Update: Zahlungsverkehrsdienstleister, Broker Scams und Wiedergutmachung

Payvision Amsterdam Headquarters

In den letzten Wochen hat die European Funds Recovery Initiative (EFRI) von hunderten Geschädigter diverser Broker-Schemata eine rechtlich wirksame Vollmacht erhalten. Damit hat EFRI von diesen meist verzweifelten Investoren den Auftrag erhalten bei den Schädigern und deren Beitragstätern die Forderungen geltend zu machen und einzutreiben. Bekanntlich haben die illegalen Broker wie Option888, Xmarkets, XTraderFX, SafeMarkets, StoxMarket, Blue Trading oder KayaFX tausende Opfer und Millionenschäden hinterlassen. Die teilnehmenden Zahlungsverkehrsdienstleister sind dementsprechend in die Verantwortung zu nehmen. Das sehen mittlerweile auch die Behörden so.


Vollmacht und Auftrag der Opfer

In Erfüllung des Auftrages der Geschädigten hat EFRI in den vergangenen Wochen mehr als ein Dutzend der illegalen Zahlungsverkehrsdienstleister wie B2G, StronIT, Workplace Consulting, Condesk oder W2P Solutions oder per eingeschriebenem Brief, soziale Medien und Message Services (WhatsApp, Telegram) kontaktiert und zur Kooperation bzw. Schadenswiedergutmachung aufgefordert (siehe auch FinTelegram-Beitrag hier).

Darüber hinaus wurden von EFRI auch die registrierten Zahlungsverkehrsdienstleister wie Payvision, Moorwand (UPayCard) oder NetPayInt kontaktiert und zur Kooperation und Schadenswiedergutmachung aufgefordert.

Diese Aufforderung hat auch formelle Bedeutung, weil damit dokumentiert ist, dass man seitens EFRI nichts unversucht lässt und alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpft, um das Geld der Opfer von Option888 und Konsorten zurückzuerhalten.

Wenig überraschen haben sich die eingeschriebenen Briefe bei den illegal (unautorisiert) agierenden Zahlungsverkehrsdienstleistern als wenig wirksam gezeigt. Meist sind diese Firmen bereits verschwunden, gelöscht oder eben postalisch unauffindbar. Diesbezüglich wird die Verantwortung der jeweils zuständigen Finanzmarktaufsichtsbehörden von EFRI und deren Anwälten zu hinterfragen sein.

Es ist wirklich zutiefst erschütternd wie wenig Unrechtsbewusstsein bei den beteiligten Finanzdienstleistern vorhanden ist. Die menschlichen und familiären Tragödien der Opfer sind offenbar egal. Ebensowenig ist den Finanzdienstleistern und ihren Mitarbeitern bewusst, dass sie an Geldwäsche teilnehmen indem sie kriminell erworbene Gelder verarbeiten. EFRI wird im Auftrag der Opfer gemeinsam mit Medien und Behörden an dieser öffentlichen Bewusstseinsbildung arbeiten.
Elfriede Sixt, EFRI Initiatorin

Wirtschaftliche Eigentümer und Angreifer

Wesentlich effizienter als die fomale Kontaktaufnahme mit den Scheinfirmen hingegen hat sich die Kontaktaufnahme mit den Personen hinter den illegalen Zahlungsverkehrsdienstleistern über soziale Medien und Message-Services erwiesen. Sind die Hintermänner dieser illegalen Zahlungsverkehrsdienstleister erst einmal bekannt, können diese direkt kontaktiert werden und nicht mehr einfach verschwinden.

In enger Zusammenarbeit mit Opfern und mit Unterstützung von Behörden und Whistleblowern wird EFRI den eingeschlagenen Weg weitergehen und systematisch die Forderungen der Opfer mit allen rechtlichen Möglichkeiten gegen alle Beteiligten an den Broker-Scams geltend machen.

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