INVESTOREN-WARNUNG: Illegaler Broker XtraderFX, GPay und Geldwäsche

Georgi Komisarov, GPay and money laundering schemes

Gegen den illegalen Online Broker XTraderFX und den nicht lizenzierten Payment Services Provider GPay Ltd liegen bereits vielfache Warnungen von diversen Finanzmarktaufsichtsbehörden vor. FinTelegram arbeitet seit einiger Zeit mit Anlegern in Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen, um die Vorgänge und Abläufe dieses Cybercrime-Netzwerkes zu verstehen. Heute wollen wir einen ersten Bericht liefern. Dieser zeigt, wie XTraderFX und GPay Scheinfirmen in Deutschland und Ungarn nutzen, um Gelder von Anlegern in Deutschland, Schweiz und Österreich zu erschleichen. Die Fäden dieses Cybercrime-Netzwerkes laufen in Bulgarien beim Israeli Gal BARAK und seiner E&G Bulgaria zusammen und spannen sich über ein Netzwerk an israelischen Partnern von den Marshall Islands über Hong Kong bis nach Israel.


Einzahlungen über Scheinfirmen

XTraderFX ZahlungsinstruktionenKunden, die sich bei XTraderFX (XFX) registrieren und Geld mittels Banküberweisung deponieren sollen, erhalten die Bankdaten von Scheinfirmen in Deutschland und Ungarn. Darunter ist beispielsweise die in Leipzig registrierte Baufirma IntellEstate Bau GmbH. Geschäftsführerin der Gesellschaft ist die Ukrainerin Julia IVANTSIV. Die Einzahlungen an XTraderFX werden über ein Konto der Baufirma bei der deutschen Postbank geführt. Die Kunden erhalten von XFX eine entsprechende Anweisung (siehe Screenshot). Auch über ungarische Baufirmen wie die Csermimetal Kft und die ungarische Polgari Bank werden derartige Zahlungen an XFX weitergeleitet.

Das sind nur beispielhaft zwei der vielen Scheinfirmen, mit denen diese illegalen Broker-Seiten arbeiten. Tatsächlich arbeiten diese illegalen Broker über diverse sogenannte Merchant Identification Numbers (MID) mit einer Vielzahl von Payment Services Providern und Scheinfirmen. Kontoverbindungen werden häufig gewechselt, um den Behörden die Nachverfolgbarkeit zu erschweren.

Beispiel: Abwicklung über GPay Ltd und Georgi KOMISAROV

Kunden von FXF werden auf der Webseite darüber informiert, dass die Abwicklung aller Zahlungen über die in UK registrierte GPay Ltd erfolgt (Company No: 10938332 siehe Companies House). Gegen diesen nicht registrierten und/oder lizenzierten Payment Services Provider (PSP) liegen zahlreiche Warnungen von Finanzmarktaufsichtsbehörden vor. Geschäftsführer der GPay Ltd ist der Bulgare Georgi KOMISAROV der auch Geschäftsführer der bulgarischen Green Oak Ltd (siehe OpenCorporates-Eintrag) ist. Die Green Oak Ltd ist der offizielle Betreiber der illegalen Broker-Seite www.roiteks.com. Gegen diese Webseite liegen ebenfalls zahlreiche Warnungen vor.

Georgi KOMISAROV ist auch der Geschäftsführer der in Estland registrierten Chillimarkets OU (Chillimarkets Ltd – siehe Firmeninformation hier). Diese hat bis vor kurzem die illegale Binary Options Broker-Seite SwissRoyalMarkets betrieben. Offiziell ist Chillimarkets ein Marketingunternehmen. Das ist üblich in dieser Szene. Laut Firmenbuch hat Chillimarkets alleine in den ersten 3 Quartalen 2018 mehr als EUR 600.000 Umsatz verzeichnet. Das dürften wohl die Provisionen aus der illegalen Akquisition von Kundengeldern gewesen sein.

Geldwäsche aus kriminellen Organisationen

Die Einnahmen aus dem Betrieb der illegalen Online-Broker sind per Definition Einnahmen aus organisierter Kriminalität und müssen daher reingewaschen werden. Dazu bedienen sich die Betreiber zahlreicher Offshore-Firmen und Payment Services Provider (PSP) wie PayVision, PayRetailers oder Praxis. Kundengelder, die gesetzlich auf gesonderten Konten gehalten werden müssten, werden für Provisions- und Marketingzahlungen verwendet und in die Privatsphäre der Betreiber dieser illegalen Broker-Seiten verschoben.

Die GPay ist eine Drehscheibe für die internationale Geldwäsche rund um illegale Broker-Aktivitäten. Nach den uns vorliegenden Unterlagen ist der 59-jährige Georgi KOMISAROV lediglich ein Frontman für die kriminelle Organisation dahinter. Es besteht beispielsweise eine direkte Verbindung zu den Firmen von Gal BARAK, dem Wolf von Sofia. Monat für Monat werden über GPay Millionen an Kundengeldern an Firmen in Bulgarien und den Marshall Islands überwiesen und von dort nach Israel, Hong Kong oder andere Offshore-Zentren bewegt. Die Details dazu im nächsten Bericht.

EFRI Funds Recovery Kampagne

FinTelegram hat gemeinsam mit Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern und Behörden in verschiedenen Ländern die European Funds Recovery Initiative (EFRI) ins Leben gerufen. Geschädigte Anleger können auf der EFRI-Seite ihre Forderungen und Beschwerden einmelden.

Nächster Bericht: Geldwäsche über Bulgarien, Hong Kong und Israel

Geldfluss zwischen Bulgarien und den Offshore-Firmen Online Prospect und MUU Group anhand konkreter Rechnungsbeispiele und Firmenkonstruktionen.

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