EIN ENVION INVESTOR BEHAUPTET ICO BETRUG UND SMART CONTRACT MANIPULATION

Envion Investor presents a case against the founders

Das Team von FinTelegram berichtet seit Beginn Juni 2018 über die Probleme rund um das Deutsch-Schweizerische Krypto-Miningunternehmen ENVION AG. Es ist ein komplizierter Fall mit einigen herausfordernden Rechtsfragen für Anwälte und Gerichte in verschiedenen Jurisdiktionen und letztlich auch ein Kampf zwischen den Aktionären und den ICO-Investoren und Token-Besitzern (unser Artikel hier).

Wir haben dabei mit den Gründern, involvierten Rechtsvertretern, Investoren und Aktionären gesprochen sowie viele Unterlagen sorgfältig analysiert. Auch wenn sich mittlerweile der „akute“ Skandal-Status etwas reduziert hat, ist weder das Problem gelöst, noch haben die Gerichte entscheiden. Der „ENVION Fall“ hat das Potenzial zu einem Referenzfall für Investorenschutz im Zeitalter von ICO’s, Smart Contracts und Blockchains und somit für die Token-Ökonomie zu werden.

Wir sind auf Telegram in einigen Gründer – und Investorenkanälen dabei und verfolgen gespannt die Kommunikation. Zuletzt hat einer der Investoren einen interessanten Beitrag auf Medium veröffentlicht in welchem er den Vorwurf nach- geht, dass das ENVION-Gründerteam rund um Michael LUCKOW den Smart Contract manipuliert haben könnte. Unter dem Titel „ENVION REVISITED – The Case Against the Founders – Part 1“ legt der offenbar kundige ENVION-Investor die Ergebnisse seiner Untersuchungen des Smart Contracts samt seinen Überlegungen im Zusammenhang mit der Registrierung des SEC ICO bei der U.S. SEC dar.

Aus der Überschrift des Artikels geht bereits die Sicht des Autors hervor, nämlich dass die Gründer rund um das TRADO-Team schuldig sind, die ICO-Investoren getäuscht zu haben. Ohne derzeit die finalen Beweise präsentieren zu können, denkt der Investor, dass er Indizien hat, die für eine Manipulation des Smart Contracts sprechen:

It appears the function “deliverTeamTokens” is not the one one that was audited by Mr. Backes (this has yet to be confirmed) and it was clearly registered on the blockchain after the audit. If indeed Trado intentionally implemented this function in a non-compliant way with respect to the audit then yes, not only is this fraud but is insider trading.

Der Investor hat seinen Artikel unter einem Pseudonym geschrieben, was durchaus verständlich ist. Er kommt auf Grund seiner Untersuchungen zum Schluss, dass die Argumentation des ENVION CEO Matthias WOESTMANN durchaus stimmen könnte. Der behauptet eben, dass die ENVION Gründer rund um die TRADO GmbH und Michael LUCKOW den Smart Contract und damit den ICO manipuliert und sich unerlaubt durch den Verkauf von EVN Token bereichert haben könnten. Unerlaubt deswegen, weil sie innerhalb der in der im geprüften (und auch dementsprechend in einem Medium Bericht vermarkteten Prüfbericht)  Smart Contract vorgesehenen Sperrfrist von 6 Monaten ihre Tokens verkauft hätten. Das würde jedenfalls für eine Manipulation des Smart Contracts sprechen.

Der Investor bezweifelt darüber hinaus die gute Absicht der Gründer des TRADO-Teams, die zwar zugeben, dass sie die Token in der Sperrfrist verkauft hätten aber nur deswegen, um damit ENVION im Umfeld des Aktionärsstreites mit dem CEO von ENVION am Leben zu erhalten und die Produktion der „Mobilen Mining Units (MMU)“ im Sinne der ICO-Investoren zu finanzieren. Leider gibt es aber diese Produktion bis heute nicht.

Die schlüssige Forderung des Investors ist daher, dass auf Grund des Verhaltens der ENVION Gründer rund um Michael LUCKOW der ICO in betrügerischer Absicht durchgeführt und damit der Smart Contract null und nichtig wäre. Zwar gibt er zu, dass er seine Behauptungen derzeit nicht mit Beweisen final belegen könnte aber seine Indizien würden das ergeben. Insofern denken wir, dass mangels sicherer Beweise die apodiktische Behauptung, dass der ICO Betrug und die Smart Contracts manipulierbart wären, überzogen ist aber weitere Untersuchungen wert ist.

Wir sind hingegen sehr sicher, dass ICO Investoren ebenso Investorenschutz genießen sollten wie alle anderen Investoren eines Unternehmens auch. Und wie dieser Investor auch, sehen wir Verfehlungen beim Aufsetzen und/oder der Durchführung des ENVION ICOSs. Dafür müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

 

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