CYBERCRIME: DIE SCHLEPPENDEN ERMITTLUNGEN IN DER OPTIOMENT-COINTED CAUSA

BaFin warnt vor Betrugsfällen wie Optioment und Cointed

Die deutschen Behörden haben kürzlich angekündigt gegen Online-Betrüger konsequent vorgehen zu wollen. Darüber hinaus haben sie Anleger vor derartigen Betrügern gewarnt. Ganz anders hingegen die österreichischen Zustände. Die Hilflosigkeit der österreichischen Behörden bei Krypto-Betrügern ist offensichtlich groß. Wie anders könnte man sich ansonsten den Umstand erklären, dass es im USD 100-Millionen-Betrug von OPTIOMENT und COINTED bis heute noch zu keiner Verhaftung kam. Dies obwohl es zahlreiche Anzeigen von geschädigten Anlegern gibt und die Täter weitgehend bekannt sind.


Tausende Geschädigte mit Millionenschaden

Bekanntlich ist Anfang 2018 der Krypto-MLM Scam OPTIOMENT kollabiert. FinTelegram hat ausführlich darüber berichtet. Dabei sollen laut dem letzten Stand der Ermittlungen bis zu 12.500 Bitcoins (BTC) von rund 10.000 Anlegern verschwunden sein. Diese Bitcoins waren zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs mehr als EUR 150 Millionen wert. Selbst heute nach der massiven Korrektur der Kryptowährungen das noch ein Wert von mehr als EUR 40 Millionen. Die österreichische Rechtsanwaltskanzlei Lansky & Partner vertritt einige Geschädigte. Diese verweisen auf den COINTED-Gründer Christopher RIEDER und meinen, dass dieser einer der Haupttäter. Jedenfalls hätte er den Geldfluss und die Abwicklung organisiert.

Christopher RIEDER
Christopher RIEDER – angeblich in der Türkei aufhältig

Für die Umwechslung von Euro in Bitcoins wurde die von Christopher RIEDER gegründete COINTED GmbH genutzt. Über deren Krypto-ATMs und Online-Exchange wurden die EURO in Bitcoin gewechselt und danach in das schwarze OPTIOMENT-Loch gesandt. Die COINTED und deren Leute sind in Sachen OPTIOMENT als möglicher Beitragstäter zu qualifizieren. Aus diesem Grund hat die österreichische Staatsanwaltschaft auch zwei Hausdurchsuchungen in den COINTED-Büros durchgeführt.

Schleppende Ermittlung und keine Vernehmungen

Christopher RIEDER ist nach den uns und den Behörden vorliegenden Informationen in die Türkei geflohen mit welcher es kein Auslieferungsabkommen gibt. RIEDER hat zwei angesetzte Vernehmungstermine bei der Staatsanwaltschaft nicht wahrgenommen und kann daher wohl als flüchtig bezeichnet werden.

Die für den Fall zuständige Richterin hat daher bisher noch keinen internationalen Haftbefehl ausgestellt. Da OPTIOMENT lediglich ein erster Fall im Bereich des Cryptocrimes war, ist diese laxe Vorgangsweise unverständlich. Angesichts der dichten Faktenlage gegen RIEDER und COINTED und das Firmengeflecht sollten Staatsanwaltschaft und Gerichte konsequenter Vorgehen, die entsprechenden Vernehmungen durchführen und als Präventivmaßnahme auch den Haftbefehlt gegen RIEDER ausstellen.

The Cointed Network

Die Akteure ziehen weiter

COINTED Gesellschafter AHO betreibt nun die BitBrothers GmbH

Die COINTED ist bei der Veruntreuung von Anlagegeldern aber nicht bei OPTIOMENT stehen geblieben. Die COINTED-Gesellschafter Charli AHO und Daniil ORLOV haben über sogenannte Krypto-Mining-Schemata dutzende Millionen von Anlegern entgegengenommen, die nach dem Konkurs der COINTED ebenfalls verschwunden sind. Neben der COINTED waren AHO und ORLOV auch als Crypto Unity OG unterwegs, um Anlegergelder für Krypto-Mining zu akquirieren.

Die COINTED ist mittlerweile in Konkurs aber das hindert die Akteure nicht am Weitermachen. Behördlich eingeschritten wurde nicht, also fühlt man sich gestärkt.

Offenbar wird das Schema derzeit mit neuen Marken wie BITBROTHERS unverschämt weitergeführt. Es ist nachgeradezo eine Chuzpe, dass die BITBROTHERS GMBH ihren Sitz an der Adresse des Rechtsvertreters von Christopher RIEDER hat. Tuchlauben 7a in 1010 Wien. Solange die Behörden gegen diese Leute nicht konsequent vorgehen, wird diese Cybercrime-Schemata mit wechselnden Unternehmen eben fortgeführt. Unrechtsbewußtsein gibt es nicht, weil die Behörden trotz der Fakten nicht einschreiten. Insofern ist an den entstehenden Schäden für Anleger auch den Behörden eine Mitschuld zuzuordnen.

Konsequenz der Behörden gefordert

Die deutsche Finanzmarktaufsichtsbehörde BaFin und das deutsche BKA hat vor einigen Tagen explizit vor Online-Betrugsgeschichten wie die OPTIOMENT und COINTED gewarnt. Die Sensibilität der Behörden ist also gegeben. Wir haben auch gesehen, dass es hier nicht um kleine Betrügereien geht, sondern um groß angelegte Betrugsschemata, die Anleger in Summe Milliarden Schaden verursachen. Die Kryptowährungen haben hier neue Kanäle für Kriminelle aufgemacht und die Cybercrime-Aktivitäten auf ein neues, bisher nicht gekanntes Niveau gehoben. Mittels Internat und Kryptowährungen können die Cyber-Kriminellen nicht mehr nur Behörden, Banken und Unternehmen hacken und bestehlen, sondern auch die Kleinanleger. Die deutsche BKA und Behörden anderer Jursdiktionen haben das längst erkannt.

Aus diesem Grund ist es unverständlich warum die österreichischen Behörden den Anlassfall OPTIOMENT und COINTED dermaßen schleifen lassen. „Wehret den Anfängen„, sagt ein bekanntes Sprichwort.

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