Neu: Blockchain Transparency Institute deckt Fake-Umsätze bei Exchanges auf

Blockchain Transparency Institute
Blockchain Transparency Institute

So ganz transparent ist das Blockchain Transparency Institute, das soeben in der Kryptowelt für Furore sorgt nicht. Es gibt kein Impressum, sondern es wird geheimnisvoll nur von „Blockchain Data Researchers“ gesprochen, die für mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Kryptoszene sorgen wollen. Aber was solls; auch Nakamoto Satoshi hat aus gutem Grund die Anonymität gesucht. Jedenfalls hat sich das Institut schon mal was ganz Großes vorgenommen mit seinem 1. Report einem Ranking der Kryptobörsen nach ihrem tatsächlichen Handelsvolumen und Volumen pro Nutzer (August 2018 – Initial Exchange Rankings Report).

Transparenz und Ehrlichkeit im Bereich der Kryptobörsen wäre ein großer Schritt in der Entwicklung der Kryptoszene.  Wie sehr wir diese Transparenz brauchen, hat schon Sylvain Ribes einem sehr lesenswerten Medium-Artikel vom März 2018 aufgezeigt: Chasing fake volume: a crypto-plague aufgezeigt. Sylvan Ribes, offensichtlich ein erfahrener Kryptotrader war entsetzt über das Ausmaß der Wash-Trading Umsätze, die seine Analyse (Datenauswertung über 24h ) bei den einzelnen Börsen ergab: lt. seiner Analyse sind 92,9% der Umsätze auf der chinesischen OKex Börse nicht real, knapp gefolgt von Huobi, auf der offensichtlich 81,8% Fake-Umsätze dargestellt werden.  Nun, der 1. Report des Blockchain Transparency Institutes kam basierend auf einem viel einfacheren Verfahren (verfügbare Orderbuchliquidität und Unique visitors per day der Plattform lt. similarweb) auf das selbe Resultat: mindestens 7 der Top 10 Börsen erhöhen das ausgewiesene Handelsvolumen von 12x bis über 100x ihres wahren Volumens durch gefakte Umsätze (Wash-Trades).

report on wash trades
report on wash trades

Diese Berichte zeigen nur eine erste Analyse, was das Niveau der Wash-Trade Umsätze auf den unregulierten Kryptowährungen sein könnte, und decken nicht alle anderen Themen wie Front-Running, Insider-Handel,… ab, die ebenso in massiven Ausmaß vor sich gehen und adressiert werden müssen.

Cui bono – wer profitiert?

Weshalb blähen Krypto-Exchanges ihre Umsätze auf und welche Konsequenzen hat das? Über die Gründe können wir spekulieren. Die beiden größten „Sünder“ OKex und Huobi können sich dank ihre aufgeblasenen Umsätze zu den Top-Wechselbörsen zählen und dies in ihrer Vermarktung benutzen. Denn wenn es etwas gibt, dass Trader brauchen, dann ist das Liquidität. Je mehr Volumen auf einer Börse gehandelt wird, desto eher lassen sich auch größere Positionen handeln. Mit dem größeren Volumen sinkt auch der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufswert. Das ist gerade für Kurzzeit-Trader interessant, die mehrmals am Tag in eine Position hinein und hinaus gehen.

Gibt es Geschädigte? Sylvain Ribes beschreibt, dass die umstrittenen Kryptowährungen Bitcoin Cash und Litecoin zu einem großen Maß auf OKex und Huobi gehandelt werden. Damit wird ein Interesse an diesen Währungen signalisiert, dass gar nicht der Realität entspricht. Dieses Signal kann auch zu einem höheren Preis führen, als der reale Wert dieser Währungen.

Für Nutzer lässt sich nur der Rat ableiten, Bläh-Exchanges abzustrafen, indem sie nicht verwendet werden.

Wir verstehen sehr gut warum Vitalik Buterin die zentralisierten Kryptobörsen in der „Hölle schmoren sehen will“.

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