Mitwisser und Mitwirker in der kriminellen Vereinigung von Lenhoff und Gal Barak

Veltyco Lenhoff Network of Companies

Die Cybercrime Organisation von Uwe Lenhoff und Gal Barak mit ihren illegalen Broker-Schemata wäre ohne die Mitwirkung von weiteren Leuten nicht möglich gewesen. Die beiden wurden bekanntlich im Zuge einer internationalen Polizeiaktion im Februar 2019 verhaftet (FinTelegram Artikel hier). Lenhoff sitzt derzeit in Österreich in Untersuchungshaft, Barak ist aus gesundheitlichen Gründen im Hausarrest in Sofia und wartet auf die Auslieferung nach Österreich. Lenhoff und Barak haben u.a. illegale und betrügerische Broker-Seiten wie Option888, Xmarkets, SafeMarkets, XTraderFX oder TradoVest betrieben.

Die österreichische Arbeiterkammer aber auch involvierte Rechtsanwälte weisen darauf hin, dass bei diesen Betrugs-Schemata viele Kleinanleger ihr Erspartes und teilweise auch ihre Existenz verloren hätten. Der Schaden für Anleger in der EU soll über hundert Millionen Euro betragen.

Masterminds und Manager

Lenhoff und Barak sind die Masterminds hinter der Organisation, aber dahinter haben eine Reihe von Managern am Betrug der Kleinaktionäre mitgewirkt. Im Falle von Lenhoff war das mit Sicherheit der damalige Vorstand der Veltyco mit Marcel Noordeloos und Hans Dahlgren. Die beiden werden von Lenhoff in seinen Aussagen auch entsprechend belastet.

Varkasso mit Joachim Kalcher, Uwe Lenhoff und Veltyco
Varkasso Ltd mit Joachim Kalcher, Uwe Lenhoff und Veltyco

Aber auch der Österreicher Joachim Kalcher hat seinen Beitrag zur Aufrechterhaltung der kriminellen Vereinigung von Lenhoff geleistet. Der Software-Techniker ist auf die Entwicklung von Payment Solutions spezialisiert und hat für Lenhoff in diesem Bereich gearbeitet. Lenhoff hat mit Kalcher seit 2017 gearbeitet und über die Veltyco zwei Firmen in Bulgarien gegründet über welche Kalcher diese Zahlungsverkehrsentwicklungen für die Betrugsplattformen für Lenhoff (weiter-) entwickelt hat. Das waren die beiden bulgarischen Firmen Black Cyan EOOD und die Varkasso Ltd (FinTelegram hat darüber berichtet).

Sowohl Lenhoff mit seiner Winslet Enterprises EOOD als auch Barak mit seiner E&G Bulgaria (vormals E&G Finance) hatten ihr operatives Hauptquartier in Sofia, Bulgarien. Die börsennotierte Veltyco Group PLC in UK war lediglich eine Art Potenkinsches Dorf für das illegale Netzwerk dahinter.

Kalcher war sich wie die anderen Partner bereits lange vor der Verhaftung von Lenhoff der Illegalität der Lenhoff-Veltyco-Organisation bewusst wie aus dem Strafakt hervorgeht. Dieser enthält u.a. Telefonprotokolle von Kalcher mit anderen Managern der Lenhoff-Veltyco-Organisation. Diese Protokolle machen klar, dass den mitwirkenden Leuten die Illegalität ihrer Vereinigung völlig klar war.

Die Manager waren im Bilde und haben mitgewirkt

Joachim Kalcher und Uwe Lenhoff
Joachim Kalcher – Partner von Uwe Lenhoff

Kalcher (Mitgesellschafter von UWE Lenhoff) unterhält sich beispielsweise mit Ingo Saager – damals Manager der Veltyco-Beteiligung Bet90 Sportwetten – einige Monate vor der Verhaftung von Uwe Lenhoff  – telefonisch  darüber, dass die Lenhoff-Organisation illegale Aktivitäten betreibt, Lenhoff Kleinaleger abzockt und dafür wohl bald ins Gefängnis gehen werde.  Kalcher zeigt sich über das ihm von Ingo Saager vermittelte Ausmaß der kriminellen Aktivitäten von Uwe Lenhoff  mit keinem Wort erstaunt, was angesichts dessen das ihm das das Thema Geldwäsche im Zusammenhang mit UWE LENHOFF seit Sommer 2016 bekannt war, nicht verwunderlich ist. Gehindert hat ihn das jedenfalls keinesfalls mit seiner Tätigkeit für UWE LENHOFF weiterzumachen.

Gerade der Zahlungsverkehr war und ist für den Kleinanlegerbetrug und die anschließend erforderliche Geldwäsche von zentraler Bedeutung für die Lenhoff-Organisation.

Hätten die beteiligten Manager wie Kalcher und Saager den Behörden ihre Kenntnisse früher dargebracht bzw. hätten sie ihre Tätigkeit früher beendet, hätten wohl viele Kleinaktionäre nicht ihr Geld verloren. Lenhoff hätte ohne die Mitwirkung von Leuten wie Saager und Kalcher hingegen seine Cybercrime-Organisation gar nicht in diesem Umfang hochfahren können. Strafrechtlich gesehen, handelt es sich um eine kriminelle Vereinigung wobei alle Mitwirkenden entsprechend zur Verantwortung gezogen werden sollten. Joachim Kalcher wird derzeit im Lenhoff-Strafverfahren wegen Finanzkriminalität, Geldwäsche und schweren gewerblichen Betrug als Verdächtiger geführt. Andere hingegen fehlen auf dieser Liste noch.

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