenden Aufzeichnungen war der mittlerweile wegen des Verdachts der Finanzkriminalität, Geldwäsche und Investment-Betrugs verhaftete Uwe Lenhoff bis Ende 2018 als Reseller für Payvision tätig. In dieser Funktion soll er auch Gal Barak als Kunde der Payvision akquiriert haben. Laut Lenhoff auf ausdrückliches Ersuchen von Booker. Insofern passt auch der Termin im Juni 2016 in dieses große Bild rund um Payvision. Lenhoff war mit Payvision und Booker engstens verstrickt und hat über seine Aktivitäten wohl auch kräftig zum Wachstum von Payvision und dessen Wertsteigerung beigetragen.

Lenhoff und Booker lernten sich über Vermittlung eines Amsterdamer Immobilieninvestors kennen, der auch einer der großen Aktionäre von Lehnhoffs börsennotierter Veltyco Group PLC war. Dies wurde uns auch direkt durch diesen Immobilieninvestor bestätigt.

Zehntausende Opfer und Hunderte Millionen Schaden

Nach den Aufzeichnungen die FinTelegram vorliegen, haben die Scams von Lenhoff und Barak mehr als 35.000 Opfer mit einer Schadenssumme von über €200 Millionen verursacht. Ehemalige Geschäftspartner von Uwe Lenhoff und Gal Barak haben FinTelegram und den Behörden die entsprechenden Unterlagen übergeben. Payvision und Booker waren dabei als Zahlungsverkehrsdienstleister involviert. Dies belegen auch Telefonprotokolle, die im Strafakt liegen und uns von einem der Beschuldigten übermittelt wurden.

Telefonprotokolle – geplante Attacken auf Fintelegram und Herausgeber

Rudolf Booker Payvision
Rudolf Booker, Payvision founder and CEO

Rudolf Booker (LinkedIn Profil) hat bis wenige Tage vor seiner Verhaftung Anfang mit seinem Kunden und Partner Uwe Lenhoff telefoniert. Vor allem das Problem mit den Berichten auf FinTelegram hat Rudolf Booker dabei mehrmals mit Lenhoff besprochen. Lenhoff hat geantwortet, dass er am liebsten jeden von FinTelegram umbringen möchte, weil er auf Grund der Berichte bald bankrott gehen würde. Booker fragt nach, was FinTelegram noch über Payvision berichten könnte. Lenhoff meint, dass vielleicht über die Geschäfte von Booker auf dem „grauen Markt“ berichtet wird. Booker entgegnet, dass er bereits ein Darlehen gekündigt hätte. Er fragt, wie man den FinTelegram bzw. den Herausgeber stoppen könnte.

Lenhoff antwortet, dass es geplant sei, Boehm in ein Geldwäschegeschäft zu verwickeln, um ihn in der Folge angreifen zu können bzw. seinen Ruf zu schädigen. Insbesondere mit dem Ziel die Berichterstattung auf FinTelegram zu stoppen. Lenhoff würde diesbezüglich auch mit Gal Barak sprechen.

Tatsächlich haben Gal Barak und sein Geschäftspartner Vladimir „Vlad“Smirnov wenige Tage nach dem Gespräch zwischen Booker und Lenhoff beim Herausgeber von FinTelegram einen Bestechungsversuch gestartet und ihm eine Beteiligung an einem Millionen-Projekt als Geschenk angeboten. Der Herausgeber von FinTelegram hat diesen Versuch unmittelbar der Polizei gemeldet. Schon das geplante Meeting mit Gal Barak und Vlad Smirnov wurde vorab der Polizei avisiert.

Ebenso wurden von Lenhoff und Barak diverse Webseiten eröffnet, die Fake News gegen FinTelegram verbreitet haben.

Stellungnahme von Rudolf Booker

FinTelegram hat Rudolf Booker um Stellungnahme zu den Vorwürfen von Uwe Lenhoff und den Telefonprotokollen gebeten, in denen der Angriff auf FinTelegram und Boehm geplant wurde. Booker hat nach einigen Tagen geantwortet, dass er nur über Rechtsabteilung von Payvision eine Stellungnahme abgeben könnte. Wir haben das zur Kenntnis genommen. Vielleicht erhalten wir in Kürze die Stellungnahme der Rechtsabteilung, die wir eingefordert haben.

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