Investment-Scams: Ermittlungen gegen MoneyNetInt in Polen

MoneyNetInt investor warning Polish regulator

FinTelegram hat Informationen erhalten, dass gegen den Zahlungsverkehrsanbieter MoneyNetInt Ltd Ermittlungen der Behörden in Polen laufen. Whistleblower und Opfer haben an FinTelegram immer wieder gemeldet, dass Zahlungen an Binäre Optionen- und Broker-Scams über polnische Bankkonten von MoneyNetInt abgewickelt wurden.

MoneyNetInt Ltd ist ein in UK registriertes Unternehmen, das mit einer Lizenz der UK Financial Conduct Authority (FCA) arbeitet. Auf Grund der EU-Passport-Regelungen darf das Unternehmen daher seine Finanzdienstleistungen damit innerhalb der meisten EU-Länder erbringen. CEO des Unternehmens ist der Israeli Ishay Moshe Trif.


Eckdaten:


Investorenwarnungen von Finanzmarktaufsichtsbehörden

Die Finanzmarktaufsichtsbehörden von Polen und anderen Ländern haben MoneyNetInt bereits in der Vergangenheit wegen Verstößen in Verbindung mit Broker-Scams verwarnt. Beispielsweise hat die polnische Finanzmarktaufsichtsbehörde KNF eine öffentliche Investorenwarnung gegen MoneyNetInt wegen des Broker-Scams Tradereu.com ausgesprochen.

Die belgische FSMA hat im Dezember 2017 festgestellt, dass MoneyNetInt als Zahlungverkehrsdienstleister in den Swiss Royal Bank (SRB)-Scam involviert war. Zahlungen von Kunden-Opfern dieser und anderer Scams wurden über polnische Konten von MoneyNetInt abgewickelt. Bereits 2016 hat Simona Weinglass in der Times of Israel in ihrem Artikel Follow the money – how one defrauded binary options investor got his cash back über die Involvierung von MoneyNetInt in Binäre Optionen-Scams und Bankkonten in Polen berichtet.

EFRI und Zahlungsverkehrsdienstleister

Die von FinTelegram mitgegründete European Fund Recovery Initiative (EFRI) hat ebenfalls von zahlreichen Opfermeldungen verschiedenster Scams die massive involvierung von MoneyNetInt dokumentieren können. Neben Moorwand Ltd (früher UPayCard) und Moneta International UAB war/ist MoneyNetInt Ltd sicherlich der größte regulierte Finanzdienstleister in dieser Scam-Broker-Szene.

Behörden verschiedenster Länder gehen seit Monaten intensiv gegen PSPs im Umfeld der Binären Optionen- und Broker-Scams vor. Es ist unbestreitbare Tatsache, dass ohne die Mitwirkung dieser PSPs diese Scams gar nicht möglich wären. Damit würden zehntausende Kleinanleger ihr Geld nicht an diese Scams verloren haben. Diese PSPs unterstützen die illegalen und betrügerischen Broker-Schemata und verdienen damit viel Geld. Über die mitwirkenden PSPs und deren Bankverbindungen werden die von den Kleinanlegern gestohlenen Gelder gewaschen und verteilt.

Nach dem Motto „Folge dem Geld“ können Behörden über die involvierten Zahlungsverkehrsdienstleister aber auch den gestohlenen Geldern nachgehen und die wirtschaftlichen Eigentümer hinter den Scams finden. Das setzt allerdings die Mitarbeit der betroffenen PSPs voraus.

Gal Barak und OptionStarsGlobal

MoneyNetInt war als Zahlungsverkehrsdienstleister auch in die Scams des Israeli Gal Barak und seiner E&G Bulgaria involviert. Beispielsweise wurden Zahlungen von Kunden-Opfern des OptionStars und OptionStarsGlobal-Scams über MoneyNetInt abgewickelt. Dabei konnten ebenfalls die polnischen Bankkonten von MoneyNetInt identifiziert werden.

Die Cyberscam Organisation von Gal Barak steht im Zentrum von Ermittlungen mehrere europäischer Behörden wegen Finanzkriminalität, Geldwäsche und Investmentbetrug. Gegen Gal Barak besteht ein EU-Haftbefehl. Einer seiner Partner, der deutsche Staatsbürger Uwe Lenhoff, wurde bereits Anfang des Jahres verhaftet und wartet in Deutschland auf das Verfahren. MoneyNetInt ist als Zahlungsverkehrsdienstleister tief in einige Scams von Gal Barak und Uwe Lenhoff involviert.

Ermittlungen, Unschuldsvermutung und zweifelfreies Wissen

Die Ermittlungen der polnischen Behörden sollten diesbezüglich neue Erkenntnisse bringen und den Aktivitäten von PSPs im Umfeld von Broker- und Investment-Scams einen Riegel vorschieben. FinTelegram möchte ausdrücklich festhalten, dass bis zum Beweis des Gegenteil die Unschuldsvermutung für MoneyNetInt gilt.

Allerdings kann ohne jeden Zweifel festgehalten werden, dass MoneyNetInt dutzende Investment-, Broker- und Binäre Optionen-Scams mit seinen Zahlungsverkehrsdienstleistungen unterstützt hat.

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