Geldwäsche-Diplomat Stephan Welk verhaftet – Seine Spuren und Netzwerke

Stephan Welk and his network

Der Deutsche Dr. Stephan Welk war bis vor kurzem ein umtriebiger Unternehmer und Diplomat. Mit der Verhaftung Ende August 2019 hat seine Umtriebigkeit aber zumindest eine Unterbrechung erfahren. Die Staatsanwaltschaft in München beschuldigt ihn und weitere Personen des Betrugs auf Grundlage seines Diplomatendaseins. Welk und seine Komplizen sollen einen bayerischen Fleischgroßhändler betrogen zu haben. Gegen einen Betrag von 1,5 Millionen Euro hätten sie ihm ebenfalls einen Diplomatenpass besorgen wollen.

Angeblich hat der Fleischgroßhändler tatsächlich €800.000 unter anderem auf ein Konto in Dubai bezahlt bevor er Verdacht schöpfte und Anzeige erstattete. FinTelegram hat in der Vergangenheit bereits über Stephan Welk berichtet.


Boris Becker und der Diplomatenpass

Laut einem Bericht des deutschen Magazins SPIEGEL hat Welk bereits zwei Gefängnisaufenthalte hinter sich. Er wurde 2003 und 2009 in Deutschland zu jeweils vier Jahren Haft wegen Betrugs verurteilt. Stephan Welk ist 2018 einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden als er dem ehemaligen deutschen Tennis-Star Boris Becker einen Diplomatenpass der Zentralafrikanischen Republik verkauft haben soll. Becker und Welk haben im April 2018 über Twitter seinen neuen Diplomatenstatus vermeldet. Damit wollte er sich angeblich Immunität erkaufen, weil gegen ihn ein Insolvenzverfahren in London, UK, eröffnet wurde.

Berater von Krypto Scams

Welk ist auch in der Welt der Krypto-Leute, Scammer und Geldwäscher eine bekannte Größe. Er hat seine Erfahrungen und sein diplomatisches Netzwerk beispielsweise dem Krypto-MLM Schema Nexus Global der bekannten Scammer Christian Michel Scheibener und Michael Thomale zur Verfügung gestellt.

Welk wurde im Prospekt von NEXUS GLOBAL als Mitglied des Managements geführt (unsere Berichte hier).

Welk wurde aber auch in Verbindung mit anderen Krypto-Scams gebracht. Unter anderem soll er nach dem berüchtigten Gerlach Report der verschwundenen Krypto-Königin und OneCoin-Gründerin Dr. Ruja Ignatova eine neue Identität samt Pass verschafft haben. Auch mit dem österreichischen Optioment Scam von Cointed-Gründer Christopher Rieder wird Welk in Verbindung gebracht.

Berater des Krypto-Startups BTC Management

Stephan Welk hat in den Jahren 2017 und 2018 auch massiv im damals boomenden Krypto-Bereich mitgemischt. Er hat vielen Leuten geholfen ihr Schwarzgeld in Bitcoins zu tauschen und damit der Steuer und den Behörden zu entziehen. FinTelegram durfte bei einer derartigen Transaktion Zeuge sein und hat entsprechend berichtet. Wir haben damals sogar mit Welk telefoniert in Dubai und ihm gebeten uns bei einer Millionentransaktion mit Bitcoins zu helfen. Er hat seine Unterstützung angeboten.

Welk war in dieser Zeit auch der Berater des Wiener Krypto-Startups BTC Management GmbH von Michael Preiss und Karsten Meißner. Mitgründer des Unternehmens war Stefan Gärtner, damals auch massiv in Krypto-Mining involviert. Michael Preiss hat vor der Gründung seiner BTC Management unter anderem für den Deutschen Master-Scammer und MLM-Artisten Michael „Michi“ Sander gearbeitet.

Die BTC Management ist nach eigenen Angaben auf seiner Webseite www.btcmanagement.at der Betreiber von mehr als 100 Bitcoin-Automaten. Man will die größte Anlaufstelle in Europa beim Wechseln von FIAT in Crypto werden, so die ambitionierte Mission. Preiss ist mit seinem Partner Roman Haidinger auch bei der Brain Shoes AG involviert.

Heute distanziert sich Michael Preiss verständlicherweise sowohl von Stephan Welk der (a) kein Geschäftspartner war und mit dem er (b) seit eineinhalb Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Ebenfalls distanziert er sich von Michi Sander, den er für einen großen Gauner hält.

Viele Krypto-Schemata leben davon, dass Geld von Anlegern zu waschen und verschwinden zu lassen. Welk hat für den Transport des Bargeldes seine Diplomatenpost zur Verfügung gestellt. Wie auch in dem nunmehr in Deutschland hochgekommenen Betrugsfall der zur Verhaftung von Welk führte, war Dubai für die von Krypto-Geldwäsche von Welk von zentraler Bedeutung.

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