ENVION UPDATE – DAS TRADO-GRÜNDERTEAM GEWINNT VOR GERICHT

Der Aktionärsstreit rund um die ENVION AG, die im Januar 2018 einen ICO mit rund US$ 100 Millionen erfolgreich abgeschlossen hat, dürfte entschieden sein. Zumindest wurde dies auf der Webseite der Gründer rund um das TRADO-Team veröffentlicht. Die 2 Gründerteams haben einander um die Kontrolle über die ENVION AG gestritten und über diesen Streit kam die ENVION AG nach ihrem erfolgreichem ICO zum Stillstand. Nun scheint das zuständige Gericht in Berlin zu Gunsten des Gründerteams rund um Michael LUCKOW entschieden zu haben. Details über das Urteil sind derzeit noch nicht bekannt.

Am 21. Juni 2018 hat eine weitere Gerichtsverhandlung in Sachen ENVION in Berlin stattgefunden. Als Kläger trat das Gründerteam rund um die TRADO GmbH und Michael LUCKOW auf. Die Beklagten waren das andere Gründerteam rund um Matthias WOESTMANN und QUADRAT CAPITAL GmbH. Am 22. Juni 2018 verkündeten die Kläger, dass das Gericht zu einem Urteil gekommen wäre und dabei ihrer Klage stattgegeben worden wäre.

Folgt man den Bericht über die Gerichtsverhandlung wie dieser auf der Seite des TRADO-Gründerteams veröffentlicht wurde, dann dürften weder Matthias WOESTMANN noch Thomas VAN AUBEL oder dessen Frau Jutta VON FALKENHAUSEN an der Verhandlungs teilgenommen haben. Damit waren deren Rechtsvertreter auf sich alleine gestellt und diese dürften bei manchen klagsgegenständlichen Punkten keine guten Antworten gehabt zu haben.

Es ist seltsam und weltfremd, dass eine derart wichtige Gerichtsverhandlung ohne die Beklagten durchgeführt wird. Alleine die Abwesenheit von Matthias WOESTMANN und den anderen Beklagten spricht für die Kläger und deren Behauptungen. Ohne Anwesenheit der Beklagten verliert man regelmäßig Glaubwürdigkeit bei Gericht.

Folgerichtig haben die Kläger rund um Michael LUCKOW gewonnen. Wir können also annehmen, dass das Team um das TRADO-Gründungsteam die Kontrolle über die ENVION AG zurückbekommt und damit zumindest die faire Chance besteht, dass zumindest der Streit auf der Ebene der Aktionäre ein Ende gefunden hat. Ausschlaggebend dürfte dabei die Zeitachse sein. Matthias WOESTMANN hatte stets argumentiert, dass die von ihm initiierte (feindliche) Übernahme der Kontrolle der ENVION AG eine Reaktion auf den entdeckten Betrug bei der Ausgabe der EVN Tokens gewesen wäre. Es ist den Klägern rund um LUCKOW aber gelungen zu beweisen, dass der Ablauf gar nicht so gewesen sein kann. Die von Matthias WOESTMANN durchgeführte Kapitalerhöhung ist laut Schweizer Firmenbuch bereits im Januar 2018 erfolgt wohingegen die Behauptung, dass die TRADO-Gründer illegal EVN Token generiert hätten, von WOESTMANN erst im Februar 2018 erhoben wurde. Mit dieser Kapitalerhöhung im Januar 2018 wurde das TRADO-Gründerteam rund um Michael LUCKOW von 81{3112d90e1c9bd23af22cf16f58b974bcc4d8a9b058f7839d8b1efb2fba8df460} auf 31{3112d90e1c9bd23af22cf16f58b974bcc4d8a9b058f7839d8b1efb2fba8df460} verwässert und hat damit die Kontrolle über die ENVION AG verloren.

Wir werden über die nächsten Tage die Situation analysieren und danach ein entsprechendes Update geben. Der Fall ENVION ist insofern interessant und richtungsweisend, weil damit auch das Spannungsfeld zwischen Aktionären und ICO-Investoren und Token-Besitzern direkt adressiert wird. Immerhin hat ENVION mehr als 30.000 ICO-Investoren. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage nach der rechtlichen Relevanz von Smart Contracts zu klären sein.

2 Kommentare

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here