Wirecard Stellungnahme: Kontoverbindung mit Option888 zugegeben aber falsche Auskunft dazu erteilt

Wirecard Stellungnahme zu Option888

In einer Reaktion auf den am Freitag im deutschen Handelsblatt erschienen Artikel über die Mitwirkung von Wirecard in Betrugssystemen rund um binäre Optionen und illegale Broker wie Option888 von Uwe Lenhoff und seiner Altair Entertainment N.V. hat Wirecard am Tag danach eine Presseaussendung gemacht.

Die Stellungnahme von Wirecard war grundsätzlich zu begrüßen. Leider beinhaltet diese aber einige Behauptungen, die geeignet sind, den Betrug rund um Option888 zu verniedlichen. Wirecard, die gesetzlich wie auch regulatorisch zu entsprechenden KYC- und AML-Prüfungen verpflichtet ist, behauptet in der Presseaussendung, dass Option888 eine staatliche Lizenz zum Betrieb ihres Geschäftes gehabt hätte:

So beendete Wirecard aktiv die Kundenbeziehung mit Option888, die eine staatliche Lizenz zum Betreiben ihres Geschäfts besaßen und einer der wenigen lizenzierten Dienstleister für binäre Optionen waren,  die Bankkonten bei Wirecard führten.

Tatsache hingegen ist, dass der deutsche Uwe Lenhoff und die verschiedenen Betreiber seiner Option888 wie Altair Entertainment N.V. (Curacao), Capital Force Ltd, Payific Ltd oder Celestial Trading Ltd zu keinem Zeitpunkt eine Erlaubnis oder eine Lizenz einer europäischen Finanzmarktaufsichtsbehörde gehabt haben. Gegen die genannten Firmen wie auch gegen Option888 gab es hingegen zahlreiche Warnungen der diversen Finanzmarktaufsichtsbehörden.

Des weiteren behauptet Wirecard, dass der mit Option888 erzielte Jahresumsatz lediglich EUR 40.000 ausgemacht hätte.

Der Gesamtumsatz von Wirecard aus der Kundenbeziehung betrug über einen Jahreszeitraum weniger als 40.000 Euro.

Unterstellt man, dass damit der bei Wirecard in der Gewinn- und Verlustrechnung verbuchte Umsatz gemeint ist, dann kann man sich ausrechnen, dass je nach Konditionen viele hunderttausende, wenn nicht Millionen Euro über die Konten der Betreiber von Option888 geflossen sein müssen. Festgehalten werden muss weiterhin, dass Option888 nur eine von mehreren illegalen Broker-Plattformen von Lenhoff und seinen Firmen war. Wirecard meint dazu, dass man die Geschäftsbeziehung mit Option888 wegen verdächtiger Transaktionsmuster beendet hätte. Hier ist zu ergänzen, dass die Kontoverbindung mit der Altair Entertainment im Sommer 2014 begann und im Dezember 2016 beendet wurde. Die genauen Daten liegen vor.

Wirecard hat die Kundenbeziehung mit Option888 im Jahr 2016 aktiv beendet, nachdem verdächtige Transaktionsmuster auf dem entsprechenden Bankkonto festgestellt wurden.

Es ist davon auszugehen, dass Wirecard seinen regulatorischen Verpflichtungen nachgekommen ist und diese verdächtigen Transaktionen den Behörden gemeldet hat. Hier darf man gespannt sein, was die BAFIN dazu zu sagen hat.

Zumindest hat Wirecard nun aber eingestanden, dass man ebenso wie die Payvision als Zahlungsverkehrsdienstleister bei den Broker-Scams dabei war, wenn nicht noch ist (?)  Zumindest hat die öffentliche Aufarbeitung der Betrugssyteme der Binären Optionen jetzt auch bei den involvierten Zahlungverkehrsanbietern begonnen. Das ist jedenfalls eine gute Entwicklung.

Es fehlt weiterhin jede Stellungnahme zur Mitwirkung von Wirecard am GreyMountain Management Schema rund um die Binären Optionen und die Mitwirkung am großangelegten und über Jahre gegangenen Banc d eBinary  Betrug (- bis 2017): man darf gespannt sein.

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