Anklagen des U.S. Justizministeriums gegen weitere mutmassliche israelische Binäre Optionen-Betrüger

Liora Welles, Lee Elbaz, Lissa Mel

Bild: im Uhrzeigersinn Liora WELLES, Lee ELBAZ und Lissa MEL

Lee ELBAZ und die Israelische Methode

Die Israelin Lee ELBAZ wurde 2017 von den U.S. Behörden am New Yorker Flughafen festgenommen. Im März 2018 wurde sie wegen Betruges mit Binären Optionen angeklagt. Das Gerichtsverfahren soll 2019 vor dem District Court des Districts of Maryland stattfinden. ELBAZ war CEO der israelischen Firma YUKOM, die zahlreiche illegale (nicht regulierte) Broker-Seiten betrieb, wie beispielsweise die beiden Webseiten BinaryBook und BigOption. Auf Grund der vielen Geschädigten hat das U.S. Justizministerium im Rahmen des sogenannten Victim Notification Programs eine eigene Webseite für die Opfer von ELBAZ und YUKOM eingerichtet.

US Anklage gegen Lee ELBAZ
US Anklage gegen die Israelin Lee ELBAZ

ELBAZ wird unter anderem der Betrieb eines eigenen „Retention Services“ zur Last gelegt. Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass systematisch neue Gelder von bestehenden Kunden akquiriert werden und  vorsätzlich verhindert wird, dass Kundengelder ausbezahlt werden. Laut der U.S.-Anklage werden Kunden mit falschen Bonus- und Gewinn-Zusagen ständig neue Investmenteinlagen herausgelockt. Gleichzeitig wird die Auszahlung der einbezahlten Investments wie auch der scheinbaren Gewinne mittels verschiedenster Taktiken und Ausreden systematisch verzögert und schließlich verhindert. Dabei schrecken diese Brokerseiten bzw. die Retention Services dieser Webseiten, auch nicht davor zurück ihren Kunden Betrug vorzuwerfen, die Konten dementsprechend zu sperren und sich das Geld endgültig einzubehalten. In den meisten Fällen ist das Geld der Kunden ohnehin schon längst von den Einzahlungskonten abgezogen und auf Bankkonten nach Zypern, Malta oder in die Ukraine überwiesen worden.

Illegale Broker wie BinaryBook und BigOption halten die Kundengelder nicht auf separaten Kundenkonten sondern verwenden diese Gelder für den operativen Betrieb, für die Zahlung hoher Gehälter,  Provisionen und der Finanzierung des ausschweifenden Lebensstils der Betreiber dieser Systeme.  D.h. die Kundengelder werden widmungsfremd verwendet.

Eine besonders verwerfliche Vorgangsweise hat sich im Zuge der Ermittlungen des FBI ergeben: YUKOM hatte als Firmenpolitik alte Menschen, Pensionisten und Kriegsveteranen als wichtigste und vorrangige Zielgruppe definiert. Diese im Regelfall in OnlineInvestments wenig versierte Gruppe der Kleinanleger dürfte ein leichtes Opfer gewesen sein.

Dutzende Millionen Dollar fehlen

Die U.S. Behörden gehen davon aus, dass die YUKOM-Webseiten Investoren im Ausmaß von dutzenden Millionen Dollar betrogen haben. Alleine die Seite BinaryBook soll zwischen dem 2. Quartal 2016 und dem 4. Quartal 2016 USD 99 Millionen von Investoren entgegengenommen haben. Es wurden in diesem Zeitraum aber nur USD 20 Millionen an Kunden ausbezahlt, hat das FBI in seinen Ermittlungen festgestellt.

Das Retention Service von YUKOM hat diesbezüglich effizient gearbeitet.

FinTelegram sind ähnliche Beschwerden über europäische illegale Brokerwebseiten wie Option888 oder SafeMarkets bekannt. Während die Call Center (Boiler Rooms) der Broker neue Investoren akquirieren, stellen die Mitarbeiter der Retention Services sicher, dass an die Investoren/Kunden nichts ausbezahlt wird.

Weitere Angeklagte bekennen sich schuldig

Lee ELBAZ bekennt sich laut ihrem Rechtsvertreter Jonathan LOPEZ nicht schuldig im Sinne der Anklage. Sie beteuert, dass sie für ein legitimes Unternehmen gearbeitet hätte. Ihre damaligen Mitarbeiter dürften das aber anders sehen und ELBAZ damit wohl in Schwierigkeiten bringen.

Simona WEINGLASS von der Times of Israel hat berichtet, dass die beiden Mitarbeiterinnen von Lee ELBAZ, Liora WELLES und Shira UZAN, angeklagt wurden. Nach einem Bericht der Washington Post haben sich beide schuldig im Sinne der Anklage bekannt und zugegeben, dass sie unter Führung von Lee ELBAZ verantwortlich für Investoren-Betrug im Ausmaß von USD 2,4 Millionen bzw. USD 1,8 Millionen wären.

Bereits im November 2018 wurde der ehemalige israelische Reality-TV Star Lissa MEL wegen ihrer Mitwirkung an den illegalen Tätigkeiten dieser Broker in Los Angeles verhaftet und angeklagt. Sie soll als „Retention Manager“ und „Senior Broker“ für BinaryBook und BigOption tätig gewesen sein, schreibt die Times of Israel. Dabei soll sie eine Reihe falscher Namen wie Monica Sanders verwendet haben. Ihr drohen bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft.

Die Gerichtsverfahren gegen ELBAZ, WELLES, UZAN und MEL sollen im ersten Quartal 2019 stattfinden. Eine ursprünglich für den 7. Januar 2019 anberaumte Tagsatzung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

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