KRYPTO-DEPRESSION: PERSONALABBAU UND KOSTENEINSPARUNG ALS NEUE PARADIGMEN

Die Post-Hype Depression hat die Krypto-Szene voll erwischt. Der anhaltende Kurs- und Kaufkraftverlust der Kryptowährungen macht diese weniger interessant für Nutzer und Anleger. Daher bricht für viele der Krypto-Startups die Nachfrage und der Geldstrom von Investoren zusammen. Personalabbau und Kosteneineinsparungen sind das neue Paradigma für die Krypto-Startups. Das Überleben der meisten Startups steht am Spiel.


Der Verlust der Kaufkraft der Krypto-Szene

Die Kaufkraft der Krypto-Szene gegenüber den FIAT-Währungen ist 2017 stets gestiegen. Die neuen Krypto-Millionäre wurden allerorts gefeiert und das alte FIAT-Geld floss in Milliardenhöhe in Richtung Krypto.

Damit war es für die Krypto-Leute leicht, sich real-world Assets und Personal auf FIAT-Märkten einzukaufen. Die Nachfrage nach Krypto und damit deren Kaufkraft. Seit Anfang 2018 hat die Kaufkraft aller Krypto-Währungen gegenüber den FIAT-Währungen aber um mehr als 80% verloren. Einkäufe auf den FIAT-Märkten sind für die Krypto-Wirtschaft zu teuer geworden. Damit lassen sich Energie, Miete, Kredite und Mitarbeiter nicht mehr bezahlen. Kosteneinsparungen durch Kündigung und Freisetzung von Mitarbeitern ist der erste Schritt zum Überleben.

Es zeigt sich jetzt auch das Paradoxon der „neuen“ Geldschöpfung über Blockchains, Mining und Smart Contracts. Solange es keine Krypto-Märkte für die von Menschen und Unternehmen benötigten Resourcen gibt, ist das „neue“ Krypto-Geld nichts wert. Ohne dahinterstehende Krypto-Wirtschaft verfügen die Blockchains, Coins und Token über keinen intrinsischen Wert.

Vorzeigeprojekt STEEMIT in Bedrängnis

Der Kaufpreisverlust hat die Situation für eines der führenden Krypto-Startups massiv und offenbar lebensbedrohend betroffen – STEEMIT.

So hat beispielsweise die in New Jersey registrierte STEEMIT INC kürzlich angekündigt, 70% seiner Mitarbeiter abbauen zu müssen. Steemit betreibt eine blockchain- und krypto-basierte Blogging-Plattform wobei die Mitglieder mit Steem Coins für ihre Beiträge und Mitarbeit belohnt werden. Die Steem  Coins selbst werden durch die Miner der Steemit-Blockchain erzeugt. Die Steemit Coin ist bereits seit August 2016 an diversen Krypto-Börsen gelistet, das Projektteam hat tolle ARbeit geleistet und ein Vorzeigeprojekt geschaffen. Der Preis des Steem ist trotzdem wie die meisten anderen Kryptowährungen in den letzten Monaten und Wochen massiv verfallen. Derzeit wird die Steem Coin auf CoinMarketCap nach der Marktkapitalisierung an der 50. Stelle der Coins geführt. Die Coin musste einen Einsturz von mehr USD 1,8 Milliarden im Januar 2018 auf weniger als USD 100 Millionen Anfang Dezember 2018 zu verzeichnen ist. Ein Verlust von 95% der Kaufkraft gegenüber FIAT.

Der STEEMIT CEO Ned SCOTT fasst die Situation in einem Blog-Beitrag wie folgt zusammen: Die Verkäufe der Steem Coins gegen FIAT-Geld reichen nicht mehr aus, um die Steemit-Blockchain mit der bestehenden Kostenstruktur zu betreiben. Das mögliche Überleben von Steemit könne nur mir Kostensenkung und Restrukturierung sichergestellt werden (siehe auch Video)

Auch Erotik ist in Krypto-Depression

Bekanntlich verkauft sich Erotik und Sex im Internet phantastisch und zählen zu den größten Verkehrstreibern in weltweiten Netz. In der neuen Krypto-Industrie versinkt aber offenbar auch Sex und Erotik derzeit im depressiven Umfeld.

Die Betreiber der blockchain-basierten Erotikplattform SpankChain müssen Personal abbauen. SpankChain sollte das Rotlicht-Viertel der Krypto-Szene werden. Über SpankChain können Erotik-KünstlerInnen ihre Darbietungen mittels Webcam an Besucher verkaufen. Angeblich haben sie damit gut verdient. Im November 2018 wurde verlautbart, dass die 31 registrierten Erotik-KünstlerInnen mehr als USD 70.000 mit mehr als 6.000 registrierten Besuchern verdient hätten. Angeblich würden sich rund 20 neue Erotik-Künstlerinnen pro Woche registrieren. Das Unternehmen hat 2017 rund USD 6 Millionen im Rahmen eines ICOs erhalten.

Die Marktkapitalisierung des SpankChain Tokens ist derzeit auf knapp unter USD 8 Millionen gesunken von einst USD 190 Millionen. Ein Verlust von mehr als 95% der Kaufkraft. Um die Verluste zu minimieren und Kosten zu sparen muss SpankChain 60% seiner Mitarbeiter abbauen.

Die Insolvenzwelle in Q1 2019

Es braucht keinen Raketenwissenschaftler, um die Analyse anzustellen, dass Steem, SpankCoin und andere Krypto-Startups noch keine Gewinne erzielen und auf Investorengelder angewiesen ist. Vor allem aber sind die Krypto-Startups auf eine hohe Kaufkraft angewiesen, um sich die benötigten Resourcen in der FIAT-Welt besorgen zu können. Es hilft die ganze neue „Geldschöpfung“ über Blockchains und Smart Contracts nichts, wenn das „neue Geld“ keine Kaufkraft hat.

Solange die Krypto-Kurse gestiegen sind, konnte die Finanzierung der Projekte alleine aus den Kursgewinnen der über Smart Contract erzeugten und/oder geminten Kryptowährungen und deren Verkauf gegen FIAT finanziert werden. Bitcoin (BTC), Ether (ETH) & Co haben seit Januar 2018 allerdings 80% bzw. 90% gegenüber FIAT verloren und damit die Kaufkraft wie auch Finanzierungsfähigkeit der Krypto-Startups vernichtet. Rasche Erholung ist derzeit nicht in Sicht.

Wir rechnen angesichts der anhaltend depressiven Marktlage im Krypto-Segment mit vielen Insolvenzen und somit Totalausfällen von Projekten. Vor allem in 1. Quartal 2019 werden wir diese erste große Welle der Marktbereinigung erleben.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here