Kriminalfall Veltyco – Uwe Lenhoff schiebt Verantwortung auf Vorstände und Mitaktionäre

Der VELTYCO RTO

Der Kriminalfall rund um den inhaftierten Uwe Lenhoff und seine börsennotierte Veltyco Group entwickelt sich auch zu einem Fall für die Finanzmarktaufsichtsbehörden und umfasst offenbar auch Verfehlungen des Veltyco Vorstandes. Laut einigen Mitbeschuldigten schiebt Lenhoff die Veranwortung für die Verfehlungen und Straftaten auf den Vorstand und das Management der Veltyco sowie auf seinen Mitaktionär und Geschäftspartner DJ Bakker ab.


Der holländische Mitaktionär

Gerne benutzte der Veltyco-Gründer und Hauptaktionär Uwe Lenhoff den Privatjet seines holländischen Mitaktionärs und langjährigen Geschäftspartner Dirk Jan „DJ“ Bakker.

Es wurde FinTelegram von einigen involvierten Personen mitgeteilt, dass der inhaftierte und des schweren gewerbsmäßigen Betrugs, Geldwäsche und Finanzstrafvergehens beschuldigte Lenhoff offenbar seinen Partner und Veltyco-Großaktionär, den Holländer DJ Bakker, beschuldigt, in Finanzierung und Betrieb der illegalen Broker-Schemata Option888 und XMarkets involviert gewesen zu sein. Ebenso wäre Bakker als Mitgesellschafter seiner Sheltyco Enterprises Ltd in die Finanzierung und Entwicklung des Boiler Rooms der Silkline Group im Kosovo involviert gewesen. Bakker hätte defacto auch großen Einfluss auf die Führung der Veltyco Group gehabt und die Bestellung von Melissa Blau zum CEO praktisch im Alleingang erledigt.

DJ Bakker sollen 40% der Sheltyco Enterprises Ltd, welche im Juni 2016 den Reverse Takeover (RTO) mit der damaligen börsennotierten Velox3 durchführte, gehört haben. Damit wurde DJ Bakker auch zum zweitgrößten Aktionär der Veltyco Group nach Lenhoff (Börseprospekt Veltyco zum Download hier).

Vorstand und Manager ist verantwortlich

Schwer belastet dürfte von Lenhoff auch der ehemalige Veltyco-Vorstand Hans Dahlgren werden. Es wäre ausschließlich Dahlgren gewesen, der über die Altair Entertainment N.V. disponiert hätte. Damit wäre Dahlgren auch für die illegalen Plattformen Option888 und XMarkets sowie für LottoPalace verantwortlich gewesen. Lenhoff selbst will nicht in das operative Geschäft involviert gewesen sein. Auch will er den Altair Entertainment-Partner Yaroslav Dmitriev nicht kennen. Alles die Sache von Hans Dahlgren.

FinTelegram liegen hingegen anderslautende Aussagen von Marcel Noordeloos vor, der Lenhoff als treibende Kraft der Altair Entertainment bezeichnet. Auch verfügt FinTelegram über Email-Korrespondenz von Lenhoff betreffend Altair Entertainment und Option888. Die Wegweisung der Verantwortung an andere Vorstände und das Management der Veltyco dürfte lediglich eine untaugliche Verteidugungsstrategie des Lenhoff sein.

Es stellt sich jedoch für die zuständige Börsenaufsicht in London die Frage, warum der Vorstand eines börsennotierten Unternehmens bei diesen illegalen Machenschaften des Hauptaktionärs sehenden Auges mitmacht und was die Konsequenzen sein werden. Aus Sicht der geprellten Investoren stellt sich darüber hinaus die Frage der straftrechtlichen und schadenersatzrechtlichen Haftung der involvierten Vorstände, Manager und Aktionäre.

Bulgarische Winslet Enterprises war operative Einheit

Bestätigt wird hingegen, dass die in bulgarische Winslet Enterprises EOOD von Lenhoff die eigentlich operative Firma rund um das Veltyco-Netzwerk war. Angeblich hätte die Veltyco nicht einmal über ein Bankkonto verfügt. Zahlungen mussten daher über die Winslet organisiert werden. Dabei hat Lenhoff die Veltyco-Vorstände auch angewiesen wahrheitswidrige Aussagen über Geschäftsabwicklung und Zahlungen zu machen. Entsprechende Telefonprotokolle und unterlagen liegen vor.

Die Winslet Enterprises stand in der alleinigen Verfügungsgewalt des Uwe Lenhoff. Über diese liefen offenbar die wesentlichen Einnahmen und Ausgaben der Veltyco-Gruppe.

Mittäter Payvision

Schwer belastet dürfte auch Payvision und deren CEO Rudolf Booker werden, die als Zahlungsverkehrspartner von Lenhoff und Veltyco tätig waren. Auch hier schiebt Lenhoff die Verantwortung auf Hans Dahlgren, der mit Payvision die Kooperation im Bereich der binären Optionen organisiert haben soll. Allerdings sprechen die Telefonate zwischen Booker und Lenhoff eine ganz andere Sprache. Angeblich wäre Payvision auch in heikle Graumarktgeschäfte involviert gewesen über die Lenhoff Bescheid wusste.

Es scheint, dass die Veltyco und deren Management in die Machenschaften von Lenhoff direkt involviert waren und/darüber Bescheid wussten. Marcel Noordeloos wird wie auch Hans Dahlgren und DJ Bakker von Lenhoff die Verantwortung für Vergehen der Veltyco – darunter auch die falschen Veröffentlichungen und Bilanzen – zugeschoben. Weitere Enthüllungen und Überraschungen im Kriminalfall rund um die Veltyco wird es mit Sicherheit noch geben.

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