Insiderhandel: Zurückgetretener TenX-Präsident Julian HOSP gesteht den Verkauf seiner PAY-Token ein

Julian Hosp tritt zurück und macht Insiderhandel

Julian HOSP ist eine Person des öffentlichen Interesses. Dazu hat er sich in den letzten Jahren selber gemacht. Er hat es erfolgreich geschafft, aus seinem Namen eine global bekannte Marke zu machen. Er hat sich selbst zum Blockchain Experten ernannt und vermarket sich als solcher über seine Webseite www.julianhosp.com. Er hat den ICO-Hype und den TenX ICO geschickt genutzt, um sich als Sprecher, Berater und Autor zu vermarkten. Er ist eine „buchbare“ Person geworden.


Die Selektive Wirklichkeit

Julian HOSP hat gestern seinen Rücktritt als Präsident der TenX verlautbart.

Bereits vor dem Eintritt in die Krypto-Szene hatte er seinen Lebenslauf um seine jahrelange Tätigkeit für das berüchtigte MLM-Ponzi-Schema LYONESS bereinigt. Bekanntlich war Julian HOSP als hochrangiges Mitglied dieses Ponzi-Schemas für den asiatischen Markt verantwortlich. Die Umstände seines Ausscheidens sind bis heute nicht offengelegt worden. Nach den FinTelegram vorliegenden Informationen wurde zwischen LYONESS und Julian HOSP eine entsprechende Vertraulichkeitserklärung unterfertigt. Bis zum heutigen Tag ist Julian HOSP eine Legende im LYONESS-System und hat dieses mit seinem Marketing-Talent und seiner Energie geprägt und getrieben.

Der diesbezügliche Fehler von Julian HOSP war und ist aus unserer Sicht weniger die Tätigkeit für LYONESS als das Verschweigen und die vorsätzliche Vernichtung aller Beweise seiner Tätigkeit. Mangels Erklärung von Julian HOSP resultieren daraus Spekulationen. An diesen Spekulationen ist aber HOSP selbst schuld. Hätte HOSP nach dem Bekanntwerden seiner Tätigkeit für LYONESS eine öffentliche Erklärung abgegeben, wäre die Sache wahrscheinlich nicht dermaßen eskaliert. Stattdessen hat er die Leute angegriffen, die darüber berichteten. Gegen FinTelegram hat HOSP eine Beschwerde bei Google eingebracht, die erfolglos war. Das Lamentieren über die ungerechte Welt ist schlicht eine erneute Verdrehung der Wirklichkeit. Eine öffentliche Person, die ihren Namen zur Marke stilisiert, wird von der Öffentlichkeit auch entsprechend zur Verantwortung gezogen. Wer von der Öffentlichkeit lebt, wird von dieser auch gerichtet. Das muß man wissen, wenn man so wie Julian Hosp in der Öffentlichkeit agiert.

Selektive Kommunikation widerspricht Gesetz

Die selektive Veröffentlichung von Tatsachen lässt ein falsches Bild entstehen. Man kann auch mit richtigen Fakten durch Weglassung lügen.

Die Vorgangsweise der selektiven Veröffentlichung widerspricht auch den gesetzlichen Regelungen für Publikumsgesellschaften. Diese müssen nach den sogenannten Disclosure Richtlinien alle Umstände rund um das Unternehmen und die handelnden Personen zeitgerecht und wahrheitsgemäß berichten.

Ein Investor eines solchen Unternehmens muss auf Grundlage der aktuellen Informationen in der Lage sein, sich ein Bild über die Unternehmenssituation zu machen. Das Verschweigen von wichtigen Fakten ist daher weder mit den ethischen Verhaltensregeln noch mit den zivil- und strafrechtlichen Gesetzen der meisten Jurisdiktionen zu vertreten. TenX ist nicht börsenotiert aber ohne Zweifel eine Publikumsgesellschaft. Sie hat im Zuge eines öffentlichen Angebotes (ICO) 2017 rund USD 80 Mio von Anlegern entgegengenommen. Aufgrund der Charakteristika des verkauften PAY Tokens handelt es sich wohl um einen Security Token – also dem Equivalent einer Aktie.

