VELTYCO GROUP: CEO MELISSA BLAU WIRFT DAS HANDTUCH

CEO Melissa Blau tritt zurück, die VELTYCO Krise dauert an

Es gibt wieder einmal Neuigkeiten von der kriselnden börsennotierten VELTYCO und wieder einmal betrifft es dramatische Veränderungen im Management. Erst Ende März 2018 wurde der Vorstand umgebaut und drei Vorstandsmitglieder sind ausgeschieden. Darunter auch der Gründer Uwe LENHOFF. Dafür wurde die US-Amerikanerin Melissa BLAU als CEO installiert. Nach knapp 6 Monaten verlässt nun auch Melissa BLAU das Unternehmen und hinterlässt Ratlosigkeit.


Die schwierige Aufgabe

Melissa BLAU VELTYCO CEO
Melissa BLAU tritt als CEO von Veltyco zurück

Die VELTYCO teilte mit, dass Melissa BLAU mit Wirkung vom 12. Oktober 2018 die VELTYCO wieder verlässt. Sie war damit knapp 6 Monate in Amt und Würden. Der offiziell mitgeteilte Grund ihres Ausscheidens liegt in Kapazitätsgründen von Melissa BLAU. Tatsächlich dürfte die schwierige Lage des Unternehmens und die vielfältigen Probleme daran aber nicht ganz unschuldig sein. Der Abgang dürfte auch plötzlich gekommen sein, denn noch hat Melissa ihr LinkedIn-Profil nicht verändert und führt VELTYCO noch als ihren derzeitigen Arbeitgeber.

Das Verbot der binären Optionen

Die VELTYCO hat in den vergangenen Jahren massiv auf das Geschäft mit binären Optionen gesetzt und mit Option888 und ZoomTraderGlobal zwei eigene und/oder verbundene Plattformen betrieben. Erst im September 2016 wurde noch eine Vereinbarung mit der zypriotischen NOVOX CAPITAL betreffend ZoomTraderGlobal geschlossen, die dem Unternehmen knapp EUR 3 Millionen gekostet hat. Zwar wurde großteils mit eigenen Aktien bezahlt aber nichts destoweniger war es eine Millionenakquisition, die nunmehr – aufgrund der sich ständig verschlechternden Situation im Geschäftsbereich der binären Optionen – abgeschrieben werden muss.

VELTYCO und die ZoomTraderGlobal Transaktion
VELTYCO verkündet die ZoomTraderGlobal-Transaktion mit NOVOX CAPITAL.

Darüber hinaus wurden noch 2017 über diverse Firmenkonstruktionen auch Marketingservices für andere Anbieter von binären Optionen verkauft. Seit 2016 werden binäre Optionen jedoch in beinahe allen wichtigen Ländern verboten. Zuletzt hat die European Securities and Markets Authority (ESMA) das Verbot der binären Optionen verlängert. Darüber hinaus verfolgen das U.S. FBI und zahlreiche andere Ermittlungsbehörden die Betreiber der zumeist illegal operierenden Plattformen mit zunehmender Härte.

Den zu VELTYCO-Gruppe  gehörenden binären Optionenunternehmen wie Option888 und CAPiTAL FORCE LTD wurde von zahlreichen  Finanzmarktaufsichtsbehörden der Betrieb ihrer Geschäftstätigeit in den diversen Ländern verboten. Auch die UK FCA ist eingeschritten und hat Investoren gewarnt. Es ist unbegreiflich, dass die UK-Börsenaufsicht noch keine Maßnahmen gegen VELTYCO ergriffen hat.

Die binären Optionen sind nunmehr ganz offiziell in die Illegalität abgestürzt wobei das Ausmaß des Betruges an Investoren erst allmählich zu Tage tritt. Die VELTYCO muss diese Vergangenheit erst einmal rechtlich und finanziell verdauen.

Außenstände und Bankprobleme

Zuletzt sah man diese Probleme auch in der Bilanz der VELTYCO. Umsätze in Millionenhöhe mit Betreibern von binären Plattformen resultierten per 30. Juni 2018 in Außenstände in der Höhe von EUR 12,6 Millionen. Per 31. Dezember 2017 betrugen die Außenstände sogar EUR 14,4 Millionen bei einem Umsatz von nur EUR 16,1 Millionen. In anderen Worten – VELTYCO hat sich das Umsatzwachstum mit hohen Außenständen erkauft deren Einbringlichkeit fragwürdig ist. Entsprechend schlecht sieht der Cash Flow aus.

Zwar hatte VELTYCO großartig verkündet, dass man ein unglaubliches Umsatzwachstum von rund EUR 10 Mio gegenüber 2016 verzeichnet hätte. Die Wahrheit ist, dass dieses Wachstum offenbar großteils im Bereich der nunmehr illegalen binären Optionen erzielt wurde und dem Umsatz nicht die entsprechenden Einnahmen folgten. Die Wirtschaftsprüfer äußerten Zweifel, ob die Außenstände tatsächlich einbringbar wären. Des Weiteren wurde auf von Ihnen auch auf die im Falle der (teilweisen) Uneinbringlichkeit existenziellen Probleme der VELTYCO hingewiesen.

Ende September 2018 hat VELTYCO angekündigt, dass in Zukunft bei den Marketingkosten gespart würde. Ein weiteres Indiz für die angespannte finanzielle Lage des Unternehmens.

Die VELTYCO-Gruppe hatte offensichtlich 2017/2018 auch Probleme mit involvierten Banken und musste die Bankverbindungen neu strukturieren. Dieser Prozess dürfte noch immer nicht abgeschlossen sein.

Eingebrochener Aktienkurs

In Summe war Melissa BLAU mit einem Wust an Problemen und Altlasten konfrontiert, der möglicherweise zu viel für sie war. Das spiegelte sich auch im Aktienkurs wieder. Unter ihrer Führung ist der Aktienkurs der VELTYCO von GBX 87 um mehr als 60% auf derzeit 34,5 (15. Oktober 2018) gefallen.

Nach dem Ausscheiden von Melissa BLAU steht die VELTYCO also erneut vor einem Umbau des Managements. Die Chancen auf eine nachhaltig gute Entwicklung dürften angesichts der personellen, finanziellen und rechtlichen Probleme derzeit eher gering sein. Investoren sollten eher vorsichtig sein.

! Von FinTelegram gibt es eine Verkaufsempfehlung für die Aktie und eine Aufforderung von betrogenen Investoren der Systeme Option888, Zoomtrader usw. ihre Forderungen baldesmöglichst bei Veltyco geltend zu machen.

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