ENVION LIQUIDATION DURCH FINMA BESTE ALTERNATIVE FÜR ICO-INVESTOREN

Das vielleicht wichtigste Ereignis für die ICO-Investoren der ENVION blieb zunächst einige Tage unbemerkt. Auch die Gründer haben erst nachdem andere Medien wie die FinTelegram darüber berichteten, eine Stellungnahme dazu abgegeben – die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA hatte mit Wirkung vom 19. Juli 2018 die Kontrolle über die ENVION AG übernommen. Die beiden Verwaltungsräte Matthias WOESTMANN und Marc GUROV wurden abgesetzt. Die FINMA bestellte die Schweizer Rechtsanwälte GHR Rechtsanwälte AG als kommissarische Leiter des Unternehmens.

Die Gründer rund um Michael LUCKOW begrüßten diese Maßnahme und nutzten sie, um einmal mehr darauf hinzuweisen, dass ausschließlich Matthias WOESTMANN für die Strukturierung des ICO verantwortlich gewesen wäre. Das alte Muster – WOESTMANN ist der Schlechte und der Täter, LUCKOW der Gute und das Opfer. Diese Darstellung ist zwar plakativ, medial gut aufbereitet aber definitiv nicht richtig und irreführend. Eine Presseaussendung der von LUCKOW und Freunden mandatierten NAIMA Strategic Legal Services GmbH macht die schweren Managementfehler für das Einschreiten der FINMA verantwortlich. Anmerkung: auch diese Presseaussendung wird wohl aus den Mitteln der ICO-Investoren bezahlt.

Unbestreitbare Tatsache ist aber, dass beide Gründerteams nicht ordnungsgemäß agiert haben.

Die nicht erfolgte Einbringung der Betriebsmittel der TRADO GmbH in die ENVION AG ist beispielsweise auch den Gründern rund um die TRADO GmbH anzulasten. Die Zurückbehaltung von Investorengeldern in die TRADO GmbH wurde vom LUCKOW-Team bereits zugestanden. Aus Sicht der ICO-Investoren der ENVION müssen wohl beide Parteien als die „BÖSEN“ bezeichnet werden. Über den Grad der Verfehlungen kann man dann vielleicht intern diskutieren. Fakt ist, dass die ICO-Investoren von beiden Gründerteams in die Irre geführt wurden.

Angesichts der mittlerweile öffentliche Informationen um etwaige Unregelmäßigkeiten rund um den Token Sale  und des in Berlin anhängigen Gerichtsstreits zwischen den beiden Gründerteams ist es daher nur logisch, dass die Schweizer Aufsichtsbehörde die FINMA reagiert hat . Andernfalls hätte sie sich Regress- und Amtshaftungsansprüchen von ICO-Investoren der ENVION ausgesetzt.

Versucht man, die vielen Verfehlungen der beiden Gründerteams auf eine Konsequenz zu verdichten, dann lautet die, dass es keinesfalls sichergestellt ist, dass die Gelder der ICO-Investoren ordnungsgemäß verwaltet werden. Im Gegenteil! Es ist bereits bekannt, dass ein Teil dieser Gelder in der TRADO GmbH und somit außerhalb der ENVION AG ist. Das dürfte nicht sein und ist sicher ein Verstoß gegen das ENVION-Prospekt und finanzmarktrechtlicher Bestimmungen. Aus unserer Sicht muss die FINMA über ihre kommissarischen Leiter Maßnahmen setzen, die sicherstellen, dass die Gelder der TRADO GmbH in die ENVION geholt werden. Da gibt es unseres Erachtens eindeutig zivil- und strafrechtliche Tatbestände, die zu klären sind.

Basierend auf den Stand des derzeitigen Wissens rund um die ENVION AG scheint die einzig sinnvolle Maßnahme die ordnungsgemäße Liquidierung des Unternehmens und die Rückerstattung der Gelder an die ICO-Investoren zu sein. Dabei sollte der Liquidator auch die schadenersatzrechtlichen Ansprüche an beide Gründerteams beachten und geltend machen. Es kann jedenfalls nicht gehen, dass die TRADO GmbH und Michael LUCKOW jetzt einfach auf Matthias WOESTMANN zeigen und ansonsten die „Guten“ spielen und mit den Geldern der ICO-Investoren ihre privaten Klagen finanzieren. Das ist aus unserer Sicht ein typischer Fall für missbräuchliche Verwendung von Investorengeldern.

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