Die Rolle von Wirecard als Zahlungsverkehrsdienstleister illegaler Broker

Wirecard und illegale Broker

FinTelegram geht seit Monaten gegen die illegalen Broker-Schemata vor. Das US FBI schätzt, dass alleine mit den binären Optionen als ein Produkt dieser illegalen Broker den Anlegern USD 10 Milliarden pro Jahr gestohlen wurden. Die binären Optionen sind zwar mittlerweile in den  meisten Jurisdiktionen verboten aber die illegalen Webseiten machen unbeeindruckt weiter. Zwischen 2010 und 2018 war dieses Segment gigantisch groß und hat hundert-tausende geschädigte Anleger hinterlassen. Die juristische Aufarbeitung hat gerade erst begonnen. Die beteiligten Zahlungsverkehrsanbieter an diesen illegalen Broker-Schemata sind nach Meinung von Experten strafrechtlich als Beitragstäter zu qualifizieren und entsprechend zur Verantwortung zu ziehen.


Wirecard als Zahlungsverkehrspartner illegaler Broker

FinTelegram hat im Zuge der EFRI-Initiative mehrere regulierte Finanzdienstleister entdeckt, die diesen illegalen Brokern geholfen haben, Millionen von Anlegern zu stehlen und zu waschen. Darunter auch die deutsche Wirecard. Bisher konnten wir anhand von uns vorliegenden Unterlagen neben der Payvision auch die Wirecard als erheblich beteiligten Zahlungsverkehrsdienstleister identifizieren. Dabei war Wirecard offenbar im großen Stil an der Verarbeitung der illegal erhaltenen Gelder dieser Broker beteiligt. FinTelegram und EFRI haben bisher die Beteiligung von Wirecard an zwei großen illegalen Broker-Netzwerken bestätigen können.

Wirecard, Uwe Lenhoff und SpotOption

Einerseits war die deutsche Wirecard beim illegalen Broker-Netzwerk des mittlerweile inhaftieren Deutschen Uwe Lenhoff involviert und andererseits am größten bisher bekannten illegalen Broker-Netzwerk rund um die israelische SpotOptions. Das war der führende Hersteller von Trading-Software. Zahlreiche illegale Broker wurden als sogenannte White Label-Lösungen mit SpotOption betrieben. Dazu gehören beispielsweise GlobalTrader365 (www.globaltrader365.com) oder VaultOptions (www.vaultoptions.com). 2016 hat die U.S. Commodities Futures Trading Commission (CFTC) Klage gegen diese beiden Anbieter wegen illegaler Aktivitäten eingebracht (Link zur Klage).

CTFC vx Global Trader 365 and VaultOptions
CFTC vs. GlobalTrader365 und VaultOptions

Die Untersuchungen der CFTC haben ergeben, dass sich GlobalTrader365 und die VaultOption derselben Bankkonten und Zahlungsverkehrsdienstleister bedienen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass beide Unternehmen dieselben Eigentümer haben – eben die Leute und Unternehmen von SpotOption. Damals war das die in Zypern registrierte S.O. SpotOption Limited.

Der CEO und drei Manager der ebenfalls mit SpotOption betriebenen israelische Yukom Communication wurden in den USA wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Die U.S. Ankläger beschuldigen den israelischen CEO Lee Elbaz und die drei ebenfalls israelischen Mitarbeiter Lissa Mel, Liora Welles und Shira Uzan US-Anleger um dutzende Millionen betrogen zu haben (Anklage gegen Lee Elbaz hier).

Neben SpotOption war Tradologic die zweitgrößte Software-Plattform mit der mehr als 200 zumeist illegale Broker-Plattformen betrieben wurden. Auch Tradologic wurde von israelischen Staatsbürgern betrieben. Direktor und Gesellschafter von Tradologic waren der mittlerweile verhaftete Israeli Gal Barak. Daneben haben der in den USA wegen Geldwäsche, Wertpapierbetrug und illegalen Online-Glücksspiel angeklagte Israeli Gery Shalon Investor und Gesellschafter der Tradologic. Und letztlich noch der russische Staatsbürger Vladislav Smirnov. Dieser ist einer der prominentesten Spammer und Hacker und ist diesbezüglich in den USA auch gerichtsbekannt.

Beneficial owners of Tradologic
The beneficial owners of Tradologic

Auf Basis von Software-Plattform Tradologic hat der Deutsche Uwe Lenhoff seine illegalen Broker-Seiten wie Option888 betrieben. Über seine Beteiligungsfirma Lensing Management Services war Lenhoff darüber hinaus auch an Tradologic beteiligt.

In diesem Netzwerk illegaler Broker war die deutsche Wirecard als Zahlungsverkehrsdienstleister involviert. Wir wissen darüber hinaus, dass Lenhoff und Barak Gesellschafter in der montenegrinischen Global Payment Solutions waren. Diese wurde im August 2015 gemeinsam mit Partnern aus Serbien und Montenegrino gegründet. Die deutsche Achse mit Lenhoff und Wirecard war nachweislich sehr eng verwoben mit der israelischen Achse rund um Barak und Tradologic.

Abschließen wollen wir an dieser Stelle mit dem Hinweis, dass Lenhoff aus dem Bereich des Online-Gamblings kommt. Dieses in den USA verbotene Marktsegment war der Boden auf dem die binären Optionen gewachsen sind. Insofern ist die Involvierung von Wirecard in die binären Optionen nicht weiter verwunderlich, sondern eher als eine evolutionäre Entwicklung zu betrachten.

[Wird fortgesetzt]

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here