Die nächste Bombe: Insiderhandel

Wenige Stunden nach dem verlautbarten Rücktritt  von Julian HOSP erschien auf Reddit ein Posting in welchem Julian HOSP unterstellt wurde, dass er wenige Tage vor seinem Rücktritt eine große Menge von PAY-Token verkauft hätte.

In seiner Video-Botschaft zum Rücktritt hat er das nicht erwähnt. Aber die Vermutung auf Reddit hat sich als richtig erwiesen. In einer Stellungnahme gegenüber BTC Echo argumentiert Julian HOSP nun damit, dass sein Rücktritt spontan erfolgte. Er hätte also zum Zeitpunkt des Verkaufes seiner PAY-Tokens – wenige Tage vor der Verlautbarung seines Rücktritts – nicht gewusst, dass er zurücktreten würde. Damit will HOSP offensichtlich dem Vorwurf des Insiderhandels entgegentreten. Das kann man glauben oder nicht. Angesichts der bisherigen Geschichte von Julian HOSP und im Sinne einer kritischen Berichterstattung tendieren wir dazu, das nicht zu glauben. Man weiß es nicht. Weder Julian HOSP noch TenX kommunizieren offen mit dem Markt.

Insiderregelungen gelten für Finanzinstrumente auf geregelten Märkten. Dieser Begriff umfasst in den entwickelten Ländern organisierte Märkte und multilaterale Handelsplätze. Beim PAY Token handelt es sich einwandfrei um ein Finanzinstrument (Security Token), der auf einem organisierten Markt gehandelt wird. Dementsprechend könnte argumentiert werden, dass selbst, wenn es zum Zeitpunkt des Verkaufs der PAY-Token noch keine Absicht zum Rücktritt bei HOSP gegeben hätte, er den Verkauf einer so hohen Anzahl von PAY Token veröffentlichen hätte müssen. Er hat doch sonst auch jede Kleinigkeit marketingtechnisch verwertet.

Julian Hosp ist in der gesetzlichen Definition ein Insider bei TenX. Insider müssen ihre Transaktionen mit den Wertpapieren des Emittenten melden. Der TenX PAY-Token als Security Token unterliegt ebenso wie TenX als Emittent als auch Julian HOSP als Führungsmitglied des Emittenten den Regelungen der Wertpapiergesetze der einzelnen Länder. Die Strafbestimmungen zum Insiderhandel in den diversen Ländern umfassen die Nutzung von Insiderinformationen mit dem Vorsatz, sich oder einem Dritten „einen Vermögensvorteil zu verschaffen““.

Insofern sind beide Szenarien unseres Erachtens nach Verfehlungen gegen die Bestimmungen des Insider-Handels:

  • Julian HOSP hat im Wissen des baldigen Rücktritts eine hohe Anzahl an PAY Token verkauft oder
  • Julian HOSP hat ohne das Wissen des baldigen Rücktritts eine hohe Anzahl von PAY Token verkauft.

In beiden Fällen hätte die Öffentlichkeit von Julian HOSP und TenX informiert werden müssen.

Fazit Insiderhandel

Hier unser Fazit beim derzeitigen Stand der Informationen:

  • Julian HOSP ist ein Insider bei TenX, dem Emittenten der PAY-Token.
  • Mit dem von Julian HOSP eingestandenen Verkauf der PAY-Token hat er jedenfalls eine Insider-Transaktion durchgeführt.
  • Durch die verfehlte Meldung an die Öffentlichkeit hat er damit einen Verstoß gegen die diesbezüglichen Insider-Regelungen zum Nachteil der übrigen PAY-Token-Besitzer begangen.
  • Hat Julian HOSP zum Zeitpunkt des Verkaufs schon die Absicht gehabt, als Präsident von TenX zurückzutreten, dann hat er auch noch vorsätzlich zum Schaden der übrigen PAY-Token-Besitzer gehandelt und ist diesen zum Schadenersatz verpflichtet.

Im Übrigen steht hier auch TenX in der gesetzlichen und ethischen Verpflichtung – hat TenX von dieser Transaktion gewusst und es unterlassen, darüber zu berichten, dann treffen entsprechende Haftungen für die Beteiligten ein.

1 Kommentar

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