Handelsblatt: Wirecard in den Anlegerbetrug mit Binären Optionen von Option888 involviert

Handelsblatt berichtet über Wirecard und Option888

Felix Holtermann vom deutschen Handelsblatt hat heute über den deutschen Fintech Star Wirecard berichtet und dabei auch die Zusammenhänge mit binären Optionen und den Straffall rund um Uwe Lenhoff und seine Offshore-Gesellschaft Altair Entertainment N.V. beleuchtet. Lenhoff wurde im Februar 2019 nach vielen Anzeigen geschädigter Kleinanleger und Anlegerschutzvereinen auf der Grundlage monatelangen Ermittlungen verschiedenster Behörden in EU-Ländern verhaftet und sitzt seither in Untersuchungshaft in Österreich (siehe Bericht der FinTelegram). Sein Partner, der Israeli Gal Barak, wurde in Sofia zunächst ebenfalls verhaftet aber aus gesundheitlichen Gründen in den Hausarrest in sein Appartement in Sofia entlassen.

Uwe Lenhoff hat über seine Offshore-Gesellschaften wie Altair Entertainment N.V. viele illegale und auf Betrug ausgelegte Binäre Options-Seiten wie Option888, Xmarkets, TradoVest etc. betrieben. Gegen Option888 und die anderen Plattformen von Lenhoff und Altair Entertainment hat es eine Vielzahl von Investoren Warnungen von Finanzmarktaufsichtsbehörden gegeben.

Trotz der mehr oder weniger offensichtlichen Illegalität des Geschäftsbetriebs hat die deutsche Wirecard Altair Entertainment als Kunde akzeptiert und damit den Betrug an den Kleinanlegern erst ermöglicht. Der Handelsblatt-Bericht von Felix Holtermann weist im Detail einige Zahlungsabläufe von geschädigten Kleinanlegern nach:

Die Empfängerin war immer dieselbe: die Altair Entertainment N.V. mit Sitz in 0000 Willemstad, Curaçao, Karibik. Auch die kontoführende Stelle geht aus den Überweisungsbelegen hervor: „Wirecard Bank, Einsteinring 35, DE-85609 Aschheim“.

Der Versuch der Behörden, nach dem Hochkommen des groß angelegten Betrugs doch noch Geld auf dem Wirecard-Konto einzufrieren, misslang. Der Staatsanwaltschaft München teilte Wirecard mit: „Das Konto wurde am 10.06.2014 eröffnet und am 02.12.2016 geschlossen.“ Gelder der Geschädigten waren offenbar nicht mehr vorhanden was niemanden überraschen kann, der die Gepflogenheiten der Binären Optionen-Industrie und ihrer Scammer kennt.

Die für die Ermittlungen zuständige Staatsanwältin Victoria Hänel sagt zu diesem Thema gegenüber dem Handelsblatt:

„Wir haben es mit einer großen Zahl an Fällen und Konten zu tun, über die die Transaktionen abgewickelt worden sind (…) Wir haben mehrere Zahlungsdienstleister aufgefordert, Kontoverkehre offenzulegen, darunter auch die Wirecard Bank.“

Festzuhalten ist, dass Lenhoff und seine Altair Entertainment auch mit anderen registrierten Zahlungsverkehrsabwicklern wie der Payvision gutgehende Geschäftsbeziehungen unterhielten. Nach dem Stand der Ermittlungen von FinTelegram und der European Fund Recovery Initiative (EFRI) haben auch dutzende andere Scam-Broker diese beiden renommierten Institute verwenden um Kleinanleger um ihr Geld zu bringen. Lenhoff hat das persönlich eingefädelt und beispielsweise mit dem Payvision-Chef Rudolf Booker (hier sein LinkedIn Profil) die Zahlungsabwicklung orchestriert. Dabei war Booker offensichtlich bewusst, dass er und die von ihm geführte Payvision an einem Betrugssystem rund um Binäre Optionen und Broker Scams mitwirken.

Es wird die Aufgabe der zuständigen Behörden sein, den Umfang der Mitwirkung dieser Institute und deren Verantwortung gegenüber Kleinanlegern festzustellen. Derzeit werden weder Wirecard noch Payvision als Beschuldigte in den diversen Strafverfahren geführt.

Tatsache ist jedoch, dass der Betrug mit binären Optionen bei Wirecard, Payvision und anderen Finanzdienstleistern erheblich zu deren unglaublichem Wachstum beigetragen haben. Der Vermögenszuwachs über die Wertsteigerung der Unternehmen wurde in einem nicht unerheblichem Ausmaß von den geschädigten Kleinanlegern wie Option888, XTraderFX oder SafeMarkets bezahlt.

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