Investorenwarnung XTraderFX und GPay – Sittenwidrige Vereinbarung für Rückzahlung gefordert

XTRaderFX withdrawal agreement with GPay Ltd and Georgi Komisarov

Registrierte Mitglieder unserer EFRI Kampagne zur Wiedergewinnung ihrer Gelder von den illegalen Broker-Seiten von Gal Barak und seiner E&G Bulgaria haben zuletzt Post bekommen. Auf Anforderung von Klienten, ihre Gelder von der Broker-Plattform wieder auf ihre Bankkonton zu überweisen, haben wurden zur Unterfertigung einer Vereinbarung aufgefordert. Für die Zwecke einer möglichen (nicht sicheren) Rücküberweisung der Kundengelder wäre die Unterfertigung eines sogenannten „Party Withdrawal Agreement“ erforderlich. Nach Studium dieses Agreements können wir allen Kunden nur dringend raten, dieses nicht zu unterfertigen. Dieses ist sittenwidrig und unterwirft die Klienten u.a. einer Verschwiegenheit, die ihnen unter Umständen die weitere Forderungsbetreibung erschweren könnte.


Der Vertragspartner

Die Vereinbarung ist zwischen den Kunden illegalen Broker-Plattform XTraderFX und deren Betreiber, der in UK registrierte Firma GPay Ltd ausgestellt (siehe Firmenbuch). Diese weist sich im Agreement als wirtschaftlicher Eigentümer der XTraderFX-Plattform aus. Geschäftsführer dieser GPay Ltd ist der Bulgare Georgi Komisarov, der auch in einer Reihe anderer illegaler Broker-Schemata wie der bulgarischen Green Oak EOOD oder der estländischen Chillimarkets mitwirkt. Mehr Informationen zu Georgi Komisarov hier in diesem FinTelegram-Bericht.

Laut englischem Firmenbuch gehört die GPay Ltd auch diesem Georgi Komisarov. FinTelegram liegen jedoch Informationen vor, die als wirtschaftlichen Eigentümer Gal Barak und seine Lebensgefährtin Marina Andreeva ausweisen.

Gal Barak, Marina Andreeva und die Seagulf Ltd

Tatsache ist, dass über das Konto der GPay Ltd bei der bulgarischen Investbank (IBAN BG30IORT80481488911800) Millionen Euro an die diversen Offshore-Konten der Firmen von Gal Barak und Marina Andreeva üerwiesen wurden. Marina Andreeva hat von diesem Kunde Millionen an Bargeld behoben. Hier ein paar Transaktionen aus dem November und Dezember 2018:

GPay Ltd and Marina Andreeva cash transactions GPay bank statement seagulf and marina andreeva

 

Bemerkenswert ist, dass über GPay Ltd 2018 auch Überweisungen in Millionenhöhe an die auf den Marshall Islands registrierte Seagulf Ltd gemacht wurde. Diese wiederum hat Anfang März 2019 die Domain www.claim-service.biz registriert, um Kundenzahlungen für XTraderFX und andere zugesperrte Plattformen von Gal Barak zu tätigen. Insofern sollte man diese Seagulf Ltd als Vertragspartner mitnehmen.

Die Provisionszahlung vorab?

GPay verlangt für die Auszahlung der Kundengelder eine Provision von 10% von den betroffenen Kunden. Richtig gelesen! Der Betreiber einer nachweislich illegal geführten Broker-Plattform verlangt für die Rückzahlung der zu Unrecht erhaltenen Gelder eine 10%-Provision. Nach der Formulierung des Agreements wäre die Provisionszahlung sogar vorab fällig.

Kein Closing Date

Obwohl sich die Vereinbarung mehrmals auf ein Closing Date bezieht ist ein solches in der Vereinbarung nicht genannt. Die Rückzahlung soll am nicht genannten Closing Date bis 12.01 am (GMT +0) erfolgen.

Der Administrator – ein Fake!

In der Vereinbarung wird immer wieder auf einen Administrator referenziert, der offenbar für die Abwicklung der Firma und der Rückzahlungen zuständig ist. Ein Administrator wird üblicherweise für die Abwicklung – also Auflösung – einer Firma bestellt. Zum Administrator wurde offenbar der Geschäftsführer Georgi Komisarov bestellt. Was soll das für einen Sinn haben?

Es sieht für uns so aus als würden hier die Betreiber eine Insolvenz des Unternehmens vorbereiten und durch die Unterfertigung solcher Agreements durch betrogene Anleger soll der Vorwurf des Betrugs weggebracht werden. Man wollte ja gerne rückzahlen aber leider, leider ist die Firma zwischenzeitlich insolvent. Strafrechtlich gesehen benötigt es den Vorsatz oder zumindest die Inkaufnahme des Betrugs, um die Leute zu bekommen. Mit dem „Party Withdrawal Agreement“ könnte man den Gerichten vielleicht beweisen wollen, dass man diesen Vorsatz nicht hatte.

Zusagen sinnlos

Die von GPay in diesem Agreement gemachten Zusagen sind wertlos. Wenn sich die Firma selbst garantiert, dass sie sich zahlungsfähig halten wird, dann ist das bestenfalls lachhaft. Auch wird erwähnt, dass die Firme den Administrator über alle Entwicklungen am Laufenden halten und alle Informationen offenlegen wird. Da der Administrator der Geschäftsführer ist informiert sich dieser also selbst. Das ist rechtlicher Unfug und regelrechte Verarschung der Klienten.

Vertraulichkeit unsittlich

Mit Unterfertigung der Vereinbarung verpflichten sich die Kunden zur Verschwiegenheit über die Angelegenheit. Damit könnte man verhindern wollen, dass EFRI oder FinTelegram oder andere Medien über den Betrug und dessen Einzelfälle berichten.

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