Schwerpunkt Payment Services Providers (PSP) – Tschechische Xtrabit s.r.o. und Vladislav Kogan

Illegale Broker- und Scam-Schemata benötigen Payment Services Provider (PSP) die sie unterstützen. Ohne mitwirkende PSPs könnten diese Scams keine Kunden abzocken. Daher waren die Scam-Artisten auch mehr als glücklich über die Kryptowährungen. Endlich abzocken ohne Spuren im Banken- und Finanzsystem zu hinterlassen. In der Ära der Binären Optionen und Forex-Scams der Jahre 2012 bis 2018 waren die PSPs jedoch von herausragender Bedeutung für die Betreiber illegaler Schemata. Wir beginnen unsere Kartografie der PSPs mit der tschechischen Xtrabit s.r.o. an, die in einigen illegalen Broker- und Gambling-Schemata eine wichtige Rolle spielt.


Der Forex-Veteran Vladislav „Vlad“ Kogan

Die Xtrabit s.r.o. mit Sitz in Prag, Tschechien, wurde im März 2014 gegründet. Geschäftsführer und offizieller Alleingesellschafter des Unternehmens ist der in Krasnodar, Russland, geborene Australier Vladislav „Vlad“ Kogan (Jahrgang 1973).

Dieser ist ein FOREX-Veteran und war als solcher auch an zahlreichen fragwürdigen FOREX-Projekten wie der Forex Metal Holdings Limited oder der FX Index Limited in Neuseeland beteiligt. Kogan hat auch im deutschsprachigen Raum einige Opfer mit seinen Projekten wie der FX Index PTY Ltd hinterlassen. Mit diversen Firmenkonstruktionen in vielen Jurisdiktionen ist er seit 2001 mit FOREX-Plattformen aktiv. Kogan ist ein Globetrotter in Sachen FOREX.

Vlad Kogan war auch an einigen Plattformen mit dem Handeln von Binären Optionen beteiligt. Seit Anfang 2017 ist der Australier auch als Geschäftsführer und Gesellschafter der Finatec s.r.o. registriert.

Geldwäsche über Xtrabit s.r.o.

Nach den uns vorliegenden Informationen liegen bereits Anzeigen wegen Geldwäsche gegen die Xtrabit s.r.o. vor. Die tschechischen Ermittlungsbehörden sollen diesbezüglich bereits aktiv sein. Auf Grund der uns von Whistleblowern vorliegenden Meldungen können wir festhalten, dass die Xtrabit in erster Linie dazu verwendet wurde, um Banküberweisungen von Kunden der illegalen Broker-Plattformen von Uwe Lenhoff (Veltyco Group) und Gal Barak (E&G Bulgaria und Tradologic) zu verarbeiten. Dabei war aber die Xtrabit nur eines von mehreren diesbezüglichen Vehikeln. Von der Xtrabit wurden beispielsweise Überweisungen an Boiler Rooms wie Global TactiCall s.r.o. in Tschechien oder der Silkline Group im Kosovo durchgeführt.

Wir haben aber auch Belege erhalten, die dokumentieren, dass die Bankkonten von Xtrabit verwendet wurden, um Zahlungen an die Betreiberfirmen der illegalen Broker-Seiten wie XTraderFX oder Option888 weiterzuleiten. Dabei werden regelmäßig andere Verwendungszwecke angegeben. Die Kunden der illegalen Broker-Schemata zahlen Geld ein, um damit scheinbar traden zu können. Die Gelder werden von Xtrabit dann mit Vermerken wie „marketing“, „technical support“ oder „consulting“ umgewidment (gewaschen“ und verschwinden auf den Konten der Betreiber.

Letztlich werden über die Xtrabit Kundengelder auch direkt in die Privatsphäre von Uwe Lenhoff und Gal Barak bzw. deren Firmen umgeleitet.

Für die Zwecke ihrer Tätigkeit unterhalten Xtrabit und die anderen PSPs Konten bei diversen Banken oder Kreditkartenfirmen (vorzugsweise in der EU). Die Kunden der illegalen Broker werden aufgefordert, Banküberweisungen auf diese Konten zu machen. Von dort werden die Gelder dann oft auf andere Konten des jeweiligen PSP bei anderen Banken umgeschichtet und letztlich unter Abzug einer hohen Provision an die Betreiber der illegalen Broker-Schemata und deren Partnerfirmen überwiesen. Weg ist das Geld der Investoren damit.

Fazit

Es gibt aus Sicht von FinTelegram nicht den geringsten Zweifel, dass Vlad Kogan und seine Xtrabit s.r.o. damit Beitragstäter sind und systematische Geldwäsche für die betrügerischen Broker-Schemata betreiben. Xtrabit ist eine der Geldwäsche-Maschinen in den Netzwerken von Uwe Lenhoff und Gal Barak.

In den USA werden diese Vergehen üblicherweise als sogenannten Wire Fraud oder Mail Fraud zur Anzeige gebracht und sind mit bis zu 20 Jahren Gefängnis bedroht.

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