SEC, CFTC UND FBI SPERREN ÖSTERREICHISCHE KRYPTO-PLATTFORM

1Pool ltd
1Pool ltd

Eine österreichische Krypto-Plattform sorgt für Wirbel bei U.S. Behörden. Ende September 2018 ergriffen die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), die U.S. Commodity and Futures Trading Commission (CTFC) und das FBI  Maßnahmen gegen die Kryptoplattform 1broker.com und deren Betreiber Patrick Brunner – einem österreichischer Softwareentwickler.  Der Vorwurf der Behörden lautet zusammengefasst auf den unerlaubten Betrieb einer Derivativhandelsplattform und die damit einhergehende Verletzung zahlreicher U.S. Kapitalmarktvorschriften. 


Dabei begann alles so vielversprechend: Am 9. November 2012 schreibt ein Newbie (wahrscheinlich Patrick BRUNNER) im BitcoinTalk Forum den ersten Post über sein Projekt 1broker.com. Der damals 20jährige Softwaredeveloper will eine Derivativhandelsplattform im Kryptobereich aufbauen und verkündet damals nur wenige Monate nach Start mehr als 10.000 Kunden:

We launched 1Broker in 2012, with the purpose of connecting Bitcoin with global markets.
We happily serve more than 10,000 users and have handled over 1,000,000 trades. Our philosophy: Simplicity, speed and security

Kunden konnten auf www.1broker.com ein Konto durch bloße Bekanntgabe einer email Adresse eröffnen und in der Folge betraglich unbeschränkt mit Bitcoins auf das Fallen oder Steigen von Aktien, Indexwerten und Währungen wetten. Und es gelingt Patrick Brunner tatsächlich eine international sehr erfolgreiche und anerkannte Derivativhandelsplattform aufzubauen – akzeptiertes Zahlungsmittel ist ausschließlich die Kryptowährung Bitcoin.

Laut Similarweb liegt die Webseite auf Nr. 43.759 weltweit und weist mehr als eine Million Zugriffe für August 2018 auf.

Zahlen Similarweb.com für 1broker.com
Zahlen Similarweb.com für 1broker.com

Das Projekt entwickelt sich spektakulär und gelingt sogar so gut, dass die SEC darauf aufmerksam wird und einen Undercoveragenten darauf ansetzt. Der soll nachzuweisen, dass es jedem US-Bürger möglich ist auf dieser Plattform unbeschränkt zu investieren. Das Resultat der Ermittlungen ist die Schließung der Plattform und die Zustellung von Klagsschriften der SEC und der CTFC (v.a. unerlaubter Betrieb einer Wertpapierhandelsplattform und Verletzung von Geldwäschevorschriften) and die auf die auf den Marshall Islands angesiedelte Betreibergesellschaft 1pool Ltd und dem Gründer und Patrick Brunner wegen Verletzung zahlreicher Vorschriften.

In ihrer Verlautbarung der Sanktionen gegenüber 1broker.com vom 27. September 2018 weist  die SEC darauf hin das

„Internationale Unternehmen, die mit US-Investoren Geschäfte tätigen, die Einhaltung der Bundeswertpapiergesetze nicht durch den Einsatz von Kryptowährung umgehen können.“

Die Klage der SEC, die beim U.S. District Court for the District of Columbia eingereicht wurde, beantragt die dauerhafte Sperre der Plattform und Strafzahlungen.

Das FBI beschlagnahmte  die Domain 1broker.com  und ermittelt wegen Geldwäsche und der Verletzung diverser sonstiger Strafgesetze.

Auf Twitter diskutiert die Crypto-Community das Thema intensiv und sieht die Maßnahmen der US Behörden nur als einen weiteren Schritt, dem noch viele folgen werden. Betroffen von solchen Maßnahmen kann jede Plattform – unabhängig von ihrem rechtlichen Sitz –  und jeder Plattformbetreiber sein, die/der nicht sicherstellt, dass die Kunden/Investoren keine Amerikaner sind.


Auf der Webseite von 1pool Ltd ist zu lesen, dass trotz der behördlich angeordneten Schließung die Kundengelder ordnungsgemäß aus- und rückgezahlt werden. Angeblich wäre genug Geld vorhanden, um eine ordentliche Abwicklung durchzuführen.

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